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26202 Sprüche gefunden
Was der Saft im Baum ist, das ist die Seele im Körper, und ihre Kräfte entfalte sie wie der Baum seine Gestalt. Die Erkenntnis gleicht dem Grün der Zweige und Blätter, der Wille den Blüten, das Gemüt ist wie die zuerst hervorbrechende Knospe, die Vernunft wie die voll ausgereifte Frucht. Der Sinn endlich gleicht der Ausdehnung des Baumes in Höhe und Breite. So ist die Seele der innere Halt und die Trägerin des Leibes.
Halte deiner Seele Spiegel Unter jedem Hauche rein; Göttlicher Gedanken Siegel Möge deine Stirne sein!
Kleinigkeiten faszinieren die leichten Gemüter. Parva leves capiunt animos.
O nur eine freie Seele wird nicht alt!
Der Mensch muß so lange neue Seelenwanderungen durchmachen, bis alle Teile seiner Seele von allen Mängeln früherer Daseinsperioden vollkommen gereinigt sind.
Was in dir ist, ist auch außerhalb von dir. Deine Erscheinung ist vom gleichen Stoff, der dich innerlich bekleidet. Du erschaffst dein inneres Leben in sichtbarer Form überall um dich herum.
Die Höhe einer Menschenseele ist zum Teil danach zu ermessen, wie weit und vor wem sie fähig ist, Ehrfurcht und Verehrung zu bezeugen.
Seelen sind wie Harfen in den Winden gehängt. Aus jeder kann ein Klang erweckt werden; vom eintönig dumpfen Laut bis hin zur selig-reinen Melodie, die Gott selbst unmittelbar auf der Menschenseele spielt.
Sieh, die gute Seele blüht auf im Leid, wie die schöne Rose im Tau des Maien. Es ist der enge Weg, der da herrlich hinaufführt zur Pforte des Himmels. Leiden kleidet die Seele in ein Rosengewand von Purpur, sie trägt der roten Rosen Kränzlein.
Gar viele Himmel gibt's im Bereich der Seelen, die diesen unsern Himmel hier befehlen. Im Weg der Liebe gibt es Hoch und Tiefen, sehr hohe Berge und auch Meerestiefen.
Jeden ohne Unterschied reizt der nahe Gewinn, aber nur große Seelen wird das entfernte Gute bewegen.
Was eine Seele im Aufschwung faßte und was wie vom Himmel in sie niedersank, ist immer ein Vollendetes und Ganzes, dazu ausersehen, auch zum Leben seiner Zeit etwas hinzuzutun.
Kleiner als das kleinste Leben, größer als die unendliche Weite atmet die Seele im geheimen Herzen des Menschen.
Den meisten Menschen ist an den eigenen Seelen nichts gelegen, darum auch an den Seelen der anderen nicht. Das ist ein Grundübel dieser Zeit.
Ändert sich der Zustand der Seele, so ändert dies zugleich auch das Aussehen des Körpers und umgekehrt: ändert sich das Aussehen des Körpers, so ändert dies auch zugleich den Zustand der Seele.
Ohne Luft und ohne Licht, liebe Leute, geht es nicht. Selbstverständlich gilt das gleiche auch im seelischen Bereiche.
Siebenmal habe ich meine Seele verachtet: Das erste Mal, da ich sie als demütig ansah, auf dass sie an Größe gewinne. Das zweite Mal, als ich sah, wie sie vor Verkrüppelten hinkte. Das dritte Mal, als sie zwischen Schwerem und Leichtem wählen konnte, und sie sich für das Leichte entschied. Das vierte Mal, als sie ein Unrecht beging und sich selbst damit tröstete, dass auch andere Unrechtes tun. Ein fünftes Mal, als sie etwas aus Schwäche unterließ und ihrer Langmut Stärke zuschrieb. Das sechste Mal, als sie die Hässlichkeit eines Gesichtes verachtete und nicht erkannte, dass es eine ihrer eigenen Masken war. Und das siebte Mal habe ich meine Seele verachtet, als sie zu einem Lobgesang anhob und das für Kunst hielt.
Sehnsucht nach dem Besten veredelt die Seel' unaufhörlich!