Alter Sprüche
Sprüche über Alter
1145 Sprüche in dieser Kategorie
Wie die Lunge des Neugeborenen rosig, die des Alten grau ist, so die Seelen – und gar die Hirne!
Ende Wie matt dein Lieben! Dein Herz wie alt! Die Funken zerstieben, Der Herd wird kalt. In heißen Essen Geschmiedet Glück Nun rostzerfressen – Was blieb zurück? All dein Vollbringen Was hats vollbracht? StandeinGelingen In deiner Macht? Die Götter ließen Dich unverdient Manch Glück genießen – Hast dus gesühnt? Nun Sonnenwende. Der Sommer sank … Nicht klagen ums Ende – Das sei dein Dank.
Und so bleibt denn im höchsten Alter uns die Pflicht noch übrig, das Menschliche, das uns nie verläßt, wenigstens in seinen Eigenheiten anzuerkennen und uns durch Reflexion über die Mängel zu beruhigen, deren Zurechnung nicht ganz abzuwenden ist.
Auch wir werden alt werden [...] und Furchen und Falten werden sich in unser Gesicht graben und das Herz wird müde werden des frohen Glaubens seiner Jugend und müde der bunten Hoffnungen, mit denen es sich freute und über alle Enttäuschungen hinweglachte.
In der Antipathie gegen alte Frauen ist viel von der Barbarei früherer Zeitalter, von Zeitaltern, in denen auch die Krankheit als eine Schuld galt […].
Alter und Tod nagen wie zwei Wölfe an allen Geschöpfen, ob stark oder schwach, ob klein oder groß.
Die Frau des Alternden Es ist nicht mehr, wie in den ersten Jahren, Da sie einander liebten, überreich – Ein Frühherbstschimmer, wie der Reif so bleich, Ruht heute schon auf seinen müden Haaren, Doch sie blieb unversehrt und mädchengleich. Und immer noch, wenn sie auf Wiesen gehen, Und sie sich eng an seine Schulter lehnt, Weiß er, daß sie nichts anderes ersehnt, Als dies: mit ihm auf ihren jungen Zehen Durchs Land zu schreiten, das sich blühend dehnt. Da ist sie noch ganz sein – auch in den Nächten, Wenn schwerer Duft von dunkeln Beeten weht. Und seiner Inbrunst, die schon fast Gebet, Begegnet sie im Golde loser Flechten Und gibt ihm reicher, als er selbst erfleht. Doch wenn des Abends einmal Geigen klingen, Und ihr geschmeidig schlanke Tänzer nahn, Da sieht sie ihn so fremd und fragend an, Und plötzlich ist sie voll von fernen Dingen, Wie einem andern Zauber aufgetan. Und wenn sie dann aus schmiegsamen Armen Zu ihm zurückkehrt, der so sehr allein, Hat sie ein Lächeln, heimlich, kühl und fein, Und Blicke voll verschwiegenem Erbarmen Und Worte wie Verzichten und Verzeihn.
In der Antipathie gegen alte Frauen ist viel von der Barbarei früherer Zeitalter, von Zeitaltern, in denen auch die Krankheit als eine Schuld galt, und wo man die Alten, wenn sie nichts mehr leisteten, einfach ersäufte.
Bin ich von außen gleichwohl noch recht jung, von innen bin ich hochbetagt.
Wie der Uhren Schlag mir die Stunden, der Sonne Lauf mir die Jahre zuzählt: so lebe ich, ich weiß es, immer näher dem Tode entgegen. Aber dem Alter auch? dem schwachen stumpferen Alter auch, worüber Alle so bitter klagen, wenn unvermerkt ihnen verschwunden ist die Lust der frohen Jugend, und der inneren Gesundheit und Fälle übermüthiges Gefühl?
Ein alter Mensch hat die ganze Natur zum Feinde.
Ein verliebter Alter ist wie eine Blume im Winter.
… aller Uebel Unseligstes, verliehen uns die Ew'gen Das Alter, wo die Wünsche Noch glühend sind, die Hoffnung längst erloschen, Versiegt der Freuden Quell und stets sich häuft Das Weh, in das kein Tropfen Wonne träuft.
Der Gerührte Ich habe gern verlassen Den lauten Tod der Stadt, Der tausend Fratzen hat, Die gelbe Nacht der Gassen. Ich schreite in den weiten, Silbrigen Himmel ein; Die frommen Glieder gleiten Tief in das sanfte Sein. Ich bin im weißen Leuchten Von Wolke, Wiese, Wind. Bin Baum, bin Dorf, bin Kind ... Wie sich die Augen feuchten. – Bald wird am Silberende Der grüne Abend stehn ... Ich hebe selge Hände – Will ihm entgegengehn –
Ich suche jetzt vor mir selber die angenehmen Empfindungen zu vergrößern und die traurigen zu unterdrücken. In meiner Jugend verfuhr ich umgekehrt.
Ich bin nicht mehr in den Jahren, wo man das Leben von vorn anfängt.
Im Alter, in jener Zeit der Erstarrung, wo man andere Vergnügungen weder zu bieten noch zu empfangen vermag, welch reiche Quelle ist dann die Lectüre und das Nachdenken!
Der Alte Der weisheitvolle Greis, der gegenwärtge Zeiten Hofmeisterlich belehrt, der Freund der Schwierigkeiten, Ist hämisch, mißvergnügt, der Erben Trost und Last, Und hoffet, scherzt und liebt so frostig, als er haßt: Nichts rührt sein schlaffes Herz, als kluge Münzgesetze, Des Reichthums Majestät, die Heiligkeit der Schätze, Die er mit List, mit Furcht, die ihn zum Sklaven macht, Erwuchert, sammlet, zählt, umarmt, versteckt, bewacht, Verehrt, verschont, beseufzt. Scharf, und wie Schiffer pflegen, Sieht er nach Luft und Wind, und wittert Sturm und Regen, Scheut so den kürzesten, als längsten Tag im Jahr, Den Frühling, wie den Herbst, lebt mäßig wie Cornar, Auch eh' ihm noch der Arzt die Hungercur empfiehlet: Bis ihn des Todes Geiz dem schönen Gelde stiehlet.
Brüchig sind auch Spiegel.