Barbara Allen Es war im Herbst, im bunten Herbst, Wenn die rotgelben Blätter fallen, Da wurde John Graham vor Liebe krank, Vor Liebe zu Barbara Allen. Seine Läufer liefen hinab in die Stadt Und suchten, bis sie gefunden: “Ach unser Herr ist krank nach dir, Komm Lady, und mach' ihn gesunden.” Die Lady schritt zum Schloß hinan, Schritt über die marmornen Stufen, Sie trat ans Bett, sie sah ihn an: “John Graham, du ließest mich rufen.” “Ich ließ dich rufen, ich bin im Herbst Und die rotgelben Blätter fallen, Hast du kein letztes Wort für mich? Ich sterbe, Barbara Allen.” “John Graham, ich hab' ein letztes Wort, Du warst mein All und Eines; Du teiltest Pfänder und Bänder aus, Mir aber gönntest du keines. John Graham, und ob du mich lieben magst, Ich weiß, ich hatte dich lieber, Ich sah nach dir, du lachtest mich an Und gingest lachend vorüber. Wir haben gewechselt, ich und du, Die Sprossen der Liebesleiter, Du bist nun unten, du hast es gewollt Ich aber bin oben und heiter.” Sie ging zurück. Eine Meil' oder zwei, Da hörte sie Glocken schallen; Sie sprach: Die Glocken klingen für ihn, Für ihn und für Barbara Allen. “Liebe Mutter mach ein Bett für mich, Unter Weiden und Eschen geborgen; John Graham ist heute gestorben um mich Und ich sterbe um ihn morgen.”
Ich behandle das Kleine mit derselben Liebe wie das Große, weil ich den Unterschied zwischen klein und groß nicht recht gelten lasse.
Mein Herz, glaubt's, ist nicht erkaltet, Es glüht in ihm so heiß wie je, Und was ihr drin für Winter haltet, Ist Schein nur, ist gemalter Schnee. Doch was in alter Lieb' ich fühle, Verschließ' ich jetzt in tiefstem Sinn, Und trag's nicht fürder ins Gewühle Der ewig kalten Menschen hin. Ich bin wie Wein, der ausgegoren: Er schäumt nicht länger hin und her, Doch was nach außen ging verloren, Hat er an innrem Feuer mehr.
Und ging auch alles um und um, In dir, in mir, ich lieb' dich drum, Ich lieb' dich drum, weil du mir bliebst, Ich lieb' dich drum, weil du vergibst, Ich lieb' dich – ach warum, warum – Und blieb' auch meine Lippe stumm, Ich lieb' dich drum, weil du mich liebst.
Treu-Lieschen Mein Lieschen, stell' das Weinen ein, Auf Regen folgt ja Sonnenschein. Ich kehr' mit Schwalb' und Flieder Und wohl noch früher wieder. Der Bursche sprach's. Vom Giebeldach Sah ihm Treu-Lieschen lange nach, Bis Hoffnung wiederkehrte Und ihren Thränen wehrte. Dei Äuglein wurden wieder klar, Das Herze jeden Kummers bar, Sie wußte: mit dem Flieder Kam ihr der Liebste wieder.
Die Liebe lebt von liebenswürdigen Kleinigkeiten, und wer sich eines Frauenherzens dauernd versichern will, der muß immer neu darum werben, der muß die Reihe der Aufmerksamkeiten allstündlich wie einen Rosenkranz abbeten. Und ist er fertig damit, so muß er von neuem anfangen.
Wer liebt, wer die Kraft der Liebe hat, ist auch liebenswürdig, und es wäre grausam, wenn es anders wäre.
Was macht man sich aber aus der Liebe der ganzen Menschheit, wenn man Zahnweh oder Migräne hat?
Denn die Zuneigung ist etwas Rätselvolles, die mit der Gutheißung dessen, was der andere tut, in keinem notwendigen Zusammenhang steht.
Was wir Liebe nennen ist alles Mögliche, nur meist nicht Liebe.
Leben, wohl dem, dem es spendet Freude, Kinder, täglich Brot, Doch das Beste, was es sendet, Ist das Wissen, daß es endet, Ist der Ausgang, ist der Tod.
Das Leben hat mich gelehrt, daß alles auf die Menschen ankommt, nicht auf die sogenannten Verhältnisse. Die Menschen, in 99 Fällen von 100, machen diese. Auch wenn sie sich ungünstig gestalten, werden sie durch das, was wir in uns haben, doch schließlich besiegt.
Ich möchte noch wirken und schaffen und tun und atmen eine Weile, denn um im Grabe auszuruhn, hat's nimmer Not noch Eile.
Das Leben, Gott sei Dank, ist kein Tummelplatz großer Gefühle, sondern eine Alltagswohnstube, drin das sogenannte große Glück davon abhängt, ob man friert oder warm sitzt, ob der Ofen raucht, oder guten Zug hat. Liebe ist gut, aber sie läßt sich nach Minuten berechnen, alles andere hat lange Stunden.
Mit der Lust zu leben nimmt auch die Lust zu arbeiten zu und der Mut, mehr zu unternehmen.
Wer seinen eigenen Weg geht, begegnet immer Widerspruch; die Schablone gilt. Aber man muß es eben riskieren. Wer nicht wagt, gewinnt nicht.
Summa Summarum! Eine kleine Stellung, ein kleiner Orden (Fast wär ich auch mal Hofrat geworden), Ein bißchen Namen, ein bißchen Ehre, eine Tochter "geprüft", ein Sohn im Heere, Mit siebzig 'ne Jubiläumsfeier, Artikel im Brockhaus und im Meyer ... Altpreußischer Durchschnitt, Summa Summarum, Es drehte sich immer um Lirum Larum Um Lirum Larum Löffelstiel. Alles in allem – es war nicht viel.