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26202 Sprüche gefunden
Abschied Ich habe dir viel gegeben; Bewahr es gut, Wo fern vom Irren und Leben Es einsam ruht. Wie Schatten hingebreitet, Die kommen und fliehn, Auf deiner Seele gleitet Die Welt dahin. Doch in die tiefern Gründe Schau ich hinab, Ob ich dort wiederfinde, Was ich dir gab.
O Gott! ich verstehe ja wenig vom Lieben, aber daß es eine Qual sein muß, aufzuhören – so was begreif ich noch.
Feierlich, in wunderbarem Frieden Feierlich, in wunderbarem Frieden, ziehen die Gestirne ihre Bahn. Warum ist mir Ruhe nicht beschieden? Quält mich Reue? Plagt mich eitler Wahn? Nein, nichts such ich, was ich einst besessen, und was war, das hab ich nie bereut. Ruhen will ich und mich selbst vergessen – wunschlos ruhn in alle Ewigkeit. Doch nicht jenen Schlaf in Grabestiefe suche ich in kalter, dunkler Gruft. Atmen soll die Brust, als wenn ich schliefe, atmen will ich warme Sommerluft. Einer süßen Stimme will ich lauschen, die mir Tag und Nacht von Liebe singt. Über mir soll eine Eiche rauschen, die um meinen Schlaf die dunklen Zweige schlingt.
Lieber Name, den ich niemals nenne, Den ich lautlos nur mir selbst bekenne, Manchmal tönt auf Gassen, Plätzen, Wegen Mir dein Klang aus fremdem Mund entgegen. Manchmal auch aus eines Buches Zeilen Springst du auf und lädst mich zu verweilen. Aber immer schreck' ich scheu betroffen, Und mich dünkt, mein Herz läg jedem offen.
Die Liebe muß sich selbst ein ewiges zartes Geheimnis bleiben; wo sie sich begreift, da schwindet sie.
Der bescheidene Schäfer Mein Schäfer, ach! der ist bescheiden! Er liebt mich, zärtlich liebt er mich! Der Inbegriff von seinen Freuden, Sagt er mir öfters, sei nur ich: Doch bleibt er allezeit bescheiden. Jüngst ließ die Mutter uns alleine; Was denkst du, ist alsdann geschehn? Da stand er starr gleich einem Steine Guckt in den Hut und wollte gehn, Und ach, wir waren ganz alleine!
Zu deinen Augen der Weg wie weit, Zu deinem Herzen der Pfad verschneit, Nur seltne Gedanken zu dir gehn, Ihre Spuren im stäubenden Schnee verwehn, Und die Glut ward kalt, Wie ein Hirtenfeuer im Wald, Die einst so hoch zu lodern sich erkühnt. Und wenn's dem Schnee zu Füßen grünt, Wenn neuer Frühling mich umwittert, Ein weicher Tau an meiner Wimper zittert, Es grünt nicht dir, es taut nicht dir, Weit, weit entfremdet wardst du mir. Nur nächtens manch ein traurig Mal Lawinen sendest du zu Tal Und willst verheeren, was dir entrückt, Und willst zerstören, was mich beglückt. Ich aber geb' in freudigem Mut Meinen jungen Lenz in der Liebe Hut.
Brief VIII Berühre ruhig Berühre ruhig mit dem Zauberstabe das Ungenaue, das du um mich scharst, und du wirst wieder wissen, wie du Knabe und in der Dinge Freundschaft warst. Berühre nochmals, und es wird sich zeigen, daß dich die Liebende empfing, weil aller Glanz, den Himmlische verschweigen, aus deinem Neigen in sie überging. Ein drittes Mal berühr, um zu erfahren, daß Macht sich giebt und sich entzieht, und nun sei rein in deinem Offenbaren und sage dienend, was geschieht.
Wo die Liebe wohnt, wohnt Gott.
1. Welcher Lebendige, Sinnbegabte, Liebt nicht vor allen Wundererscheinungen Des verbreiteten Raums um ihn Das allerfreuliche Licht – Mit seinen Stralen u[nd] Wogen Seinen Farben, Seiner milden Allgegenwart Im Tage. Wie des Lebens Innerste Seele Atmet es die Riesenwelt Der rastlosen Gestirne Die in seinem blauen Meere schwimmen, Atmet es der funkelnde Stein, Die ruhige Pflanze Und der Tiere Vielgestaltete, Immerbewegte Kraft –
Wahre Freundschaft verdrängt den Neid, wahre Liebe die Koketterie.
Hohes fordert Anbetung, die höchste Erscheinung ist oft mit einfacher Liebe zufrieden.
Die verworfene Liebe Ich habe genug. Lust, Flammen und Küsse Sind giftig und süße und machen nicht klug. Komm, selige Freiheit und dämpfe den Brand, Der meinem Gemüte die Weisheit entwand. Was hab ich getan! Jetzt seh ich die Triebe Der törichten Liebe Vernünftiger an; Ich breche die Fessel, ich löse mein Herz Und hasse mit Vorsatz den zärtlichen Schmerz. Was quält mich vor Reu? Was stört mir vor Kummer Den nächtlichen Schlummer? Die Zeit ist vorbei. O köstliches Kleinod, o teurer Verlust! O hätt' ich die Falschheit nur eher gewußt! Geh, Schönheit, und fleuch! Die artigsten Blicke Sind schmerzliche Stricke; Ich merke den Streich. Es lodern die Briefe, der Ring bricht entzwei Und zeigt meiner Schönen: Nun leb ich recht frei. Nun leb ich recht frei Und schwöre von Herzen, Daß Küssen und Scherzen Ein Narrenspiel sei; Denn wer sich verliebet, der ist wohl nicht klug. Geh, falsche Syrene, ich habe genug!
Wer seine Heimath in der Liebe hier fand, – Der hat schon auf Erden den Himmel erkannt.
Scheiden, Leiden Und bist du fern, und bist du weit Und zürnst noch immer mir, Doch Tag und Nacht voll Traurigkeit Ist all mein Sinn bei dir. Ich denk' an deine Augen blau Und an dein Herz dazu - Ach, keine, keine find' ich je, Die so mich liebt wie du. Wie stand die Welt in Rosen schön, Da ich bei dir noch war; Da rauscht' es grün von allen Höhn, Da schien der Mond so klar. Du brachst die Ros', ich küßte dich, Ich küßt' und sang dazu: Wohl keine, keine find' ich je, Die so mich liebt wie du. Wohl bin ich frei nun wie der Falk, Der über die Berge fliegt, Vor dem die Welt, die schöne Welt Hellsonnig offen liegt; Doch hat der Falk sein heimisch Nest, Und wo wird mir einst Ruh'? Ach, keine, keine find' ich je, Die so mich liebt wie du. O schlimmer Tag, o schlimme Stund' Die uns für immer schied! Da sind aus meines Herzens Grund Geschieden Freud' und Fried'. Nun such' ich wohl durch Land und See Und habe nicht Rast noch Ruh'; Doch keine, keine find' ich je, Die so mich liebt wie du.
Ein Herz ist des andern Spiegel.
Die Liebende abermals Warum ich wieder zum Papier mich wende? Das mußt du, Liebster, so bestimmt nicht fragen: Denn eigentlich hab ich dir nichts zu sagen; Doch kommt's zuletzt in deine lieben Hände. Weil ich nicht kommen kann, soll, was ich sende, Dein ungeteiltes Herz hinübertragen Mit Wonnen, Hoffnungen, Entzücken, Plagen: Das alles hat nicht Anfang, hat nicht Ende. Ich mag vom heut'gen Tag dir nichts vertrauen, Wie sich im Sinnen, Wünschen, Wähnen, Wollen Mein treues Herz zu dir hinüberwendet: So stand ich einst vor dir, dich anzuschauen, Und sagte nichts. Was hätt ich sagen sollen? Mein ganzes Wesen war in sich vollendet.
Ach, daß der Liebesgott, so mild im Scheine, So grausam in der Prob' erfunden wird!
Die Liebe ist nicht ein bloßes Delirium, wenn sie auch vieles damit gemein hat. Ich nenne sie lieber ein Erkennen des Unendlichen im Endlichen oder die verwirklichte Idee; ein Erkennen, das wahr oder falsch, seraphisch oder dämonisch, Inspiration oder Wahnsinn sein kann.