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26202 Sprüche gefunden

Ich trage allein Ich klage still, Weil ich nicht will Daß man mich höre klagen; Ich trag' allein, Die Last ist mein, Kein andrer soll sie tragen.

Rückert, Gedichte. Pantheon, Erstdruck 1843. Fünftes Bruchstück. Zahme Xenien

Ein Haus mit tausend Zimmer Ein Haus mit tausend Zimmer Ist dieses Erdenhaus, Kaum hat man's halb besehen, So muß man schon hinaus; Der Kastellan, er tut sich verneigen: Er müsse die Räume noch anderen zeigen.

Kohlhauer, Gott! Gedichte, 1922

Das Leben ist nur eine Schlacht! Es sausen rechts und links In leichtem Tanz vorüber die Geschosse Wie Bälle, die ein spielend Schicksal schlägt. Wer erst die Kugel tief im Herzen trägt, dem gilt es gleich, Von welchem Feind sie kommt.

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Leben ist Tun und Leiden. Je wissender der Mensch, desto tiefer sein seelisches Leid.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

Ist es möglich, daß alle diese Menschen eine Vergangenheit, die nie gewesen ist, genau kennen? Ist es möglich, daß alle Wirklichkeiten nichts sind für sie; daß ihr Leben abläuft, mit nichts verknüpft, wie eine Uhr in einem leeren Zimmer - ?

Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910

Das Leben duldet keinen Aufschub.

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Handeln, wie der Geist es eingibt. Weitergeben, was Jesus lehrt. Auf bewährten Wegen Neues wagen.

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Aber das Leben ist im Grunde so fatal ernsthaft, daß es nicht zu ertragen wäre ohne solche Verbindung des Pathetischen mit dem Komischen.

Heine, Reisebilder und Reisebriefe. Reisebilder. Zweiter Teil. Ideen. Das Buch Le Grand. 1826. Kapitel 11

Hart, feindlich und ungerecht ist alles, was uns umgibt, Schranken sind überall ausgerichtet gegen die natürlichsten Regungen, preisgegeben ist man auf jedem Schritte der gemeinen Bosheit, und wehren muß man sich, wehren, um nicht vernichtet zu werden.

Laube, Böse Zungen. Schauspiel in fünf Akten, 1868

Denn aus der Kräfte schön vereintem Streben Erhebt sich, wirkend, erst das wahre Leben.

Schiller, Die Huldigung der Künste. Ein lyrisches Spiel, Erstaufführung in Weimar am 12. November 1804

Erst unter Kuß und Spiel und Scherzen, erkennst du ganz, was Leben heißt; o lerne denken mit dem Herzen, und lerne fühlen mit dem Geist.

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Es gibt Vieles, was das Leben reich, angenehm, stolz und ersprießlich macht. Aber es gibt nur Eines, was es groß machen kann: das ist die Größe dessen, der es führt.

Stammler, Worte an eine Schar, 3. erweiterte Auflage 1924 (EA: 1914)

Ich liebe die, welche nicht zu leben wissen, es sei denn als Untergehende, denn es sind die Hinübergehenden.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Zarathustras Vorrede

Die Seiltänzer Sie gehen über den gespannten Seilen Und schwanken manchmal fast, als wenn sie fallen. Und ihre Hände schweben über allen, Die flatternd in dem leeren Raum verweilen. Das Haus ist überall von tausend Köpfen, Die wachsen aus den Gurgeln steil, und starren Wo oben hoch die dünnen Seile knarren. Und Stille hört man langsam tröpfeln. Die Tänzer aber gleiten hin geschwinde Wie weiße Vögel, die die Wandrer narren Und oben hoch im leeren Bäume springen. Wesenlos, seltsam, wie sie sich verrenken Und ihre großen Drachenschirme schwingen, Und dünner Beifall klappert auf den Bänken.

Heym, Dichtungen und Schriften. Gesamtausgabe hg. von Karl Ludwig Schneider, Band 1, Lyrik, Verlag Heinrich Ellermann 1964. Oktober 1911

So spricht das Leben: Die Welt ist mein, Mich preisen die Blumen und Vögelein, ich bin der Tag und der Sonnenschein. So spricht das Leben: Die Welt ist mein. So spricht der Tod: Die Welt ist mein. Dein Leuchten ist nur eitel Pracht, Senkt Stern und Mond in ewige Nacht. So spricht der Tod: Die Welt ist mein. So spricht das Leben: Die Welt ist mein, und machst du Särge aus Marmelstein, Kannst doch nicht sargen die Liebe ein. So spricht das Leben: Die Welt ist mein. So spricht der Tod: Die Welt ist mein. Ich habe ein großes Grab gemacht, ich habe die Pest und den Krieg erdacht. So spricht der Tod: Die Welt ist mein. So spricht das Leben: Die Welt ist mein, Ein jedes Grab muß ein Acker sein, Mein ewiger Samen fällt hinein. So spricht das Leben: Die Welt ist mein.

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Antwort Du fragst mich, liebe Kleine, Warum ich sing' und weine, Du fragest, was mich schmerzt? Ich habe den Lenz versäumet, Ich habe die Jugend verträumet, Ich habe die Liebe verscherzt. Mir schwoll der Becher am Munde, Ich hatte nicht Durst zur Stunde, Ich ließ vorüber ihn gehn; Mir winkt' im grünen Laube Granate, Feig' und Traube, Doch hab' ich sie lassen stehn. Und als nun kam der Abend, Die Sonn' im Glanz begrabend, Da war mein Durst erwacht; Aber der Becher der Wonnen, Die Früchte waren zerronnen, Und dunkelte rings die Nacht. Die Welt hat mich verlassen; Nun sing' ich auf den Gassen Mein Lied, wie tief es schmerzt: Ich habe den Lenz versäumet, Ich habe die Jugend verträumet, Ich habe die Liebe verscherzt.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Zweites Buch. Berlin

Alles, was geschieht, ist Symbol.

Goethe, J. W., Briefe. An Carl Ernst Schubarth, 2. April 1818

Solange der Mensch noch etwas für sich selbst sein will, kann das wahre Sein und Leben in ihm sich nicht entwickeln, und er bleibt eben darum auch der Seligkeit unzugänglich [...].

Fichte, Die Anweisung zum seligen Leben, oder auch die Religionslehre (Vorlesungen), 1806. 9. Vorlesung

Wie kann ein Gut des Lebens so viel sein, als das Leben selbst, welches alle Güter einschließt?

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1840

Der Weg der Lebensgestaltung (der sog. ‹Entwicklungsgeschichte›) ist ein Drängen nach Freiheit.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

Nie erfahren wir unser Leben stärker als in großer Liebe und in tiefer Trauer.

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