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26202 Sprüche gefunden

Das Letzte, was wir aneinander erleben, ist schließlich doch das Schmerzlichste.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1906

Aber an Sterbebetten ist es doch wie ein Klugwerden, das verachtet und verläßt, was groß dünkt, um zu bewahren, was groß ist.

Bezzel, Die Heiligkeit Gottes, 1916

Die Bäume, die wir gepflanzt haben, die Häuser, die wir gebaut haben, oder die Nachkommen, die wir gezeugt haben, alles dient dazu, das uns mit der Erde verbindende Band enger zu knüpfen und uns den Abschied zu verbittern.

Goldsmith, Der Weltbürger oder Briefe eines chinesischen Philosophen aus London an seine Freunde im Orient (The Citizen of the World or Letters from a Chinese Philosopher, residing in London, to his Friends in the East), 1762

Man muß entweder alleine sterben oder leben mit denen, die man liebt.

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Ob Himmel dich, ob Hölle einst umschließt? Zur Richtschnur sei dir dies empfohlen: Wenn eine Träne dir beim Sterben fließt, Dem Klugen wird's eine Lehre sein.

Roderich, In Gedanken. Vers-Aphorismen, 1907

Letzte Einkehr Noch wandert er; doch hinter ihm schon liegen längst die blauen Berge; kurz ist der Weg, der noch zu gehn, und tief am Ufer harrt der Ferge*. Doch blinket schon das Abendrot und glühet durch das Laub der Buchen; so muß er denn auch heute noch wie sonst am Wege Herberg suchen. Die liegt in grünen Ranken ganz und ganz vom Abendschein umglommen; am Tore steht ein blondes Kind und lacht ihn an und sagt Willkommen. Seitab am Ofen ist der Platz; schon kommt der Wirt mit blankem Kruge. Das ist ein Wein! – So trank er ihn vor Jahren einst in vollem Zuge. Und endlich schaut der Mond herein von draußen durch die dunklen Zweige; es wird so still; der alte Mann schlürft träumerisch die letzte Neige. Und bei des bleichen Sternes Schein gedenkt er ferner Sommertage, nur halb ein lauschend Ohr geneigt, ob jemand klopf' und nach ihm frage. (*Fährmann)

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Beim Sterben verstellt sich niemand, noch ist jemand arm.

Oesch (Hg.), Portugiesische Sprichwörter, ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Der Anfang der Belohnung ist die Seelenruhe beim Sterben.

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Selig preise nur den, der das Leben wonnenreich geschlossen hat.

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr

Traum ist alles Irdischen Erscheinung, Wahn ist jede liebende Vereinung, Und was Wahrheit wird genannt, ist Meinung.

Platen, Gedichte. Ausgabe 1834. Lieder und Romanzen

Ob nachts auch thränenfeucht dein Pfühl, Und heiß die ruhelosen Lider, Einst wirst du schlummern sanft und kühl, Und keine Sorge weckt dich wieder. Vergehe nicht in Angst und Qual, Es eilt die Stunde, dich zu retten; Vier Bretter nur braucht's dünn und schmal, Ein müdes Menschenherz zu betten. Und du auch findest eine Hand, Die Augen sanft dir zuzudrücken, Mit einer Blume, einem Band Dir Deinen Sarg noch auszuschmücken. Der Tod bring Ruhe deinem Harm, Die dir das Leben nie vergönnte; Halt aus: es ist kein Mensch so arm, Daß er nicht endlich sterben könnte.

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Es ist kein Mensch so arm, Daß er nicht endlich sterben könnte.

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Wer da stirbt, zahlt alle Schulden.

Shakespeare, Der Sturm (The Tempest), Erstdruck 1623. Dritter Aufzug, 2. Szene, Stephano. Übersetzt von A. W. Schlegel und Ludwig Tieck

Ich gehe an keinem gewaltsamen Unglück zugrund, sondern stolpere über einen Strohhalm.

Vischer, Briefe aus Italien, 1907 (posthum). 5. Dezember 1839

Leitsatz Fürcht' nicht die Stunde, da du stirbst. Die Welt, o glaub's nur, kann dich missen. Kein Stern, um dessen Licht du wirbst, Wird mit dir in den Tod gerissen. Solang du lebst, wirst du gebraucht. Soll dich das Leben nicht vergessen, Sorg, dass die Tat nicht untertaucht, An der du deine Kraft gemessen. Leb, dass du stündlich sterben kannst, In Pflicht und Freude stark und ehrlich. Nicht dich – das Werk, das du begannst, Mach für die Menschheit unentbehrlich!

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Das Sterben ist das letzte, was man anfangen kann.

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Dämmerung Stille, stille! Der Tag ist vergangen, Tief drunten verklangen Die letzten Stimmen, Im Zwielicht schwimmen Höhen und Wald – Ein Atem weht, Ein zitternd' Gebet Ringsum im Kreise – Und eine Seele geht Auf die letzte Reise.

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Das höchste menschliche Glück wäre, wenn wir glücklich sterben könnten.

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Lebensergebnis In angstvollen Nächten, Frierend und schaudernd, In Tagen, kalt und trostlos, Ist sie mir kund geworden, Die schreckliche Wahrheit; Hab' ich es kennen, Doch leider zu fassen nicht Gelernt, Das unerbittliche Gesetz; ohn' Erbarmen Ward er mir verkündet Mit ehernen Zungen, Unter Sturm und Klage, Der eisige Spruch der Parze: Du mußt, o Mensch! Begraben dein Liebstes, Oder du mußt, Du banger Geselle, Von deinem Liebsten Begraben dich lassen! – Von beiden welches Dünkt dir das Härt're? – Sinne und grüble In Tagen und Nächten Der Frage nach, Und schaudre und lerne Fassen und tragen Die schreckliche Wahrheit!

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Wenn ich gestorben bin, so drücke mir die Augen zu, und beweine mich nicht.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. An meinen Sohn Johannes 1799

Es gibt Leute, die so grotesk sind, daß sie beim Sterben den Todesgedanken zu profanieren scheinen.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)