Wenn einem der Lebensweg malhört, soll man immer selber schuld dran sein: kommt man anständig durch, ist immer das unverdiente Glück schuld dran gewesen.
Was ist solch ein unbedeutendes Gemetzel wie bei Cannae, Leipzig oder Sedan gegen die fort und fort um den Erdball tobende Schlacht des Daseins?
Ein Freund ist jemand, der deinen kaputten Zaun übersieht, aber die Blumen deines Gartens bewundert.
O Liebe, diejenigen, welche mit heiterm Lächeln den uralten, bittern Kampf führen, können in der rechten Stunde und zumal in der Stunde des Sieges ernst genug sein. Sie vor allen andern Erdenbürgern werden am wenigsten es wagen, des Lebens rätselhafte Tiefen durch leichtsinnigen Scherz zu überbrücken.
»Welch eine Zeit!« rief er jetzt unwillkürlich; aber der alte Krieger sagte: »Eine ganz vortreffliche Zeit, wie alle Zeiten, in denen man einen großen Hunger nach irgend etwas hat, von dem man weiß, daß man es durch Mühen und Arbeit erlangen kann. [...]«
Die Zeiten gehen hin, und für jedermann kommen einmal die Jahre, wo er merkt, daß sie hingegangen sind, und er sich wundert, daß er nichts getan hat, sie aufzuhalten.
Es ist eine böse Zeit! – Mißmutig hatte ich die Zeitung weggeworfen, mir eine frische Pfeife gestopft, ein Buch herabgenommen und aufgeschlagen.
Wir kommen durch alle Wünsche, Klagen, Hoffnungen und Befürchtungen auch nicht den kleinsten Schritt weiter, sondern geraten nur immer tiefer in Mutlosigkeit und Verwirrung. Am besten ist's, wir legen uns klar und trocken noch einmal alles auseinander, scheiden das Richtige von dem Unrechten und gehen dann ein jeder mutig, tapfer und ergeben den vorgeschriebenen Weg.
Wo und wie wir fallen, ob am skäischen Tor oder am Schreibtisch usw., wir erfüllen nur unser Schicksal.
Wir gehen immer, wohin wir müssen: wenigen nach und hoffentlich zuletzt denn doch auch vielen vorauf.
Über den Tod kommt jeder leicht hinweg, aber mit dem Sterben ist's eine andere Sache.
Man muß sein Brot mit dem Messer schneiden, das einem das Schicksal, ob stumpf oder scharf, dazu in die Hand gibt.
Trotz aller Lehrer, trotz aller Schulen steht der Mensch zuletzt doch immer allein seinem Schicksal gegenüber, und er allein hat mit seiner Persönlichkeit Antwort zu geben.
Alter – es ist die Zeit, wo die Erinnerung an die Stelle der Hoffnung tritt.
Was einen, wenn man jung ist, als eine Mücke umschwirrte, das wird im Alter zu einer Hornisse.
Die Zeit, in der man nicht mit dem Körper, sondern dem Geist erkennt, daß mit dem Wasser der Schlaf das Beste in der Welt ist.
Das entzückende Gefühl des richtigen Alters: "Wenn ich den Krempel um mich her ansehe und mir sagen darf, das brauchst du ja nicht mehr!"
Es sind zwei Sorten von Leuten. Die einen kümmern sich um die Adiaphora des Lebens, je älter sie werden, desto mehr; die andern desto weniger. Einige gar nicht, und diese haben das Erdendasein glücklich überwunden.
[...] und du, mein Kind, wirst's auch wohl dann und wann noch erfahren, wie leicht der Menschen Sinnen und Fühlen sich bewegt und mit dem Wind wechselt. Du wirst es erfahren im Guten wie im Bösen, und es muß wohl recht verständig in solcher Weise bestellt sein, denn der verständige Mensch siehet solches je klarer ein, je älter er wird.
Wenn es Gottes Wille gewesen ist, so ist es auch der meinige geworden.