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26202 Sprüche gefunden

Die unbeantwortete Liebe ist ohnehin die eifersüchtigste.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Zweiter Band. 13. Jobelperiode. 61. Zykel

Die Liebe klammert sich an alle Würzelchen, welche helfen können.

Keller, Das Tagebuch und das Traumbuch, Basel 1942 (posthum). Traumbuch, 17. September 1847

Ich kenne keinen heiligeren Besitz in dieser Welt als den Besitz an geliebten Menschen.

Wedekind, Die Zensur. Theodizee in einem Akt, 1907/08

Mancher ›Schlüssel zum Herzen‹ ist ein Dietrich.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

In der Liebe wie in der Kunst, Subtilität ist eine Tugend der Schwachen.

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Ich wache noch in später Nacht und sinne, wie ich dir etwas Liebes sagen möchte, dass ich dir einen Kranz von Worten flöchte, daraus du würdest meiner Sehnsucht inne, die mich nach deiner Gegenwart erfüllet, als wär' ich nur bei Dir gewahrt vor Sorgen, als lebt' ich nur in Deinem Blick geborgen, dem teuren Blick, der mich in Liebe hüllet.

Morgenstern, C., Gedichte. Und aber ründet sich ein Kranz, 1902

Die Flitterwochen verprassen die Liebe.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Zwiefache Glut Reichet, reicht mir Wein, o Mädchen, Vollauf, atemlos zu trinken! Ein verrat'ner Mann! Wie kocht es Mir im Busen – ich ersticke! Kränze von Lyäos' Blumen Gebt mir um die Stirn zu winden! Meine Schläfe glühn und toben. – Aber Eros' wilde Gluten, Herz, wie mag ich diese dämpfen?

Mörike, Anakreon und die sogenannten Anakreontischen Lieder. Revision und Ergänzung der J. Fr. Degen'schen Uebersetzung mit Erklärungen von Eduard Mörike, 1864

Wir lieben uns: Lasst uns zusehen, dass wir uns lieb behalten! Oder soll unser Versprechen ein Versehen sein?

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Dritter Teil, 1884. Von alten und neuen Tafeln

Wunsch Er. O wenn wir Sterne wären, du und ich, Mit Liebesglanz am schönen, blauen Himmel, Und du mit mir den Nachtweg durchs Gewimmel Mit Silberschrittlein gingst – wie wonniglich! Sie. Ja, selig wär' ich, so zu folgen dir! Doch ist's genug mir schon, darf ich nur wandern So treu dir nach, wie ein Stern folgt dem andern, Den Pfad, der auf zum Himmel führt von hier.

Poestion (Hg.), Isländische Dichter der Neuzeit in Charakteristiken und übersetzten Proben ihrer Dichtung, 1897

Waldnacht Ganz still ist's, – nur ein Rauschen schwillt durch die Bäume sacht, als ob sie flüsternd lauschen dem Schlummerhauch der Nacht. Und in dem großen Schweigen – da bin ich ganz allein, da bin ich ganz mein eigen: ganz nur Dein.

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War das die Liebe ... War das die Liebe, die mich gestern streifte, wie eines seidenen Gewandes Atem im Dunkel, wie ein windvertragner Duft, wie Harmonien aus der blauen Nacht, woher, du weißt es nicht, doch stockt dein Blut und horcht in die Geheimnisse der Dinge... und all dein Wesen flutet zögernd aus, du fühlst dich wie ein Strom die Welt durchrinnen und ahnst doch noch ein Mehr-als-diese-Welt, wie hinter feiner Schleier Wehr noch wartend, ein Himmelreich voll Blüten, Früchten, Sonnen, und lächelnd winkt, die dich so sehr gerührt.

Morgenstern, C., Gedichte. In: Christian Morgenstern Werke und Briefe. Kommentierte Ausgabe, Band I (Lyrik 1887-1905) und Band II (Lyrik 1906-1914). Hrsg. von Martin Kießig Verlag Urachhaus Johannes M. Mayer GmbH, Stuttgart Band I 1988, Band II 1992. Band I

Ich fragte eine Blume, einen Vogel und einen Menschen, was die Liebe sei, und die Blume blühte, der Vogel sang und der Mensch weinte.

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Wir Frauen, hat mal jemand gesagt, lieben mit den Ohren, gerade wie ihr Männer mit den Augen, wenn ihr überhaupt liebt.

Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray (The Picture of Dorian Gray), 1890

Zarte Liebe spricht in Farben Zarte Liebe spricht inFarben, Nicht inTönenwill sie fleh'n: Worte, die im Munde starben, In den Wangen aufersteh'n. Dir hab' ich in Aug' und Wangen Liebesworte blüh'n geseh'n; AchmeinSehnen und Verlangen Magst du stumm nun auch versteh'n. Lass, die mir im Munde starben, Meine Worte, schweigend fleh'n: Blühen will die Lieb' in Farben, Nicht in Tönen rasch verweh'n.

Hamerling, Ein Sangesgruß vom Strande der Adria, 1857

Kein Herz liebt wärmer und mit ganzer Seele hingegebener als das eines Mannes, dem sich noch einmal in den Jahren, wo wir keine Liebe mehr zu gewinnen hoffen dürfen, ein weibliches Wesen aufrichtig hinzugeben vermag.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Sei dir doch ja die Liebe kein »rätselhaftes« Gefühl. Du sollst suchen, dir klar zu machen, warum du liebst.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Wenn uns auf Erden etwas mit Zins und Zinseszins zurückgezahlt wird, so ist es unsere Menschenliebe. Ungeliebt durchs Leben gehen ist mehr als Mißgeschick, es ist Schuld.

Ebner-Eschenbach, Unsühnbar. Erzählung, 1890. 5. Kapitel

Wenn ich denke, dass ich nicht mehr an dich denke, denke ich immer noch an dich. So will ich versuchen, nicht zu denken, dass ich nicht mehr an dich denke.

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Die Liebe ist der Weg Gottes zu den Menschen, und der Weg des Menschen zu Gott.

Pseudo-Augustinus, De spiritu et anima, entstanden ca. 1162/70. 16. Kapitel

Alle wahre Liebe ist Liebe ohne Antwort, auf Antwort verzichtende Liebe.

Merian (Hg.), Heller wird mir jeder Tag. 365 lebensnahe deutsche Gedanken, auch Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1939