Alter Sprüche

Sprüche über Alter

1145 Sprüche in dieser Kategorie

Man besitzt nicht das Alter, um die Jugend – und nicht die Jugend, um das Alter zu genießen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Monolog vieler Fünfziger: „’s ist ein eigentümliches Gefühl, wenn man so den ganzen weiten Weg überblickt, den man zurücklegen musste, um endlich dort anzukommen, wohin man keinesfalls gelangen wollte!“

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Wer älter aussehen will, als er ist, suche sich zu verjüngen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wenn das Alter kommt, gilt es, sich bereit zu machen.

Internet

Manches, was wir in der Jugend in den Wind schlugen, kommt später als Sturm über uns.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Nicht wenn man jugendliche Torheiten nicht mehr macht, ist man alt, sondern wenn man sie nicht mehr verzeiht.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Mich beherrscht eine entsetzliche Ruhe. Das also ist der Friede des Alters!

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829

Wer dreiundvierzig Jahre lang – so alt bin ich – treu und brav gewesen ist, wird seine Natur nicht mehr ändern, und für meine Treue und Bravheit habe ich ja meine Armut zum Zeugnis.

Machiavelli, Der Fürst (Il Principe), verfasst 1513; päpstliche Druckgenehmigung 1532 (posthum)

Im Alter, wenn die Kräfte des Geistes und Leibes verschwinden, – wie seltsam ist es, hierin eine Vernichtung zu sehen? Wenn die Blätter des Baumes im Herbste abfallen, ist der Baum nun tot? Ein neuer Frühling wird ihn erwecken.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Wir sollten das Alter mehr als den Tod fürchten. Tot ist nicht der, der jung starb. Tot ist nur der, der vergreist; weil nur er das Gefühl für seinen Tod hat. Ohne das Greisenalter könnte uns niemand Auskunft geben, was der Tod ist.

Internet

Sie können kühnlich die Behauptung aufstellen, ein [...] denkender Mensch – spricht schließlich, wenn er im Winter seines Lebens steht, der Liebe geradezu die Existenz ab, die unsere aberwitzigen Illusionen ihr verliehen haben!

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829. Der eheliche Friede

Was einst betrübt des Jünglings Sinn Und was beschwert des Mannes Rücken, Gleichgültig nimmt's das Alter hin; Im Winter gibt es keine Mücken.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1898

Körperliche Lust nimmt mit der Zeit ab. Schmerzen nehmen zu.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Über die Freuden des Alters könnte selbst ein Gelehrter keine weitschweifige Abhandlung schreiben.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Dem Jugend- und frühern Mannsalter sagt alles mehr zu, was auf einen größern Schauplatz versetzt; im Alter fällt der falsche Glanz von den Dingen, aber sie erscheinen darum nicht ohne Bedeutung, hohl und leer. Man lernt nur das Reinmenschliche in ihnen suchen und schätzen.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 26. Oktober 1827

Warten, schweigen, dulden! – Das geziemt dem alten Mann.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Ich sah von weitem Die Früchte leuchten In Gottes Garten – Wie war das schön!

Nissen, Der Rembrandtdeutsche Julius Langbehn. Von seinem Freunde Benedikt Momme Nissen, 1926

Das Jahrhundert ist im Sturm geschieden, Und das neue öffnet sich mit Mord. Und das Band der Länder ist gehoben, Und die alten Formen stürzen ein. …

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Antritt des neuen Jahrhunderts, Erstdruck 1801 unter dem Titel: An ***

Alte Häut dörffen viel schmierens.

Lehmann (Hg.), Florilegum Politicum. Politischer Blumengarten, 1630. Originaltext

Das Alter selbst ist eine Krankheit.

Terenz, Phormio, 161 v. Chr. Originaltext: Senectus ipsa morbus (est)

Rat einer Alten Bin jung gewesen, Kann auch mitreden, Und alt geworden, Drum gilt mein Wort. Schöne reife Beeren Am Bäumchen hangen: Nachbar, da hilft kein Zaun um den Garten; Lustige Vögel Wissen den Weg. Aber, mein Dirnchen, Du laß dir raten: Halte dein Schätzchen Wohl in der Liebe, Wohl im Respekt! Mit den zwei Fädlein In eins gedrehet, Ziehst du am kleinen Finger ihn nach. Aufrichtig Herze, Doch schweigen können, Früh mit der Sonne Mutig zur Arbeit, Gesunde Glieder, Saubere Linnen, Das machet Mädchen Und Weibchen wert. Bin jung gewesen, Kann auch mitreden, Und alt geworden, Drum gilt mein Wort.

Mörike, E., Gedichte. Ausgabe 1867