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26202 Sprüche gefunden

Alle verlangen nach eines Fremden Liebe, doch da sind zwei Nachteile: Er wird weder bleiben, noch dich mitnehmen.

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Ich liebe dich so sehr, denn erst bei dir habe ich gelernt, mich wieder selbst zu lieben.

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Ohne Liebe ist das Leben Sklaverei.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Nachklang Rose der Liebe, in Schuld entsprossen, in Qual erblüht, mit Thränen begossen, o laß an Deinem Duft mich berauschen – die Seligkeit sollt ich um Alltagsglück tauschen? Ich will kein langes, kein reuloses Glück, Vollwonne nur einen Augenblick. Mein heimliches Glück, einer andern geraubt, mein ist es dennoch, stolz heb ich das Haupt, von der Sitte verdammt, von der Welt getadelt, Durch Sünde geächtet, durch Liebe geadelt.

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Liebe einzuflößen ist das unaufhörliche Bestreben der Weiber.

Börne, Fastenpredigt über die Eifersucht, 1818

Neues Gelübde Du sollst ihn wieder haben, Denselben ganz und gar Glückselig heitern Knaben, Der ich im Anfang war; Auf dessen Stirn geschrieben Ein Wort der Liebe stand, Dem, wie vom Sturm getrieben, Dein Herz sich rasch verband! Du sollst es nicht bereuen! Ob Erd' und Meer vergehn, So sollst du deinen Treuen Doch nimmer wanken sehn. Kein Schmerz soll mir zerspalten Die treue, starke Brust, Dich werd' ich mir erhalten, In Leiden dich und Lust! Und wie beim Morgenwehen Die dunkle Nacht verfliegt, So soll dem Gram geschehen, Der jetzt mich hat besiegt: Ein lindes Maienfächeln Weht in mein Herz hinein, Es soll dein liebes Lächeln Mir Morgensonne sein! O schau, schon kommt sie wieder, Die süße Frühlingszeit, Schon singen neue Lieder Die alte Zärtlichkeit. Ich fühl' mein Herz gesunden, Es schlägt so jung, so warm, Vernarbt sind alle Wunden: Dir lieg' ich, dir im Arm!

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Kann wohl Liebe, so scharf sie sieht, Gebrechen sehen?

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Die Blume der Liebe braucht kleine und große Regenschauer, um ihre Frische zu bewahren.

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Der Mensch nicht hat die Liebe, Sondern ist von ihr besessen.

Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854

In unserer Sprache unterscheiden wir zwischen Eros und Liebe. Wir wissen aber, wie man mit Leidenschaft beides lebt.

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Kennst du das herrliche Gift der unbefriedigten Liebe? Es versengt und erquickt, zehret am Mark und erneut's. Kennst du die herrliche Wirkung der endlich befriedigten Liebe? Körper verbindet sie schön, wenn sie die Geister befreit.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Aus >Vier Jahreszeiten – Sommer<

In der Liebe versinken und verlieren sich alle Widersprüche des Lebens. Nur in der Liebe sind Einheit und Zweiheit nicht in Widerstreit.

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Liebe besteht, solange Geld da ist.

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– Eine tiefste heiligschönste Kammer Im Herzen gibt's, die kein Verräther kennt. Die führt den Räthselnamen: Freud' in Jammer! Da ist es, wo ein Feuerlichtlein brennt, Hell, ungestört von der Zerstörung Hammer, Wie der auch frech die treue Burg berennt! Für unser Liebstes in Entbehrung dulden, O, aller Wonnen Wonn', o Huld der Hulden!

Coutelle (Hg.), Pharus am Meere des Lebens. Anthologie für Geist und Herz, hg. von Carl Coutelle [I. Ausgabe], 4., sehr verbesserte und vermehrte Auflage 1858 (EA: 1833)

An die Geliebte Göttin mit dem Rosenmunde, Mein ganzes Ich ist eine einz'ge Wunde, Mein Herz ein Apfel, wo der Liebe Made Sitzt drinnen und zerfrißt es ohne Gnade. Den Teig deiner Reize knet' ich stets in meinen Sinnen, Hoch gehrt er auf, als wäre Hefe drinnen; Du bist ein Löschpapier, das meine Sinnen trinket, Du bist ein Teich, worin mein Herz versinket. Von hartem Pockenholz ist dein Herz gedrechselt, Meine Seele hast du zu Spreu zerhexelt, Mein Tränenstrom könnt' einen Fixstern löschen, Doch kalt bleibst du, wie gesäugt von Fröschen. Auf deinen Wangen läßt sich's botanisieren, weil Rosen und Lilien dort florieren, Und von der Lippen rotem Unterkissen Hat Amor mich mit seinem Pfeil geschmissen. Wie den Schneemann sich die Straßenbengel, So aus Äther webten dich die Engel, All' ihre Schönheit schenkten sie der Einen, Daß sie nun selbst wie schwarze Kater scheinen. Und Hunde nach dem Hafen lechzen, Wie Raben nach dem Aase krächzen, Wie nach dem Blute dürst't der Floh, Nach deiner Liebe ächz' ich so. Die Uhren laufen vor Liebesglut schneller, Das Eis vor Sehnsucht schmilzt in dem Keller, Vor Liebespein brüllen die Mücken wie Kühe, Graubärtige Eichen fall'n auf die Kniee. Könnt' ich deine Liebe dadurch erhalten, Die Erde woll' ich wie einen Käse spalten, Ich schlüge die Sonne mit Keulen tot Und brächte sie dir zum Abendbrot. Ich kröche zum Schornstein der Welt hinaus, Ich brächte dir eine Engelslaus, Ich prügelte dem Mond die Hucke voll Und würde zuletzt vor Liebe toll.

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Liebe erzeugt Leben, aber Leben wird durch Liebe erst Leben.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Ich schau in die helle Nacht, und schau in den hellen Tag – und sehe dennoch nichts als einzig dich.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Anmutiger Vertrag Auf der Bank im Walde haben sich gestern zwei geküßt. Heute kommt die Nachtigall und holt sich, was geblieben ist. Das Mädchen hat beim Scheiden die Zöpfe neu sich aufgesteckt ... Ei, wie viel blonde Seide da die Nachtigall entdeckt! Den Schnabel voller Fäden, kehrt Nachtigall nach Haus und legt das zarte Nestchen Mit ihrem Golde aus. Freund Nachtigall, Freund Nachtigall, so bleib's in allen Jahren! –: Mir werd ein Schnäblein voll Gesang, dir eins voll Liebchens Haaren!

Morgenstern, C., Gedichte. Auf vielen Wegen

Wahre Liebe muß von innen her erweckt werden und nicht durch etwas Äußeres. Dienen kommt vor Eigennutz – das ist das Merkmal der Liebe.

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Wieder zieh man einen Pfaffen mangelhafter Sittlichkeit. Denn er machte sich zu schaffen mit der jungen Weiblichkeit. Ja, es ist das Los der Frommen, daß im Dienst der Liebe meist sie vom rechten Wege kommen, den ihr Amt sie wandeln heißt. Liebe, sagen sie, sei Tugend – doch sei Lieb auch Unmoral – und liebt einer dann die Jugend, gibt es vor Gericht Skandal. Schwer fürwahr ist zu entwirren dieses Zwiespalts Labyrinth; und wenn schon die Hirten irren, bleibt die Herde vollends blind. Seltsam! Doch lehrt die Erfahrung, daß das Volk es stets erkennt ohne Pfaffenoffenbarung wann man Liebe – Liebe nennt.

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»Muß denn immer gleich von Liebe die Rede sein?« – Ja.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Schnipsel, Die Weltbühne, 26.01.1932, Nr. 4 (Peter Panter)