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26202 Sprüche gefunden

Immer besser, immer heiterer!

Schwab, Schiller's Leben in drei Büchern, 1840. Das antwortete er Karoline, als sie ihn kurz vor seinem Tode fragte, wie es ihm gehe.

Was vollkommen ward, alles Reife – will sterben!

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Vierter und letzter Teil, 1885. Das Nachtwandler-Lied

Tüchtiges Leben endet auf Erden nicht mit dem Tode, es dauert in Gemüt und Tun der Freunde, wie in den Gedanken und der Arbeit des Volkes.

Freytag, Karl Mathy. Geschichte seines Lebens, 1870

Wir springen wie ein elektrischer Funken in die andre Welt hinüber.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Magische Philosophie

Wer nicht stirbt, lebt nicht.

Langbehn, Rembrandt als Erzieher, 90. Auflage 1936 (EA: 1890). V. Deutsche Menschheit. Christentum

Und sterbe ich, so ist es nur, als ob ein Schlafender sich auf die andre Seite kehrt, der Vogel seinen Flug ändert, die Welle ihren Weg.

Stehr, Aus den Tagebüchern, in: Die Weltbühne, 1924

Wohl bin ich nur ein Ton Im schönen Liede Gottes; Doch wie das schöne Lied Wird nimmermehr verklingen, So wird der Ton im Liede Auch nimmer gehn verloren, Nicht brechen sich am Grabe: Und was im Erdenleben Mit ihm zusammenklang, Wird einst mit ihm erklingen Zu freudigen Akkorden Im Strom des ewgen Liedes.

Lenau, N., Gedichte. Aus: Der Steirertanz

Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des Herrn Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.

Altes Testament. Der Prophet Jesaja (#Jes 40,6-8)

Weinet nicht! Weinet nicht, o weinet nicht Um die Lieben, die geschieden! Wenn ein Menschenherz hier bricht, Geht es ein zum ew'gen Frieden. Gönnt ihm, daß der Kampf vollbracht, Freut euch, daß es ausgerungen; Daß aus finstrer Erdennacht Es zum Licht ist vorgedrungen! Wir, die noch im Kampfe stehn, An der Last noch müssen tragen Und den letzten Gang noch gehn, Wir sind eher zu beklagen. Laßt es Freudenthränen sein, Die an teuern Gräbern fließen! – Hoffnungsblüten, duftig, rein, Mögen aus dem Staube sprießen!

Lüttringhaus (Hg.), Lebensworte aus dem Munde guter und großer Menschen aller Zeiten und Völker für Geist und Gemüt, hg. von J. D. Lüttringhaus, Lüdenscheid, um 1880

Was ein Sterbender sagt, wird immer bedeutsam; durch das Menschliche klingt das Ewige hindurch.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Um die Lippen aller Toten muß ein Lächeln spielen, ein wehes, mitleidiges Lächeln über all die Nichtigkeiten, mit denen die Lebenden die kurze Spanne Zeit, die ihnen noch gegeben ist, hastend ausfüllen. Wie erbärmlich erscheint vieles von dem, was uns leidenschaftlich bewegt – im Schatten des Grabes.

Merian (Hg.), Trotzdem. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1926

Herr, wie du willst, soll mir geschehn, Und wie du willst, so will ich gehn: Hilf deinen Willen nur verstehn. Herr, wenn du willst, dann ist es Zeit, Und wenn du willst, bin ich bereit, Heut und in alle Ewigkeit.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Ehe ein Vogel stirbt, werden seine Töne traurig; ehe ein Mensch stirbt, werden seine Worte gut.

Internet

Wenn man erst wüsste, auf welche Weise man sterben muss, dächte man nur noch an den Tod.

Prudhomme, Intimes Tagebuch und Gedanken

Die letzte Stunde wünsche ich mir nicht zu frühe und wünsche sie mir nicht zu spät.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Und ach!, wer tot zu sein wünscht, der ist es schon zur Hälfte.

Heine, H., Briefe. An Friederike Robert, Mai 1829

Als Michael Hahn im Sterben lag, sagte ein Umstehender: "Jetzt hört das Leben auf." Mit letzter Kraft richtete sich der Totgeglaubte auf und rief: "Nein, jetzt fängt das Leben an!"

Merian (Hg.), Heller wird mir jeder Tag. 365 lebensnahe deutsche Gedanken, auch Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1939

…sonder Anker sind wir vor dem Todessturz.

Euripides, Der rasende Herakles (auch: Der Wahnsinn des Herakles), zwischen 422 und 414 v. Chr.. V. 326. Amphitryon zu König Lykos

Liebe das Leben und fürchte den Tod nicht, das ist das Gesetz und die Propheten, die einzige wahre Seelenstimmung, um glücklich und alt zu werden.

Hufeland, Makrobiotik oder Die Kunst das menschliche Leben zu verlängern, 3. Auflage 1805 (EA: 1796)

Wir wissen ja, daß wir sterben müssen; warum wollen wir uns also nicht des Lebens freuen?

Petronius, Satyricon

Mit der Welt bin ich nun fertig, Gegenwärtig, Mit der Welt der Gegenwart, Einer besseren gewärtig, Reisefertig; Stör' o Welt, nicht meine Fahrt! Lass' du mich, wie ich dich lasse, 
 Ruhig gehn die eigne Straße, 
 Wir gehen besser ungepaart 
 Ich allein, und du geschart.

Rückert, Poetisches Tagebuch, 1850-1866 (aus seinem Nachlasse), 1888