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Der gewöhnliche Mensch ist nicht dankbar.
Keiner dankt dem Schatten, in dem er wandelt, weil er ihn nicht als geschenkt empfängt.
Man muß für schöne, liebe, frühlingsmäßige Momente in diesen üblen Zeiten dankbar sein.
Es ist schwer einzusehen, warum wir überschwänglich dankbar sein sollen für etwas, das wir nicht wollen, solange uns das, was wir wollen, vorenthalten wird.
Die Dankbarkeit ist eine Tugend, die vor empfangener Wohltat sich geräuschvoll ankündigt, um nach Erfüllung ihrer Wünsche meist geräuschlos zu verschwinden.
Dankbarkeit ist eine freie Kunst, von keinem Schulmeister lehrbar.
Den Anspruch auf Dankbarkeit verwirkt man, wenn man ihn geltend machen will.
Ich erfahre das Glück, daß mir in meinem hohen Alter Gedanken aufgehen, welche zu verfolgen und in Ausübung zu bringen eine Wiederholung des Lebens gar wert wäre. Also wollen wir uns, solange es Tag ist, nicht mit Allotrien beschäftigen.
Viele Gedanken heben sich erst aus der allgemeinen Kultur hervor wie die Blüten aus den grünen Zweigen. Zur Rosenzeit sieht man Rosen überall blühen.
Dichtungskraft Daß dein Leben Gestalt, dein Gedanke Leben gewinne, Laß die belebende Kraft stets auch die bildende sein.
Große Gedanken und ein reines Herz, das ist's, was wir uns von Gott erbitten sollten!
Einen Gedanken verfolgen – wie bezeichnend dies Wort! Wir eilen ihm nach, erhaschen ihn, er entwindet sich uns, und die Jagd beginnt von neuem. Der Sieg bleibt zuletzt dem Stärkeren. Ist es der Gedanke, dann läßt er uns nicht ruhen, immer wieder taucht er auf – neckend, quälend, unserer Ohnmacht, ihn zu fassen, spottend. Gelingt es aber der Kraft unseres Geistes, ihn zu bewältigen, dann folgt dem heißen Ringkampf ein beseligendes, unwiderstehliches Bündnis auf Leben und Tod, und die Kinder, die ihm entspringen, erobern die Welt.
Ein Mann, der sich im Gespräche mit seiner Frau widerlegt fühlt, fängt sogleich an, sie zu überschreien. Er will und kann, ja er soll beweisen, daß ihm immer, auch wenn er falsch singt, die erste Stimme gebührt.
Gedanken sind nicht stets parat, man schreibt auch, wenn man keine hat.
Wir sind zur Gemeinschaft geboren. Unsere gesellige Zusammengehörigkeit hat große Ähnlichkeit mit einem Steingewölbe, das einstürzen würde, wenn die Steine nicht durch ihre gegenseitige Lage dies verhinderten und eben dadurch den Bau haltbar machten.
Der Mensch tut gut daran, einen Bleistift bei sich zu tragen und die Gedanken, wenn sie kommen, niederzuschreiben.