Alter Sprüche
Sprüche über Alter
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Die Alten Da haben sie ihr Lebtag sich gequält, Von früh bis spät geschuftet und geschunden. Und, wie der Eingekerkerte die Stunden Die Jahre ihres Arbeitsjochs gezählt. Nun klingt die Glocke endlich: Frieden! Frieden! Und Feierabend! Ihres Käfigs Tor Ist endlich offen und sie stehn davor, Nun ist auch ihnen einmal Ruh' beschieden! Erlösung! Ruh'! Wie sie das langsam schlürfen, Wie sie das kosten werden bis zum Grund, Dies selig süße Nichtmehrsorgendürfen! Nicht mehr sich plagen müssen wie ein Hund! Dies große Glück! … Und ihre Hände schlingen Sich ineinander, und die Augen sprühn … – Da läutet in der Luft ein Sensenklingen – – – Da mäht der Tod sie an der Schwelle hin! Ach, ihres Glückes einzig karge Spende Nach all der Arbeit, Mühe, Sorg und Not War nur, – daß sie, verschlungen Herz und Hände, Gemeinsam gehen durften in den Tod.
Und das Alter streckt aus die Hand, die Schönheit zerstört, und kommt herbei mit lautlosem Schritt.
Mit immer größerer Sehnsucht blickt man den Jahren nach, die uns verlassen; durch Erinnerungen winkt man sie zurück – vergebens ... das Pendel hat nur verneinende Bewegungen.
Die echte Konversation Hält weder früh noch Abend Stich; In der Jugend sind wir monoton, Im Alter wiederholt man sich.
Greise, die ihr Äußeres zu sehr vernachlässigen oder sich übertrieben herausputzen, vermehren die Zahl ihrer Runzeln und sehen umso hinfälliger aus.
Jung sein ist schön; alt sein ist bequem.
Im Alter Ich bin so müd, so herbstesschwer und möcht am liebsten scheiden gehn. Die Blätter fallen rings umher; wie lange, Herr, soll ich noch stehn? Ich bin nur ein bescheiden Gras, doch eine Ähre trag auch ich, und ob die Sonne mich vergaß, ich wuchs in Dankbarkeit für dich. Ich bin so müd, so herbstesschwer, und möcht am liebsten scheiden gehn, doch brauche ich der Reife mehr, so laß mich, Herr, noch länger stehn. Ich will, wenn sich der Schnitter naht und sammelt Menschengarben ein, nicht unreif zu der Weitersaat für dich und deinen Himmel sein.
Das Alter, der Mondschein des Lebens, hat keine Gewitter der Leidenschaften; aber unter dem frühern Sonnenschein blitzen sie.
So wolle Gott Preußen erhalten, mannigfach und doch eins, wie das edle Metall, das aus vielen Metallen zusammengeschmolzen doch nur ein einziges und edles ist, keinem andern Rost unterworfen, als dem verschönernden der Jahrhunderte.
Des Weibes Blätterfall Du frägst, mein Freund, wie sich wohl künden »Das Altern« mag in Seel' und Leib, Was leiden mag und was empfinden, – Beginnt's zu altern erst – das Weib? Noch eh' im Spiegel es gewahr wird, Daß seine Jugend ihm entweicht, Noch eh' es ihm im Herzen klar wird, Daß sich das Alter zu ihm schleicht, Sagt's ihm des Mannes Blick, ich glaube Der nach ihm nimmer gierig langt, Weil – wie die Gais am jungen Laube – Des Mannes Blick an Jugend hangt! Noch ist das Weib von Reiz umstrahlet, Von Kraft und Fülle die Gestalt Wie sich am ersten Herbsttag malet Im Sonnenstrahl der Eichenwald; Doch wie in grüner Blätter Prangen Sich da und dort ein welkes zeigt, Zum Zeichen, daß der Lenz vergangen, Und daß zum Herbst der Sommer neigt: So kündigt sich der Jugend Weichen Beim Weib in leiser Spur schon an! Ein Haar will da und dort erbleichen – Und aus der Reihe fehlt ein Zahn, – Und wenn auch Furchen nicht gegraben Der Jahre Pflug in Stirn und Kinn: Die zarten Farben, die drauf haben Den Lenz gemalt, sie – schwinden hin. ... Doch, was im Lied' ich nicht kann sagen, Weil keinen Reim es dafür giebt: Das Leid ist's, das ein Herz ertragen Muß, das zum letztenmal dann – liebt!
Alter und Jugend Ihr könnt nicht uns verstehen Und wir nicht euren Rat: Wohlan, so lasst uns gehen Ein jeder seinen Pfad. Ihr legt die Stirn in Falten, Ihr nennt euch selbst die Alten, Die Nüchternen, die Kalten: Und wir sind jung und wir sind frisch Und wir sind rasch und wir sind risch, Das kann nicht Friede halten. Wir wollen euch nicht zürnen, Ade, ihr alten Herrn! Vor euren kahlen Stirnen Beugt unser Knie sich gern. Doch sagt, vor unsern Locken, Vor unsers Flaumes Flocken, Warum steht ihr erschrocken? Auch euer Haupt war einmal braun, Auch euer Auge konnte taun, Nun aber ist es trocken. Ihr habt ihn längst verloren, Den Blick für unsre Welt, Euch dünkt ein Spott der Toren, Was uns die Seele schwellt. Ihr mögt nur immer sagen, Kopfschütteln nur und fragen, Bedauern und beklagen: Uns packt es an und reißt es fort, Nun sind wir hier, nun sind wir dort, Wir wollen einmal wagen. Lebt wohl! – Zum letzten Male Kreuzt unsre Bahn sich hier: Ihr geht gemach im Tale, Auf Klippen wandern wir. Ruht aus in Abendgluten, Beim Murmeln kühler Fluten, Wie eure Väter ruhten: Denkt nie, dass ihr einst selber so Ward jugendfrisch und jugendfroh –! Das Herz müsst euch ja bluten. Du aber, Reich der Jugend, Steig auf, du ewig jung, Du Götterreich der Tugend Und der Begeisterung! Und sollten wir verderben, Wir wollen für dich werben, Die Zukunft soll dich erben! Das Alter mag im Lehnstuhl ruhn: Doch will Gott uns was Gutes tun, So lass er jung uns sterben!
Tue dem Greise, was Du willst, daß man Dir tun solle, wenn einst Deiner Scheitel Haar versilbert sein wird! Pflege seiner und verlasse ihn nicht, wenn die wilde, leichtfertige Jugend ihn flieht!
Leiser und lauter Wie der Vogel auf dem Baum, Der sich müd' am Tage sang, Nur noch zwitschert leis' im Traum, Daß es in der Nacht verklang: Also werden meine Lieder Leiser gegen meine Nacht; Und die lautern sing ich wieder, Wenn mein neuer Tag erwacht.
So viel ich Bücher auch gelesen, So reich einst meines Wissens Schacht, Das Alter hat mit seinem Besen, Vergeßlichkeit, Kehraus gemacht. So blieb von dem, was mein gewesen, Zuletzt nur, was ich selbst gedacht.
Ich denke, wie als Knabe, Wenn ich mit andern Knaben Ihr lärmend Spiel ein Weilchen So mitgespielt, auf einmal Zurücktrat überdrüssig, Und sagte: Ich spiele nicht mehr mit. So, wenn ich, alter Knabe Die jungen alten Knaben Mit solchem Lärm und Eifer Ihr Spiel fortspielen seh', Tret' ich zurück mit Lächeln Und sage: Ich spiele nicht mehr mit.
Der Greis freilich muß auf ein wohlvollbrachtes Leben zurücksehen können, wenn sein Anblick wohlthuend sein soll.