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Menschen von einigem Talent (wie Erhard) haben sich so sehr mit den gestickten Gewändern des Jahrhunderts umhangen, so viel Fremdes, was schön ist, umlegt ihr Eignes, das auch schön ist, daß man kaum zum eigentlichen Wesen durchdringen kann. Nehmt ihnen die Zeit ab: wie wenig sind sie von denen verschieden, auf die sie herabsehen! – Es sollte eine Abschälungstheorie geben, um den, der viel von der Zeit geborgt, doch nicht über den zu setzen, der wenig geborgt.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. Februar 1803

Man rühmt das achtzehnte Jahrhundert, daß es sich hauptsächlich mit Analyse abgegeben; dem neunzehnten bliebt nun die Aufgabe, die falschen obwaltenden Synthesen zu entdecken und deren Inhalt aufs neue zu analysieren.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus: Wilhelm Meisters Wanderjahren. Betrachtungen im Sinne der Wanderer, 1829. Aus Makariens Archiv

Wer aber kann vergangene Zeiten messen, die nicht mehr sind oder als zukünftige noch nicht sind? Es sei denn, daß jemand zu behaupten wagte, etwas messen zu können, was gar nicht ist. Während also die Zeit vorübergeht, kann man sie wahrnehmen, wenn sie aber vorübergegangen ist, ist es unmöglich, weil sie dann nicht mehr ist.

Augustinus, Bekenntnisse (Confessiones), entstanden 397-401. XI, 16

Unablässig, unaufhaltsam, allgewaltig naht die Zeit.

Chamisso, Gedichte. Aus: Der alte Sänger, 1833

Alles ist für eine gewisse Zeit, aber eine Frau bis zum Tode und Gott für immer.

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Eozän, das: Erste der drei großen Perioden, in die Geologen das Alter der Welt unterteilt haben. Aus dem Eozän stammen die meisten bekannten Witze.

Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

O! der ist aus dem Himmel schon gefallen, Der an der Stunden Wechsel denken muß!

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 3. Akt, 3. Auftritt, Max

Die Zeiten leben in der Geschichte durch ihre Anachronismen.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Unser Zeitalter ist seinem Wesen nach tragisch, also weigern wir uns, es tragisch zu nehmen. Die Katastrophe ist hereingebrochen, wir stehen zwischen den Trümmern, wir fangen an, neue kleine Gewohnheiten zu bilden, neue Hoffnungen zu hegen. Es ist ein hartes Stück Arbeit: Kein ebener Weg führt in die Zukunft; wir umgehen die Hindernisse jedoch oder klettern über sie hinweg. Wir müssen leben – einerlei, wie viele Himmel eingestürzt sind.

Lawrence, Lady Chatterleys Liebhaber, auch: Lady Chatterley und ihr Liebhaber (Lady Chatterley’s Lover), 1928

Weder Vergangenheit noch Zukunft gibt es, sondern es gibt eine Gegenwart [Vergegenwärtigung] der vergangenen Dinge, ferner eine Gegenwart [Vergegenwärtigung] der gegenwärtigen Dinge, schließlich eine Gegenwart [Vergegenwärtigung] der zukünftigen Dinge. Diese drei Zeitformen nehmen wir in unserem Geiste wahr, aber sonst nirgendwo.

Augustinus, Bekenntnisse (Confessiones), entstanden 397-401. XI, 20

Leichter ist eine Zeit zu schaffen als umzuschaffen, leichter sie umzuschaffen, als eine alternde zu verjüngen. Ist es etwas Erfreuliches, durch mühsame Heilkunst und lästige Lebensordnung ein hinfälliges Dasein zu fristen? Der denkende Baumeister hilft einem baufälligen Gebäude zu schneller Zerstörung, nur daß er es während dem Niederreißen stützt, damit herabfallende Balken nicht beschädigen.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [280]

Die Zeit entlarvt den Bösen.

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Im Schmerze wird die neue Zeit geboren.

Chamisso, Gedichte. Gelegenheitsgedichte. Aus: Auf den Tod von Otto von Pirch, 1833

Zeit bringt Rosen und nimmt sie wieder hin.

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Schönheit nicht wehrhaft Laßt uns in den Garten gehen, Schönes Lieb, damit wir sehen, Ob der Blumen Ehr, die Ros, So eure Farb gezeiget, Da sie heut der Tau aufschloß, Ihre Pracht noch nicht abneiget. Sieh doch, von wie wenig Stunden Ihre Schönheit überwunden, Wie zu Grund liegt all ihr Ruhm! Wie sollt man, Natur, dich ehren, Da du ein solch Blum Einen Tag kaum lasset wehren? Was ist es dann, daß ihr fliehet, Indem euer Alter blühet, Von meinet Lieb Süßigkeit? Ach, genießet eurer Jahren! Die Zeit wird eure Schönheit Nicht mehr, dann die Rosen sparen.

Weckherlin, Gedichte. Frühe Gedichte entstanden und gesammelt 1618/19; spätere Gedichte in: Gaistliche und Weltliche Gedichte, Amsterdam 1641, erweitert 1648

Der Heilige kann die Zeit nicht machen, aber er kann in seinen Handlungen der Zeit entsprechen. Wenn die Handlungen der Zeit entsprechen, so ist der Erfolg groß.

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We (Lüshi chunqiu), 239 v. Chr.; übersetzt von Richard Wilhelm 1928. Zweiter Teil. Buch XX - Schï Gün Lan. 4. Kapitel

Drei Dinge kehren nie: Der Pfeil, der abgeschossen, Das ausgesprochne Wort, Die Tage, die verflossen.

Daumer, Mahomed und sein Werk. Eine Sammlung orientalischer Gedichte, 1848. XLI. Omar spricht

Es gibt mehr Tage als Würste.

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Tag wird es auf die dickste Nacht, und kommt Die Zeit, so reifen auch die spätsten Früchte!

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 3. Akt, 2. Auftritt, Karl VII.

Glaube mir es steht unendlich viel in unserer Gewalt, wir haben unser Vermögen nicht gekannt – dieses Vermögen ist die Zeit. Eine gewissenhafte sorgfältige Anwendung dieser kann erstaunlich viel aus uns machen. Und wie schön wie beruhigend ist der Gedanke, durch den bloßen richtigen Gebrauch der Zeit, die unser Eigenthum ist, sich selbst, und ohne fremde Hilfe ohne Abhängigkeit von Außendingen, sich selbst alle Güter des Lebens erwerben zu können. Mit welchem Rechte können wir das Schicksal oder den Himmel darüber belangen, daß er uns weniger als andre begünstigte. – Er gab uns Zeit und wir haben alles sobald wir Verstand und ernstlichen Willen haben mit diesem Kapital zu wuchern.

Schiller, F., Briefe. An Ferdinand Huber, 28. August 1787

Verloren… Gestern, irgendwo zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, zwei goldene Stunden verloren, jede bestückt mit 60 diamantenen Minuten. Keine Belohnung ausgesetzt, denn sie sind fort für immer.

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