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26202 Sprüche gefunden

„Zeit ist Geld“ – ein kluger Spruch Und doch des heut’gen Lebens Fluch!

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Wert der Zeit Nie stille steht die Zeit, der Augenblick entschwebt, Und den du nicht benutzt, den hast du nicht gelebt. Und du auch stehst nie still, der gleiche bist du nimmer, Und wer nicht besser wird, ist schon geworden schlimmer. Wer einen Tag der Welt nicht nutzt, hat ihr geschadet, Weil er versäumt, wozu ihn Gott mit Kraft begnadet.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Die Zeit Solang du jung Treibst du die Zeit, Die lästig säumt, Wild vor dir her, Daß endlich sie bringt Was du erhofft, Was du ersehnt. Doch wenn du alt, Dann treibt sie dich, Wie du sie triebst, Und wickelt ab, Sausend und flugs, Dein Lebensgarn – Bald bist du vorbei!

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Lied der Welt Flieg hin, Zeit, du bist meine Magd, Schmück mich, wenn es nächtet, schmück mich, wenn es tagt, Flicht mir mein Haar, spiel mir um den Schuh, Ich bin die Frau, die Magd bist du. Heia! Doch einmal trittst du zornig herein, Die Sterne schießen schiefen Schein, Der Wind durchfährt den hohen Saal, Die Sonn geht aus, das Licht wird fahl, Der Boden gibt einen toten Schein, Da wirst du meine Herrin sein! O weh! Und ich deine Magd, schwach und verzagt, Gott sei's geklagt! Flieg hin, Zeit! die Zeit ist noch weit! Heia!

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Große Menschen nützen ihre Zeit – praktische nützen sie aus.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Ein Saatgefilde ist die Zeit, du erntest Lust, du erntest Leid – Der Tag hat seine Stunden und ihre Zeit die Nacht.

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Wo ist die gute alte Zeit? Wie ist die Jugend so verdorben! Das ist der Väter ew'ge Klage. Und sind die Väter gestorben, So hör' ich wieder der Söhne Frage: Wo ist die gute alte Zeit? Wie ist die Jugend so verdorben! So ging's und geht's in Ewigkeit.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Die Brüder Der Weekend traf den Weekbeginn: »Guten Morgen!« »Guten Abend!« Sie mochten sich anfangs nicht leiden, Und immer hatte von beiden Der eine ein unrasiertes Kinn. Trotz dieser trennenden Kleinigkeit Lernten sie doch dann sich leiden Und gingen klug und bescheiden Abwechselnd durch die Zeit Und gaben einander Kraft und Mut. Und schließlich waren die beiden Nicht mehr zu unterscheiden. Und so ist das gut.

Ringelnatz, J., Gedichte. Reisebriefe eines Artisten, 1927

Die Zeit heilt nicht nur alle Wunden, sie heilt auch alle Sünden.

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Zur Plage unseres Daseins trägt nicht wenig auch dieses bei, daß stets die Zeit uns drängt, uns nicht zu Atem kommen läßt und hinter jedem her ist, wie ein Zuchtmeister mit der Peitsche. – Bloß dem setzt sie nicht zu, den sie der Langenweile überliefert hat.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 12. Nachträge zur Lehre vom Leiden der Welt

Die Zeit geht schnell Lieb' Vöglein, vor Blüten Sieht man dich kaum, Im dämmernd beglühten Flüsternden Baum; Wann in Morgenfunken Sprüh'n Thäler und Quell, Singst du feuertrunken – Aber die Zeit geht schnell. Wie balde muß lassen Seine Blätter der Wald, Die Blumen erblassen, Die Gegend wird alt, Erstarrt ist im Eise Der muntere Quell – Rüst' die Flügel zur Reise; Denn die Zeit geht schnell.

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Jede Stunde ist einmalig an sich wie in Rücksicht auf uns; ist sie verflossen, so ist sie auf immer dahin.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688. Von der Mode

Die Zeit, die stirbt in sich und zeugt sich auch aus sich.

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Man kann nur theoretisch gegen sein Jahrhundert kämpfen.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Zähle nicht Monat’ und Tage! – Minuten nur und Sekunden!

Lavater, Taschenbüchlein für Weise, 1789. [100]

Dein Lob, o Zeit, verkündigen die Sterne, Und neu entdeckte Welten stimmen ein, Dem Ohr gibst du Gehör in weite Ferne, Dem Wort vermagst du Flügel zu verleih'n! Dem Geiste bringst du goldene Gewinne, Dem Auge eine Fülle neuen Licht's, Und tausendfache Reize jedem Sinne, Allein das Herz – dem Herzen gibst du nichts!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Die tausend Schritte, die ich täglich schreite Die tausend Schritte, die ich täglich schreite, Seitdem der tolle Wahn mein Herz besessen, Stets auf dem Weg, den ich nicht kann vergessen, Bald in der Sonne, bald des Monds Geleite; Wenn ich im Geiste sie zusammenreihte, Wieviel des Landes hätt' ich wohl durchmessen, Wie vieles hätt ich sehen wohl indessen Und hören können in der Fern' und Weite! Meinst du, daß du versammelt alle Strahlen Der Schönheit habest so an deinem Bette, Daß all die Weit' dagegen leere Schalen? Die Berge, Wälder, Ströme, Menschen, Städte! Womit willst du das Leben mir bezahlen, Das ich versitz' an deiner Liebe Kette?

Rückert, Gedichte. Lyrische Gedichte. Zweites Buch. Amaryllis, entstanden 1812; Erstdruck 1825

Die Zeit ist der Stoff, woraus das Leben gemacht ist, und in keinem Kaufladen finden wir neuen.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Der Zeitvertreib, die Neugier und Leserei

O die Zeit ist Ein wundertätger Gott. In einer Stunde rinnen Viel tausend Körner Sandes, schnell wie sie Bewegen sich im Menschen die Gedanken.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 6. Auftritt, Gordon

Wanderlust Die Zeit, sie orgelt emsig weiter, Sein Liedchen singt dir jeder Tag, Vermischt mit Tönen, die nicht heiter, Wo keiner was von hören mag. Sie klingen fort. Und mit den Jahren Wird draus ein voller Singverein. Es ist, um aus der Haut zu fahren. Du möchtest gern wo anders sein. Nun gut. Du mußt ja doch verreisen. So fülle denn den Wanderschlauch. Vielleicht vernimmst du neue Weisen, Und Hühneraugen kriegst du auch.

Busch, W., Gedichte. Schein und Sein, 1909

Niemand verteilt sein Geld unter andere, jedermann seine Zeit und sein Leben. Mit nichts in der Welt sind sie so verschwenderisch, als mit diesen Dingen, womit allein zu geizen nützlich und löblich wäre.

Montaigne, Essais, Erstdruck 1579, erste Gesamtausgabe 1595 (posthum)