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26202 Sprüche gefunden

Nur eine Weisheit führt zum Ziele, Doch ihrer Sprüche gibt es viele.

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851. Vermischte Gedichte und Sprüche. Vorangestelltes Motto

Anklagen Ein Thor, der klaget Stets and're an! Sich selbst anklaget Ein halb schon weiser Mann! Nicht sich, nicht and're klaget Der Weise an.

Herder, J. G., Gedichte. Bilder und Sprüche

Der Verstand paßt sich der Welt an, Weisheit sucht Einklang im Himmel.

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Trink' nicht in Hast, als sei's ein Spiel! Der Weise schießt nicht über's Ziel; Er trinkt bedächtig – aber viel.

Seidel (Hg.), Sprüche für Haus und Gerät, 1892

Partikularismus ist die Basis der Schwäche.

Bismarck, Reden. Im Zollparlament, am 16. April 1869

Die Weisheit ist diejenige Qualität, durch welche alles Handeln des Menschen einen idealen Gehalt bekommt.

Schleiermacher, Entwurf eines Systems der Sittenlehre, 1835 (posthum)

Es ist ein schlimmes Schicksal, wissend sein, Wo unser Wissen keinen Dank gewinnt.

Sophokles, König Ödipus, ca. 429-425 v. Chr

Sokrates Dich erklärte der Pythia Mund für den weisesten Griechen. Wohl! Der Weiseste mag oft der Beschwerlichste sein.

Schiller, F., Gedichte. Xenien und Votivtafeln aus dem Nachlass

Erwirb dir Gold, so viel du brauchst, und Weisheit, so viel du kannst.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Einkehr Mit vierzig Jahren soll man sich besinnen . . . Worauf? Auf das, was außen und was innen – und auf den Lauf der Sterne, die im kalten Kosmos schweben, sowie auch darauf: Wovon mag eigentlich der Bornemann leben –? Die Wiese summt und liegt grün eingesponnen – ich mittendrin; durch die geschlossenen Lider sagen tausend Sonnen, daß ich lebendig bin. Schreite die Straße der Einsamkeit empor, Stimmen hörst du wie nie zuvor … aus dem Äther kommen dir Einsicht und Stärke Laßler platzt vor Neid. Ich werde ihn ärgern, indem ich es nicht bemerke. Wolken ziehn über die Sonne. Es rührt sich kein Blatt. Stumm liegt der See; der Weise, der einmal begriffen hat, fragt nicht: Warum? Er betrachtet nur noch das Wie; er sieht die Kristalle zergehn, wenn es geschneit hat – Warum schneidet man sich eigentlich immer die Nägel, wenn man keine Zeit hat –? So schwingst du dich in die obern Regionen – mußt aber dennoch hier unten wohnen. Ein Vers von Morgenstern tanzt querfeldein: »Es zieht einen immer wieder hinein.«

Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Die Weltbühne, 23.07.1929, Nr. 30 (Theobald Tiger)

Die Weisheit in Sprüche einzudrechseln, Ist nimmermehr So verdienstvoll und schwer, Als sie in Thaten auszuwechseln!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Weiser Vorsatz Ich will nicht dein gedenken, Sollst nicht mehr bei mir sein In allem meinem Denken, In meinem ganzen Sein. Die Rose wird gepflücket Vom Sturm, an einem Tag, Den Felsen selbst zerstücket Ein einz'ger Donnerschlag. So will ich's auch erringen, Dem Alles ist geweiht – Schnell soll dies Herz erzwingen Sich die Vergeßlichkeit! Nicht, wie ja Alles müde Zu Grabe endlich schwankt, Nein, wie die Ros' verblühte, Und wie der Felsen wankt. So flieh miteinemSchlage Du Leid, so herb gesinnt, Dich tödt' aneinemTage, Vernunft, der rauhe Wind! Umsonst, umsonst ihr Mühen, Es trotzt ihr jede Stund – Nie wird des Herzens Glühen Besiegt vom weisen Mund!

Büchner, Frauenherz, 1862

Die Weltweisheit ändert und bessert die Menschen nicht.

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Der Weise erwartet Nutzen oder Schaden nur von sich selbst.

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Während der Weise aus der Torheit anderer neue Weisheit schöpft, wird der Tor in der Nähe des Weisen noch törichter.

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So nahe grenzt Wahres und Falsches, dass ein Weiser die geringste Übereilung vermeiden muss.

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Würde mir die Weisheit unter der Bedingung dargeboten, sie verschlossen zu halten und nicht zu verkünden, so würde ich sie zurückweisen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 6. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Si cum hac exceptione detur sapientia, ut illam inclusam teneam nec enuntiem, reiciam

Pure Weisheit liegt uns schwer, Thorheit schwer im Magen: Nur von Beiden das Gemisch Läßt sich gut ertragen.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Und der ist nicht weise, der sich dünket daß er wisse; sondern der ist weise, der seiner Unwissenheit innegeworden und durch die Sache des Dünkels genesen ist.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. An meinen Sohn Johannes 1799

Weise sein und lieben vermag kein Mensch.

Shakespeare, Troilus und Cressida (Troilus and Cressida), Erstdruck 1610

»So kommt denn«, fragst du, »nimmer weiter Das arme menschliche Geschlecht? So haben denn die edlen Streiter Umsonst gekämpft für Licht und Recht?« – Wir kommen weiter, trotz den Mängeln, Trotz allem, was uns täuscht und irrt, Ob auch ein Paradies von Engeln Die Erde nie erzeugen wird. Die Sonne wird, nach tausend Jahren, Wie heute, schwache Menschen sehn; Auch werden immer aus den Scharen Hervor erhabne Seelen gehn, Die unverletzlich die Gefahren Der Zeitenpestilenz bestehn. Die sind der Menschheit Licht und Leiter; Vor ihnen wird es hell und klar; Sie schreiten vor durch die Gefahr Und führen Menschenseelen weiter. Ein sieggewisser Göttermut Bezeichnet leuchtend diese Hohen; Sie sind die heiligen Heroen Auf denen Gottes Vollmacht ruht. Fern von des Lebens Wirbelkreisen, Und aus den Stürmen seiner Zeit Tief in die Ruh der Einsamkeit Hineinzuflüchten, ziemt dem Weisen, Der gern mit seinem Herzen spricht; Nur sich und Schätze seiner Gaben In ihrem Schoße zu begraben, Verhüllend das verliehne Licht, Wie die verkehrten Tugendhaften, Die heiligen Halbgötterschaften, Das ziemt dem weisen Manne nicht!

Tiedge, Die Einsamkeit, 1792