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Wieviel Schwanken und Quälen, wieviel Seelenarbeit und Seelenwandlung mag's geben, ehe ein Mensch sich so tief in den andern hineinpflanzt, – ja, so tief, dass die beiden nun wirklich aus einer Wurzel weiter wachsen müssen, wenn sie gedeihen wollen.
Nie versteht ein Liebender, daß was gewesen ist, einst nicht mehr gelten kann – es war doch aber einmal!
Wer heftige Liebe und wer kaum noch welche fühlt, ist gleich schwer zu befriedigen.
Was man leicht uns gewährt, das erzeugt keine längere Liebe.
Spätes Erkennen Ach, wär' ich fern geblieben! Vom Sehen kommt das Lieben, Vom Lieben kommt der Schmerz: Mit ihm rastloses Sehnen, Mit ihm unzähl'ge Thränen, In Thränen bricht das Herz! Das Herz, gebrochen eben, Kann fürder nicht mehr leben, Muß sterbend bald vergehen. Bringt Liebe solche Noth, Und kommt die Lieb' vom Sehen, So bringt das Sehen Tod! Ach wär' ich fern geblieben
Einem Unzufriedenen Das dir zumeist am Herzen nagt? O prüfe dich! du wirst gestehen, Das Leid nicht ist's, das dir geschehen, Und nicht die Sorge, die dich plagt. Du könntest sie zur Not vergessen, Doch nimmermehr das Traumbild dessen Was dein Geschick dir streng versagt. Nur dieses, und nur dies allein, Steht immerdar vor deinen Augen, Es darf dir Kraft und Mut entsaugen, Zerrütten dir dein innerst Sein; O Thorheit! Thorheit, unermessen! Für Güter, die du nie besessen, Erträgst du des Verlustes Pein!
Hoffnung beglückt mehr als die Erlangung des Ersehnten, die Träume der Liebe sind gewiss seliger, als die Wonne, die sie uns reicht.
Diese Liebe, diese Treue, diese Leidenschaft ist also keine dichterische Erfindung? Sie lebt, sie ist in ihrer größten Reinheit unter der Klasse von Menschen, die wir ungebildet, die wir roh nennen. Wir Gebildeten, zu Nichts Verbildeten.
Ein Herz, das liebt, ragt an des Himmels Zinne.
O Liebe! was soll es bedeuten, Daß du vermischest mit Todesqual All deine Seligkeiten?
Der hat nie wahren Schmerz erlebt, Der nicht der Liebe bittres Weh gefühlt.
Die Liebe ist eine Glocke, welche das Entlegenste und Gleichgültigste widertönen läßt und in eine besondere Musik verwandelt.
Wer kann der Liebe vorschreiben? Dem einfachsten und dem grilligsten Dinge in der grillenhaften Zusammensetzung, die man Mensch nennt. Dem Kinde, das bald mit elendem Spielzeug zu führen ist, bald mit allen Schätzen nicht angelockt werden kann. Dem Gestirn, dessen Weg man bald wie die Bahn der Sonne auf den Punkt auszurechnen imstande ist, und das oft schlimmer als Komet und Irrlicht den Beobachter trügt.
Philosophie taugt für die Liebe wie Wasser für das Feuer.
Manchem Hingeschiedenen erweist man die letzte Ehre; aber wer fragt nach der letzten Liebe?
Es ist einmal mein einziger Wunsch, meine einzige Sehnsucht, die einzige Art der Glückseligkeit, die ich mir denken kann – zu lieben und wieder geliebt zu werden [...].
Zwischen Freundschaft und Liebe ist der Unterschied, daß die erstere an alles denkt, die andre aber uns alles vergessen macht.
Die Liebe als Recensentin Der Kukuk hat ein einzig Lied Auf seinen Schatz erdacht, Das wird er nicht zu singen müd' Von früh bis in die Nacht. Sein Schätzlein sitzt auf grünem Zweig, Hört unermüdlich zu, Und denkt, es singt im ganzen Reich Doch keiner wie mein Kuku.
Ich weinte über eine Stelle aus »Die Kreise« von Emerson. Ich weinte, dass er mir zuvorgekommen war, und ich weinte vor Ergriffenheiten. »Keine Liebe kann durch inneren Eid und innerste Zuversicht so gebunden werden, dass sie gegen eine höhere Liebe gefeit wäre! In der Natur ist jeder Augenblick neu, das Vergangene wird immer aufgebraucht zu neuen Bethätigungen und vergessen. Das Kommende nur ist heilig. Nichts, nichts ist sicher, ist wahrhaft, als der Übergang vom armseligen Gewesenen zum reichen Kommenden. Die Menschen möchten immer gesichert sein! Wehe den Gesicherten! Nur insoweit sie es nicht sind, ist einige Hoffnung vorhanden für sie – – Menschen zu werden!« Über diese Stelle in »Emerson« weinte ich. Ich weinte, dass er mir zuvorgekommen war, ich weinte vor Ergriffenheiten.