Wilhelm Weber-Brauns
Liebe muß rechtmäßig erworben sein.
Liebe und Glück wollen erkannt sein, um empfunden zu werden.
Liebe erwecken, wie leicht, aber sie zu erhalten, wie schwer.
Liebe erntet mancher, ohne sie zu säen.
Liebe kann man nicht versprechen, eher schon Treue.
Liebe auf den ersten Blick kann nur auf Oberflächlichkeit oder auf enormen Scharfsinn hindeuten.
Wer um Liebe bettelt, bekommt günstigen Falles ein Almosen.
Echte Liebe beweist sich erst während der Ehe.
Sinnliche Liebe ist keine ideale Liebe, weil sie sich selten auf eine bestimmte Person bezieht, sondern auf alle begehrenswerten.
Nichts schmiedet die Liebe mehr als Leid.
Die Liebe, die dir unverdientermaßen entgegengebracht wird, wird dich nicht glücklich stimmen können; wohl aber die Liebe, die du gesät hast und gedeihen siehst.
Man sieht leicht eine entgegengebrachte Liebe gleichgültig an, gewissermaßen als ein selbstverständliches Geschenk; und dabei ist die Liebe vielmehr der Expressionismus des Guten.
Liebe lässt sich nicht halten, denn willst du sie binden, dann jagst du die fort; wenn du sie aber fortjagen willst, dann bleibt sie kleben.
So wie die Liebe kommt, kann sie auch wieder gehen.
Die Dichter sind es oft, welche den Menschen ein verkehrtes Bild von der Liebe entwerfen.
Die wahre Liebe ist über den Dornenweg, durch die Wahrheitsstraße gegangen.
Wer das Glück und die Liebe kennt, lebt erst. Das andere ist nur ein Scheinleben, man arbeitet, um zu essen, und lebt, um zu sterben. Amen.
Willst du schnell arbeiten, arbeite langsam.
Für geistig feine Menschen, – den Charakter, für geistig arme, – das Fleisch.
Eine Ehe ohne Streit findet man seltener als einen Diamanten ohne Kohle.
Keine Angel hält fester als die der Ehe.