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26202 Sprüche gefunden
An die Parzen Nur Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen! Und einen Herbst zu reifem Gesange mir, Daß williger mein Herz, vom süßen Spiele gesättiget, dann mir sterbe. Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht Nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht; Doch ist mir einst das Heil'ge, das am Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen, Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt! Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel Mich nicht hinabgeleitet; Einmal Lebt' ich, wie Götter, und mehr bedarf's nicht.
Schicksal, ich folge dir! Und wollt’ ich nicht, ich müsst’ es doch und unter Seufzen tun!
Wenn du nicht weißt, wie du mit dem Tode fertig werden sollst, so braucht dir das keinen Kummer zu machen; die Natur wird es dich zur rechten Zeit lehren, vollständig und ausreichend.
Der Junge kann sterben, der Alte muss sterben.
Das Sterben ist der Augenblick jener Befreiung von der Einseitigkeit einer Individualität, welche nicht den innersten Kern unsers Wesens ausmacht, vielmehr als eine Art Verirrung desselben zu denken ist: die wahre, ursprüngliche Freiheit tritt wieder ein, in diesem Augenblick, welcher, im angegebenen Sinn, als eine restitutio in integrum betrachtet werden kann.
Es ist besser, ein für allemal zu sterben, als in dauernder Erwartung des Todes zu leben.
Der Sonnen und deß Menschen Untergang Untergehn und nicht vergehn Ist der Sonnen Eigenschafft. Durch des Schöpffers Will und Krafft Stirbt der Mensch zum Aufferstehn.
Sie haben im Krieg manches von mir gelernt; jetzt sollen Sie auch noch lernen, wie man im Frieden stirbt.
Wie sich dies Lied ans Herz mir schmiegt Wie sich dies Lied ans Herz mir schmiegt, Bis leis die Tränen rinnen; Die ganze Frühlingssehnsucht liegt Verführerisch darinnen. Mir ist's, als hätt' auch ich gefühlt Des Liedes Glut und Minne, Als hätt' sein Ton mir aufgewühlt Die junge Kraft der Sinne. Mir ist's, als hätt' mein Lenz gewagt, Dem Lied sich zu vergleichen… Wenn ihr mich einst zu Grabe tragt, Spielt's hinter meiner Leichen. Wenn sich bei seinen Tönen regt Kein Lächeln, keine Gebärde, Ist's Zeit, daß ihr zur Ruh' mich legt Und Erde werft zur Erde. Der Wind, der über Veilchen strich Vom blauen, italischen Meer, Bringt keine Lenzluft dann für mich Und keine Lockung mehr.
Dryander mit der Komödiantenbande Mich brennts an meinen Reiseschuhn, Fort mit der Zeit zu schreiten – Was wollen wir agieren nun Vor so viel klugen Leuten? Es hebt das Dach sich von dem Haus Und die Kulissen rühren Und strecken sich zum Himmel 'raus, Strom, Wälder musizieren! Und aus den Wolken langt es sacht, Stellt alles durcheinander, Wie sichs kein Autor hat gedacht: Volk, Fürsten und Dryander. Da gehn die einen müde fort, Die andern nahn behende, Das alte Stück, man spielts so fort Und kriegt es nie zu Ende. Und keiner kennt den letzten Akt Von allen, die da spielen, Nur der da droben schlägt den Takt, Weiß, wo das hin will zielen.
Ich sag euch gute Nacht und trete willig ab. Sonst alles ist getan bis an das schwarze Grab.
An Vaters Sterbebett Ich saß an meines Vaters Sterbebett und sah sein stilles bleiches Angesicht. Im Zimmer dunkelte die Mitternacht. Ein schwacher Schimmer kam vom kleinen Licht. Den Blick nach oben und die Lider zu, so röchelte, der da im Bette lag, und bleich und groß und hehr schien das Gesicht, und einsam, totenstumm war das Gemach. Und ich – ich grub im Rätselgrund: "Wer ist es, der hier stöhnt? – Was schwindet hin? Wer ist, der um den letzten Atem ringt?" Und rang, umnachtet von dem Rätselsinn, Und Tausend - Ungezählte sah'n mich an aus fremden Zügen, die ich Vater nannte, ein ewiger Zug war's, der gestorben war, ewig der eine doch, der herzverwandte. Der Vater und des Vaters Vater war's, der noch im Bilde blickte von der Wand. Und jeder hatte einmal so erschaudernd gegriffen nach des Vaters Sterbehand; und einmal auch im Leben hatte jeder die Hand nach seines Sohnes Liebe ausgestreckt; und alle stummen Trauertränen hatten den finstern Gast, den Tod nicht fortgeschreckt. Du warst es ewig, du, der Ich sich nannte, und der doch immer nur der eine ist, der ewig ruhelos in die Ewigkeit verbannte, und den der Todmann sanft zur Ruhe küßt, damit er fort und fort im Staube schreite, am Rätsel löse und am Schauen webe. Damit er allen Erdentiefen Sinn, damit er tiefsten Gottesgrund erlebe –. Ich bin es, der hier stöhnt und der hier sinnt, ich reiche selbst im Leid mir Liebe zu, ich schloß die Augen längst, – immer weiter führt mich mein Rätsel weg aus ew'ger Ruh'.
Laß das Jagen Wenn die Wogen unten toben, Menschenwitz zu schanden wird, Weist mit feur'gen Zügen droben Heimwärts dich der Wogen Hirt. Sollst nach keinem andern fragen, Nicht zurückschau'n nach dem Land, Faß das Steuer, laß das Zagen: Aufgerollt hat Gottes Hand Diese Wogen zum Befahren Und die Sterne, dich zu wahren!
Ich werde eines Tages sterben! Wie? Ich werde sterben, ich, der spricht, ich, der sich fühlt und berührt, ich könnte sterben? Es bereitet mir einige Mühe, das zu glauben: denn schließlich ist nichts natürlicher, als daß die anderen sterben: man sieht es alle Tage: man sieht sie dahingehen und man gewöhnt sich daran; aber selbst sterben? Persönlich sterben? Das ist ein ziemlich starkes Stück.
Am schönsten stirbt der Zweig, der unter der Schwere seiner eignen Früchte erliegt.
Von Geburt an unruhige und ewig sich langweilend, wird er (der Mensch) nur des Lebens nicht überdrüssig; er möchte unaufhörlich leben. Krankheiten und Tod stoßen ihn ab von der Bekanntschaft mit einer anderen Welt. Alle Gewalt der Religion ist dazu erforderlich, ihn zum Nachdenken zu bewegen.