Im Unglück erst bewährt sich Männerkraft, und Freundestreue prüft man erst im Sturm.
Wenn mir die Freundschaft hilft, wie kann die Hoffnung wanken!
Abschied vom Leben Die Wunde brennt, die bleichen Lippen beben. Ich fühl's an meines Herzens matterm Schlage, hier steh ich an den Marken meiner Tage. Gott, wie du willst! Dir hab ich mich ergeben. Viel gold'ne Bilder sah ich um mich schweben; Das schöne Traumbild wird zur Totenklage. Mut! Mut! – Was ich so treu im Herzen trage, Das muß ja doch dort ewig mit mir leben. Und was ich hier als Heiligtum erkannte, Wofür ich rasch und jugendlich entbrannte, Ob ich's nun Freiheit, ob ich's Liebe nannte: Als lichten Seraph seh ich's vor mir stehen; Und wie die Sinne langsam mir vergehen, Trägt mich ein Hauch zu morgenroten Höhen.
Die Zeit ist schnell, noch schneller ist das Schicksal; Wer feig des einen Tages Glück versäumt, Er holt's nicht ein, und wenn ihn Blitze trügen!
Denn schneller, wie die Welle steigt und fällt, Treibt uns das Schicksal auf dem Meer des Lebens.
Kein Schurke ist so dumm, daß er nicht einen Grund für seine Niedertracht fände.
Der Verdorb'ne haßt den Unverdorb'nen Und jeder Schuld'ge ist der Unschuld Feind.