Unbekannt
Lieben, hat einmal eine glückliche Frau gesagt, ist »Einfühlung in den anderen«. Dieses Im-Bann-des-anderen-leben und eine fast unheimliche Wachheit sind das, was im Grunde die Liebe ausmacht – das Gefühl, daß ich, gleichgültig, was er tut, weiß, weshalb er es tut, und daran Anteil nehme. Ich mag es von Herzen mißbilligen, ich mag auf ihn böse sein deshalb, aber ich kenne die Gründe, ohne darüber nachzudenken und ohne daß ich immer imstande wäre, sie zu erklären. Ich kenne bis ins kleinste seine Stimmungen. Alle seine Schwierigkeiten, all seine Widersprüche sind für mich kein Rätsel, auch wenn ihn jeder andere für verrückt hält.
Schon möglich, daß die Liebe vom Wandel der Zeiten unberührt bleibt. Aber man versuche sich einmal Hero und Leander vorzustellen, wie sie am Strand sitzen und sich gegenseitig mit Sonnenöl einreiben.
Sie lernen die Technik der Liebe – wie man ein Handwerk lernt. Sie werden Erotechniker. Das ist nicht Liebe – das wird nie Kunst.
…und dennoch zweifle ich in unserem von Gewalttätigkeiten entstellten Zeitalter keinen Augenblick daran, daß der Mensch zur Güte und Liebe geboren wurde, wie der Wind zur Bewegung.
Warum möchten alle wissen was Liebe ist? Es genügt doch schon zu wissen, was Liebe nicht ist!
Was uns Männer betrifft, glaube ich sagen zu können: Liebe können wir heucheln, aber in der Erotik sind wir aufrichtig.
Wenn dein Leben leer ist, fülle es mit Liebe. Liebe so gut du kannst, liebe, wen du kannst, liebe, was du kannst. Aber liebe immerfort. Mache dir keine Gedanken über deine Gründe, denn Liebe ist Selbstzweck. Sei nicht traurig, wenn deine Zuneigung nicht erwidert wird. Die Liebe ist sich selbst Lohn genug.
Wenn eine Frau liebt, gleicht sie einem Untersuchungsrichter: Ständig verlangt sie neue Beweise.
Wenn eine Liebe ins rein Briefmäßige abrutscht, ist sie meist schon so gut wie zu Ende.
Wer hat die Liebe denn Liebe genannt? Ihr wahrer Name ist Tod. Denn wen die Liebe überkommt, den überkommt der Tod.
Wer sich die Liebe seiner Frau erhalten will, sollte ihr gelegentlich mal. etwas anderes schenken als sein uneingeschränktes Vertrauen.
Worte über Liebe lassen sich leicht beiseite schieben, Liebesbeweise sind unwiderstehlich.
Zuneigung, die man einem Tier entgegenbringt, ist nie verschwendet. In bezug auf den Menschen bin ich mir da nicht sicher.
Ich glaube zwar an die Liebe auf den ersten Blick, aber es ist ratsam, noch einen zweiten zu tun.
Ich hab’ Dich geliebt und im Herzen getragen, nun bist Du verrutscht und liegst mir im Magen.