Alter Sprüche

Sprüche über Alter

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Nichts wird dort stehen bleiben, wo es jetzt ist, alles wird das Alter niederwerfen und mit sich fortreißen.

Seneca, Trostschrift an Marcia (De Consolatione ad Marciam). 26,6. Übers. Internet Originaltext: Nihil, quo stat loco, stabit; omnia sternet abducetque secum vetustas

Alles trägt das Alter mit sich fort, auch das Gedächtnis.

Vergil, Eklogen (Eclogae, auch: Bucolica oder Idyllen), ca. 42-39 v. Chr. 9,51. Übers. Internet Originaltext: Omnia fert aetas, animum quoque

Entschwunden ist die Jugend und die sittsame Farbe ließ nur Knochen, umhüllt von bleicher Haut.

Horaz, Epoden (Epodes), um 30 v. Chr. 17. Übers. Internet Originaltext: Fugit iuventas et verecundus color reliquit ossa pelle amicta lurida.

Je schwächer unsere Nerven werden mit den Jahren, desto mehr suchen sie sich den Genuß, das Reizmittel der Lebensübergänge zu schaffen.

Kayssler, Besinnungen, 1921

Auch die späten Jahre haben ihre Puppenspiele!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Die Jugend fragt: Wie bist Du? – Die reifen Jahre fordern Antwort auf die Frage: Was bist Du?

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

In späteren Jahren erstaunt man nur noch selten; aber die Gedankenleere, die Armut und Enge manches inneren Lebens, die bleibt immer wieder erstaunlich!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Im Alter "übrigbleiben", wie es die tiefsinnige deutsche Sprache nennt, das ist das Schwerste!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Gerade die späten Jahre bedürfen einer vertrauten, tröstenden Gemeinschaft, einer Stütze, – vor allem: der Liebe! – und gerade die letzte Wegstrecke müssen viele allein gehen!

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Die meisten werden mit den Jahren weitsichtig; mir scheint dies eine, dem Alter erteilte, feine Lehre: Kleinigkeiten in der Nähe allmählich übersehen zu lernen, um den klaren Blick in eine große Ferne zu schärfen.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Wie die sinkende Sonne die Erde umfasst: ihre Strahlen in warmes Rot getaucht, das nicht mehr blendet und versengt, nur noch wohltut und erfreut: so soll das alternde Herz, ehe es scheidet, seine Liebeskraft in milde, warme Güte tauchen und damit die Menschen umfassen.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Sei zufrieden, wenn du es dereinst dahin gebracht hast, mit Genugtuung auf deinen Lebensweg zurückzuschauen mit dem Bewusstsein, anderen mehr gewesen zu sein, als dir selbst.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Wenn Du unabwendbar Dein Alter kommen fühlst, wird Dir sein wie einem Schnellläufer, der unter lebhaftem Beifall dicht gedrängter Zuschauer den Siegeslauf begonnen hat und nun, dem Ziele nah, beim Umblick bemerkt, dass die meisten Sitze leer geworden oder von Fremden eingenommen sind, die kaum Anteil am Ausgange des Laufs und am Läufer nehmen.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Die sogenannten Jugendsünden werden nicht deshalb im Alter unterlassen, weil man sie nicht mehr begehen will, sondern weil man sie nicht mehr begehen kann.

Cossmann, Aphorismen, 2. Auflage 1902 (EA: 1898). Moral

In der Kindheit staunt man; im Jünglingsalter ahnt man; als Mann glaubt man, zu wissen; als Greis weiß man, dass man nichts weiß – und wird wieder zum Staunenden.

Peters, Aphorismen, 1931

Wer am Leben ermüdet, legt eine Forderung nach der anderen beiseite, wie einer, der abreisen will, alles Überflüssige wegwirft.

Ossenbach, Jenseits der Einsamkeit, 1927

Ich entstamme einem drahtigen und langlebigen Geschlecht. Einige meiner Vorfahren waren hundertjährige und einer von ihnen lebte 129 Jahre. Ich bin entschlossen, diese Bilanz fortzuführen, und schmeichele mir mit sehr verheißungsvollen Aussichten. Andererseits hat mir die Natur auch eine lebhafte Fantasie geschenkt ...

Electrical Review and Western Electrician, Nikola Tesla Receives Edison Medal, 1917. Übers. Internet

Wenn die Jugend ohne Feuer war, wird leicht das Alter ohne Wärme sein.

Dix, Aphorismen und Sinnsprüche, 1900

Eines Tages stehen wir mit weißen Haaren und kurz gebliebenem Hemdchen auf unserem Grabe und versuchen vergebens, es länger zu ziehen.

Kayssler, Wege − ein Weg. Eine Auswahl aus Gedichten, Prosa und Aphorismen, 1929. Drittes Buch: Besinnungen. Zweite Folge (1929)

Altern − das heißt, sich nicht mehr erneuern.

Keiter, Lebenssprüche und Zeitbetrachtungen, 1910

Tragödie: Man altert auch, wenn man nie jung gewesen ist.

Engel, Herr Adam und Frau Eva. Dritte Folge, 1928