Alter Sprüche – erfahrung
242 Sprüche gefunden
Das alte Gesicht Ein alt Gesicht spricht lehrend an. Man fragt wohl still, was hat der Mann Jahr aus, Jahr ein erleben müssen, Um unser Auge so zu grüßen, Daß es nur zweifelnd auf ihm weilt Und unser Herz den Zweifel theilt? Ein Jugendantlitz hat gesiegt Oft schon, wenn es vorüberfliegt. Was edle Nase, tiefe Augen, Was sanfter Mund, bedeutend Kinn in jüngerer Erscheinung taugen, Dient ihm zum schleunigen Gewinn. In alte Mien' uns einzuleben, Ist uns so plötzlich nicht gegeben. Was sie Erlebtes in sich hegt, Ist nicht so bald zurechtgelegt.
Monolog vieler Fünfziger: „’s ist ein eigentümliches Gefühl, wenn man so den ganzen weiten Weg überblickt, den man zurücklegen musste, um endlich dort anzukommen, wohin man keinesfalls gelangen wollte!“
Wer älter aussehen will, als er ist, suche sich zu verjüngen.
Nicht wenn man jugendliche Torheiten nicht mehr macht, ist man alt, sondern wenn man sie nicht mehr verzeiht.
Dem Jugend- und frühern Mannsalter sagt alles mehr zu, was auf einen größern Schauplatz versetzt; im Alter fällt der falsche Glanz von den Dingen, aber sie erscheinen darum nicht ohne Bedeutung, hohl und leer. Man lernt nur das Reinmenschliche in ihnen suchen und schätzen.
Je älter man wird, desto mehr liebt man das Anstößige.
So viel ich Bücher auch gelesen, So reich einst meines Wissens Schacht, Das Alter hat mit seinem Besen, Vergeßlichkeit, Kehraus gemacht. So blieb von dem, was mein gewesen, Zuletzt nur, was ich selbst gedacht.
Das Alter hat am meisten zu erzählen, aber wie wenige wollen es hören und beherzigen!
Die Naturen, denen viel Feuer, eine starke und heftige Begierde oder Ungeduld eigen ist, sind nicht eher zum Handeln reif, als bis sie den Meridian ihrer Jahre überschritten haben [...]. Auf der andern Seite sind Feuer und Lebhaftigkeit im Alter eine treffliche Verbindung für Geschäfte.
[...] und du, mein Kind, wirst's auch wohl dann und wann noch erfahren, wie leicht der Menschen Sinnen und Fühlen sich bewegt und mit dem Wind wechselt. Du wirst es erfahren im Guten wie im Bösen, und es muß wohl recht verständig in solcher Weise bestellt sein, denn der verständige Mensch siehet solches je klarer ein, je älter er wird.
In der Jugend erzieht Gott durch das, was er gibt, im Alter durch das was er nimmt.
Alt sein wäre nicht so beängstigend – aber fortwährend älter werden...!
Wenn man fühlt, daß man mit den Jahren vielleicht an Übersicht und Geschmack gewonnen hat, so glaubt man einigen Ersatz zu sehen, wenn sich Energie und Fülle nach und nach verlieren will.
Je älter wir werden, desto mehr scheinen uns Dinge selbstverständlich, die uns früher am wenigsten einleuchten wollten.
Wenn ich meine Werke überdenke und betrachte, so merke ich erst, wie jung ich war und wie jung ich leider noch bin; wenn ich aber meine Zeitgenossen betrachte, so merke ich zu meinem Leidwesen, daß die Herren jünger sind.
Ich suche jetzt vor mir selber die angenehmen Empfindungen zu vergrößern und die traurigen zu unterdrücken. In meiner Jugend verfuhr ich umgekehrt.
Unbesonnenheit ist offenbar ein Zeichen des Jugendalters, Erfahrung eines des Alters.
Übung und Mäßigung aber können auch im Alter etwas von der früheren Stärke bewahren.
Wenn du als Greis die Taten und Worte vieler missbilligst, lass dir in den Sinn kommen, was du als junger Mensch selbst getan hast.
Ein Alter sieht besser hinter sich als ein Junger vor sich.
Man adjungiert alten Leuten junge, ich glaube es wäre in vielen Fällen besser, wenn man manchen jungen Leuten alte adjungierte.