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26202 Sprüche gefunden

Die Liebe, die wahrhaftig Liebe sei, und nicht bloß eine vorübergehende Begehrlichkeit, haftet nie auf Vergänglichem, sondern sie erwacht und entzündet sich und ruht allein in dem Ewigen.

Fichte, Reden an die deutsche Nation, 1808. 8. Rede: Was ein Volk sei, in der höhern Bedeutung des Worts, und was Vaterlandsliebe

Die wahre Liebe, die ihrer höhern Abstammung treu bleibt und gewiß ist, erwärmt gleich der Sonne, so weit ihre Strahlen reichen, und erhellt verklärend alles in ihrem lautern Glanz.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 17. Oktober 1825

Die Liebe ist der sanfteste und beste Lehrer der Moral. Sie mäßigt alle Leidenschaften, diejenigen ausgenommen, die sie einflößt, sie verbessert Laster und auffallende Gewohnheiten, schmilzt das Herz um und bildet das Äußere.

Rochefoucauld, De la Rochefoucault's Sätze aus der höhern Welt- und Menschenkunde, deutsch hg. von Friedrich Schulz, neue verbesserte Ausgabe 1798 (EA: 1793)

Aber bei meiner Liebe und Hoffnung beschwöre ich dich: Wirf deine Liebe und Hoffnung nicht weg!

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Vom Baum am Berge

Die Liebenden fordern immer Glück voneinander, die Freunde geben es sich.

Prudhomme, Intimes Tagebuch und Gedanken

Die lieblich tun mit allen will, Die macht es keinem recht; Die Tausenden gefallen will, Gefällt nicht einem recht!

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851. Vermischte Gedichte und Sprüche, 23.

Ratsam ist und bleibt es immer Für ein junges Frauenzimmer, Einen Mann sich zu erwählen Und womöglich zu vermählen.

Busch, Bildergeschichten. Die fromme Helene, 1872

Des Mannes Seele beugt sich schauernd vor dem Heiligtum der hingebenden weiblichen Liebe.

Wildenbruch, Die heilige Frau, 1885

Liebe schwärmt auf allen Wegen, Treue wohnt für sich allein; Liebe kommt Euch rasch entgegen, aufgesucht will Treue sein.

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Lengefeld, im Dezember 1787

Daß Liebhaber und Geliebte nie Langeweile haben, wenn sie beieinander sind, kommt daher, daß sie beständig von sich selbst sprechen.

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Ich möchte nicht angefangen haben zu lieben, wenn ich je aufhören könnte.

Görres, J., Briefe. 23. März 1800

Wo Liebe ist und Weisheit, da ist weder Furcht noch Ungewißheit; wo Geduld und Demut, weder Zorn noch Aufregung; wo Armut und Freude, nicht Habsucht und Geiz; wo Ruhe und Besinnung, nicht Zerstreuung noch Haltlosigkeit.

Franz von Assisi, Mahnungen an die Brüder und Schwestern

Höchste Liebe schweigt. Nein, höchste Liebe tröstet den Beleidiger.

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Die Harmonie der Liebe Einst vom Schlummer überwältigt Lag ich auf der weichen Matte, Und im Traume nahte Phöbos, In der Hand die Leier haltend. Golden wiegten sich die Locken Auf der hohen Götterstirne, Und, den Feuerblick des Auges Seiner Sonne zugewendet, Griff er mutig in die Saiten. Da umrauschten Harmonien Himmlisch meine trunknen Sinne, Und das Lied des Götterjünglings Strömte feurig durch die Glieder. Plötzlich aber schwang der Sänger Auf sich von der stolzen Erde, Und, den goldnen Sternen näher, Schwand das hohe Lied des Gottes, Immer leise, immer leiser, Bis das Element des Einklangs Sich in süßes Wehn verwandelt. Da erwacht' ich, und, Apollos Liede noch begierig lauschend, Griff ich hastig nach der Leier, Um den Nachhall meines Herzens Auszuatmen in der Saiten Süß berauschendem Getöne. Doch ich suchte nur vergebens Nach der Harmonie des Gottes, Und der Saiten stimmte keine Mit dem himmlisch reinen Liede, Das mir tief im Herzen wogte. Finster starrt' ich in die Lüfte Und verwünschte meine Leier. Plötzlich aber weckten Küsse Mich aus meinen düstern Träumen. Leis' war Chloris hergeschlichen Und verscheuchte schnell den Unmut Durch das süße Spiel der Liebe. Ach, und jetzt in ihren Armen, Ihr am liebewarmen Busen, Strömte mir ein neues Leben, Neue Kraft durch alle Glieder, Und der Liebe süß'ster Einklang Wogte mir im trunknen Herzen Schöner, heiliger und reiner Als das Lied des Götterjünglings.

Körner, Th., Gedichte

Wer keine Liebe fühlt, muß schmeicheln lernen, sonst kommt er nicht aus.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 4. Bandes 2. Heft, 1823. Eigenes und Angeeignetes

Die heilige Liebe Fern von Gottes Herzen, Ihrem Heimatland, Ist die Seele einsam An die Welt gebannt. Ein geheimes trauern Winkt ihr himmelwärts, Doch ihr fehlt Verständnis Für den eignen Schmerz. Bis das Lied des Himmels, Bis sich niedersenkt Liebe - und die Sehnsucht Nach der Heimat lenkt. Liebe ist die Seele, Was dem Alpenkind Der verlornen Berge Ferne Lieder sind. Darum ist der Seele, Einz'ge Ruhefrist, Wenn sie ruht, wo einzig Ihre Heimat ist.

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Der Liebe Wundermacht Liebe kann nur dich erheben Aus dem Staub, der dich umwallt; Liebe nur verleiht dem Leben Heilig göttliche Gestalt. Frei ist nur, wen sie bezwungen, Glücklich nur, wen sie beglückt, Mächtig nur, wen sie durchdrungen, Und nur schön, wen sie geschmückt.

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Rechte Liebe Es wogt das reiche Leben, Ein wellenreicher Strom, Mit tausendfachem Streben Rings um den ernsten Dom. Indes in seinem Frieden Nur ein Gefühl sich regt, Das, was von der Welt geschieden, Doch alles in ihr trägt. Das, in der Welt verstummend, In allen Herzen tönt; Das, sich der Welt verhüllend, Allein die Welt verschönt. So steht die rechte Liebe, Die von der Welt nicht trennt, Und, mitten im Gedränge, Doch hoch und einsam brennt.

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Gebet um Liebe O ew'ge Liebe, heil'ge mich Mit deinen sanften Gluten, In meine Seele senke dich, Wenn meine Wunden bluten! Wenn ich aus dieser wüsten Welt Nach Licht und Rettung spähe, Ist nichts, was meine Hoffnung hält, Als deine sel'ge Nähe! O halte mich in deinem Arm, Mir graut vor dem Erkalten, Und mach' das Herz mir hell und warm Bis in die tiefsten Falten. Mit deiner Glut verzehre mich, In dir laß mich vergehen, Ich will nicht mich, ich will nur dich, In dir nur auferstehen! Du wirst mich einst aus aller Not Auf deinen Flügel heben, Denn außer dir ist Nacht und Tod, Und in dir Licht und Leben!

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Von zwei Frauen wähle man stets alle beide.

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Liebe ist dein Meister, denn sie meistert dich! Und der, den eine Närrin spannt ins Joch, Den kann man nicht ins Buch der Weisen schreiben.

Shakespeare, Zwei Herren aus Verona (The Two Gentlemen of Verona), Erstdruck 1623