Alter Sprüche

Sprüche über Alter

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Laßt zahme Xenien immer walten, Der Dichter nimmer gebückt ist. Ihr ließt verrückten Werther schalten, So lernt nun, wie das Alter verrückt ist.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 4

In der Silbe ›alt‹ strömt der ganze mythologische Fluß Lethe, aus dem die junge Frau Vergessenheit des Gatten schlürft.

Friedell (Hg.), Das ist klassisch! Nestroy-Worte, hg. von Egon Friedell 1922

Unsre Lebensalter sind die Lebensalter der Pflanze: wir gehen auf, wachsen, blühen, blühen ab und sterben.

Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 4 Bde., 1784-91. Erster Teil. Zweites Buch. II. Das Pflanzenreich unserer Erde in Beziehung auf die Menschengeschichte

Bei meinen Spaziergängen als wankender Greis fällt mir immer der 90jährige Kassier Lechner ein, der, wann man ihn frägt: ob er sich denn so allein zu gehen getraue, immer antwortete: "Ja, wissen's, in jeder meiner Taschen steckt eine Visitenkarte von mir, damit's die Leut gleich wissen, wer ich gewesen bin."

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Es ist schlimm, wenn man merkt, daß man alt wird, aber es ist schlimmer, wenn man es nicht merkt.

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… und nichts ist am Greise so lächerlich wie die Liebe, obwohl sie es außer anderen Wunderdingen oft zuwege bringt, ohne Rücksicht auf die Jahre ein erfrorenes Herz von neuem auflodern zu lassen.

Castiglione, Der Hofmann (Il Libro del Cortegiano), 1528

Mit dem Alter kommt Schlaflosigkeit – ein Wink, daß die Alten wachen sollen über und für die Jüngeren, die schlafen, und nachdenken über und für das Wohl der Unmündigen.

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Höher als die Kunst, mit Anstand alt zu werden, ist die Kunst, mit Anstand alt zu sein.

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Als ich jung war, fürchteten die Kranken mich, jetzt, da ich grau geworden bin, fürchte ich die Kranken.

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Nicht veraltet ist der Alte! Manche Narbe, manche Falte Schrieb die Zeit in ihren Grillen, Wider des Bewohners Willen, Oft mit schwerer Hand An die äußre Wand. In dem Innern stört den Alten Nicht der Polygraphin Walten! Keine Reue soll ihm wehren, Froh den letzten Kelch zu leeren, Den die Liebe kränzt, Hoffnung ihm kredenzt!

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Die spätesten Jahre des Lebens haben eine andere, gewiß oft eine höhere Bedeutung als die früheren, die drücken dem ganzen Leben das Siegel auf.

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Juni Ich lebe nun mein Leben in Gedanken, Lebendiger als in der Tat es war, Gehoben seh ich Hemmungen und Schranken, Hinweggeräumt Verlockung und Gefahr: Daß doch so gut es ging, Gott muß ich's danken, Nicht besser konnt' es gehn, viel schlimmer gar.

Rückert, Poetisches Tagebuch, 1850-1866 (aus seinem Nachlasse), 1888

Ich kann nicht mehr recht sehen, ich kann nicht mehr recht hören, ich kann nur noch lieben.

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Wie schön die Blätter älter werden. Voller Licht und Farbe sind ihre letzten Tage.

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Ich bin der Alte, sogar im Alter.

Förster (Hg.), Denkwürdigkeiten aus dem Leben von Jean Paul Friedrich Richter. Zur Feier seines hundertjährigen Geburtstages, 4 Bde., 1863

Stumpf werde ich wohl nicht so leicht werden, aber matt und müde.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Erwirb dir in der Jugend ein Alter im Geist, und du wirst im Alter eine Jugend im Herzen tragen.

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Wie die Jugend aus sich heraussingt, so singt das Alter in sich hinein.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Der Jugend gehört die Welt. Im mittleren Alter hat man nur noch Verpflichtungen. Im Alter landet man in der Abstellkammer des Lebens.

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Indes des Lebens dünner Zwirn verschleißt, Der Erbe lauert und die Gicht uns beißt.

Byron, Don Juan, 1819-24

Bei Gott! dachte er, ich werde alt. Warum hier?

Wolfe, Schau heimwärts, Engel (Look Homeward, Angel: A Story of the Buried Life), 1929