Alter Sprüche

Sprüche über Alter

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Derjenige nämlich, der in seinen Beschäftigungen und Arbeiten lebt, bemerkt nicht, wann das Alter sich anschleicht.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Semper enim in his studiis laboribusque viventi non intellegitur quando obrepat senectus

Es ist nicht nur kein Vorwurf, sondern vielmehr der höchste Ruhm des Alters, dass es Vergnügungen nicht mit großer Anstrengung erstrebt.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Non modo vituperatio nulla, sed etiam summa laus senectutis est, quod ea voluptates nullas magno opere desiderat

Das Alter ist von Natur aus redseliger.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Senectus est natura loquacior

Bei einem zerbrechlichen Körper fällt eine jede Widrigkeit zur Last.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: In fragili corpore odiosa omnis offensio est

Der Lohn des Alters aber ist die Erinnerung und die Fülle an zuvor erworbenem Gut.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Fructus autem senectutis est [...] ante partorum bonorum memoria et copia

Was aber ist abstoßender als ein Greis, der gerade zu leben beginnt?

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 13. Brief. Übers. Internet Originaltext: Quid est autem turpius quam senex vivere incipiens

Nicht einmal Schönheit und Kraft können dich glücklich machen: Nichts davon übersteht das Alter.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 31. Brief. Übers. Internet Originaltext: Ne forma quidem et vires beatum te facere possunt: nihil horum patitur vetustatem

Wenn du als Greis die Taten und Worte vieler missbilligst, lass dir in den Sinn kommen, was du als junger Mensch selbst getan hast.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 1.16. Übers. Internet Originaltext: Multorum cum facta senex est dicta reprendas, fac tibi succurrant, iuvenis quae feceris ipse

Die Alte Frau Täglich sitzt sie in Erinnerungen, Ihre Hände auf den Knien verschlungen. Eingesponnen in ihr Traumgewebe, Schaukelnd auf versunkner Zeiten Schwebe. Ihre Quellen haben sich geschlossen, Sind ins Innere zurückgeflossen; Auf dem dunklen Seelenspiegel jagen Sich die Schatten von gelebten Tagen. Immer weht es aus dem Unsichtbaren: Ist sie nicht die Gleiche wie vor Jahren? In dem unterirdischen Verstecke Sprengt ihr frühes Selbst die leichte Decke, Drängt mit ungebrochnen Schmerzgewalten Sich im Bild der Seele zu gestalten. Scheu verschlossne Sehnsuchtstriebe springen, Zitternd, sich aufs neue darzubringen. In dem Sternenglanz der Allmacht spiegelt Sich ihr Sein vollendet und entsiegelt.

Lachmann, H., Gesammelte Gedichte, Potsdam 1919

Wenn dir am Ende des Greisenalters noch Reichtümer übrig sind, sorge dafür, dass du als freigiebigiger, nicht als sparsamer Freund lebst.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 3.9. Übers. Internet Originaltext: Cum tibi divitiae superent in fine senectae, munificus facito vivas, non parcus amicus

Mit den Alten soll man ratschlagen und mit den Jungen fechten.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Ein Alter sieht besser hinter sich als ein Junger vor sich.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Man adjungiert alten Leuten junge, ich glaube es wäre in vielen Fällen besser, wenn man manchen jungen Leuten alte adjungierte.

Lichtenberg, Sudelbuch L, 1796-1799

Wenn zwei Personen, die sich jung gekannt haben, alt zusammen kommen, so müssen tausend Gefühle entsteh'n.

Lichtenberg, Sudelbuch L, 1796-1799

Den Menschen ist das Alter eine schwere Last.

Erasmus von Rotterdam, Lob der Heilkunst (Encomium artis medicae), 1499. Übers. Internet Originaltext: Grave mortalibus est onus senecta

Ergrautes Haar macht die Gemüter mild.

Horaz, Gedichte (Carmina). 3, 14, 25. Übers. Internet Originaltext: Lenit albescens animos capillus

Viele Annehmlichkeiten bringen die Jahre, wenn sie kommen, viele davon nehmen sie mit sich, wenn sie gehen.

Horaz, Die Dichtkunst (Ars poetica = Epistula ad Pisones). 175-176. Übers. Internet Originaltext: Multa ferunt anni venientes commoda secum, multa recedentes adimunt

Das Schönste, was man erlebt, wenn man alt zu werden anfängt, ist, dass einem ein eigenes Gefühl für die Jugend aufgeht, für ihre Frische, ihren Eifer, ihre Hoffnung und ihre dunkle Zukunft. Und so empfindet man die Wiederaufstrebenden köstlich als eine aufziehende Ablösung der Scheidenden.

Pauly, Aphorismen, 1905

Das Alter verbirgt den Lüstling, das Alter offenbart ihn.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Aetas cinaedum celat, aetas indicat

Vergeblich wünscht man sich die Jugend zurück, ist man schon im Alter angekommen.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Frustra, cum ad senectam ventum est, repetas adulescentiam

Der Mensch zieht sich mit dem Alter, wie eine Schnecke vor der Winterkälte, in immer tiefere Kammern seines Innern zurück.

Pauly, Aphorismen, 1905