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26202 Sprüche gefunden

Wer erst im Kleinen untreu wird, von dem kann man sich voraussetzen, daß er nach einiger Zeit auch das Große versäumen wird.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Mit dem Werte des Menschen ist es wie mit den Diamanten, die bei einer gewissen Größe, Reinheit und Vollkommenheit ihren festen und bestimmten Preis haben, darüber hinaus aber unschätzbar sind und keine Käufer finden.

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Wenn das Glück, die leichte Dirne, Launisch dir den Rücken kehrt, Hebe doppelt kühn die Stirne, Gürte doppelt fest das Schwert. Rasch verwelkt ein Kranz aus Zweigen, Die du spielend dir gewannst; In der Not erst magst du zeigen, Wer du bist, und was du kannst.

Geibel, E., Gedichte. Spätherbstblätter. Sprüche, 32.

Man befindet sich nur wohl, wenn man das vorstellt, was man ist; man muß in Wahrheit den Charakter haben, den man vor der Welt haben möchte; sonst ist der, welcher die Welt zu täuschen wähnt, selber der Getäuschte.

Schröder (Hg.), Lichtstrahlen aus Friedrichs des Großen Schriften, gesammelt von Emilie Schröder, 3. vermehrte Auflage 1912 (EA: 1882). Widerlegung des Fürsten von Machiavel, Kapitel 18, 1740

Urteile nicht abschließend über einen Menschen, ehe du nicht weißt, wie er sich bei Erbschaftsangelegenheiten betragen hat. Ich habe manchen für feinfühlig, rücksichtsvoll und gutherzig gehalten, der urplötzlich eine fast gemeine Ichsucht entfaltete, als es die Teilung eines Nachlasses galt.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Das ist des Mannes Ehre, Daß er fest im Wechsel bleibt, Und die Wog' im Lebensmeere Nicht von seiner Bahn ihn treibt.

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Das Raubtier zeigt seine Natur, wenn es Blut, der Mensch, wenn er Geld sieht.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

So ist die Art der Menschen: wer gefallen ist, den treten sie.

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Wohl wär es besser, überall dem Herzen zu folgen, doch darüber würde man sich manchen guten Zweck versagen müssen.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 5. Akt, 1. Auftritt, Octavio

Schlechte Menschen ohne Geist, ohne Geschmack, Wenn sie noch so reich sind, bleiben nur Pack.

Ringelnatz, J., Gedichte. Flugzeuggedanken, 1929. Aus: Geld allein

Schon die herbste Prüfung des Charakters ist die, daß man sich, eben als »Charakter«, nicht einmal soll umsehen dürfen, wenn Gassenbuben nach uns mit Steinen werfen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Nach dem Falle soll man sogleich wieder aufstehen.

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Das ist das Unglück, daß ganze Völker wie einzelne Menschen um sich schlagen, nur um nicht sich schlagen zu müssen, daß sie das Unheil nach außen tragen, weil sie bei sich selbst nicht fertig werden.

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Willst du über den Charakter eines Einzelnen urteilen, so denke immer an die Gesamtheit.

Seneca, Vom Zorn oder Über den Zorn (De Ira). II, 31. Übersetzt von Otto Apelt (1923)

Es ist lächerlich, der eigenen Schlechtigkeit sich nicht entziehen zu wollen, was doch möglich, wohl aber der Schlechtigkeit anderer, was unmöglich ist.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 7,71. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Hinten herum Ein Mensch, der etwas auf sich hält, Bewegt sich gern in feiner Welt; Denn erst in weltgewandten Kreisen Lernt man die rechten Redeweisen, Verbindlich, aber zugespitzt Und treffend, wo die Schwäre sitzt. Es ist so wie mit Rektor Knaut, Der immer lächelt, wenn er haut. Auch ist bei Knaben weit berüchtigt Das Instrument, womit er züchtigt. Zu diesem Zweck bedient er nämlich, Als für den Sünder gut bekömmlich, Sich einer schlanken Haselgerte, Zwar biegsam, doch nicht ohne Härte, Die sich, von rascher Hand bewegt, Geschmeidig um die Hüften legt. Nur wer es fühlte, der begreift es: Vorn schlägt er zu und hinten kneift es.

Busch, W., Gedichte. Zu guter Letzt, 1904

Große Eigenschaften entschuldigen kleine Eigenheiten.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1899

In jedem Charakter ruht ein Verhängnis, in jedem Talent die Entwicklung seines eigenen Könnens. Ich kann nicht über mich. – Das ist die große Mechanik Gottes in der Menschenwelt.

Brachvogel, Friedemann Bach. Roman, 1858

Anwendbar Ein weich verpackter, Ein fein befrackter, Nicht sehr intakter Charakter. Den Vers, den hab ich im Voraus gemacht, Ganz ohne Objekt; ich hab halt gedacht: Ich mach ihn einmal, er wird schon passen, Man kann ihn brauchen in allen Gassen.

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Mensch und Partei Wuchs und Rasse spotten der Regel, Blut geht tiefer als Feldgeschrei: Edelleute und Herrgottsflegel Gibt es stets bei jeder Partei.

Henckell, Weltmusik. Neue Gedichte, 1918

Der Charakter ist die empirisch erkannte, beharrliche und unveränderliche Beschaffenheit eines individuellen Willens.

Schopenhauer, Die beiden Grundprobleme der Ethik, 1841. Preisschrift über die Freiheit des Willens