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Man kann weise sein aus Güte und gut aus Weisheit.
Der Weise hat seinen Mund im Herzen.
»Weder lieben, noch hassen« enthält die Hälfte aller Weltklugheit: »nichts sagen und nichts glauben« die andere Hälfte.
Wenn Dich jemand will Weisheit lehren, so siehe in sein Angesicht. Dünket er sich noch; und sei er noch so gelehrt und noch so berühmt, laß ihn und gehe seiner Kundschaft müßig. Was einer nicht hat, das kann er auch nicht geben.
Allzu scharf macht schartig.
Sei weise! Geh nicht zu denen, welche von sich reden; sie kennen nur das eigne, liebe Ich. Ein feines Ohr vermeidet die Trompeten; der Weise hält am liebsten sich für sich. Geh nicht zu denen, welche von sich schweigen; auch sie verehren nur ihr liebes Ich. Sie wollen sich als große Schweiger zeigen; der Weise hält am liebsten sich für sich. Und mußt du doch als Mensch zu Menschen gehen. So sprich und schweig, doch beides nicht für dich. Das Sprechen sei für die, die dich verstehen. Das Schweigen für der andern liebes Ich.
Der kluge Kaufmann verbirgt seine Schätze, als wäre er arm. Der Edle verbirgt seine Weisheit, als wüsste er nichts.
Den Toren fesselt der Gewänder Pracht, Den Weisen nur der Schönheit stille Macht.
Der Weise muß zum Schein Oft Torheiten begehen, Sonst würde er allein Und unverstanden stehen.
Was würde aus uns ohne Liebe zur Weisheit, ohne Nachdenken, ohne Weltentrückung und ohne die vernünftige Verachtung, die uns das Wissen um die eitlen, vergänglichen und flüchtigen Dinge eingibt, von denen nur Geizhälse und Anspruchsnarren soviel Wesens machen, weil sie in ihnen gute und dauerhafte Güter sehen.
Wissen sollte man durch Weisheit ersetzen, dadurch wird Sorge schwinden. Alles nur mit dem Verstand zu erfassen wollen, wird Weisheit vertreiben.
Ein Weiser prüft und achtet nicht, was der gemeine Pöbel spricht.
Lehrbuch und Geschichte sind gleich lächerlich dem Handelnden. Aber auch kein stolzer Gebet als um Weisheit [sic], denn diese haben die Götter ein für allemal den Menschen versagt. Klugheit teilen sie aus, dem Stier nach seinen Hörnern und der Katze nach ihren Klauen, sie haben alle Geschöpfe bewaffnet.
Frei von Unruhe sind allein die Menschen, die für die Weisheit Zeit haben. Sie allein leben.
Die ganze Weisheit des Menschen sollte darin bestehen, jeden Augenblick mit voller Kraft zu ergreifen, ihn so zu benutzen, als wäre er der einzige, letzte. Es ist besser mit gutem Willen etwas schnell zu schnell thun, als unthätig zu bleiben.
Alle Narrheit erschöpfen – so gelangt man zum Boden der Weisheit.