Alter Sprüche – hoffnung

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Unter der Schneelast unseres Alters grüne das Immergrün eines guten Gewissens, sprosse das Schneeglöckchen, die Botin des ewigen Frühlings.

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Wenn uns das Alter mit den Silberflügeln Bedeckt, dann hebt allmählich sich das Auge Hinauf zur stillen, sternbesä'ten Wohnung; Dort schau'n wir hin als nach der wahren Heimath, Wo nach der Pilgerfahrt wir hingelangen.

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Niemand ist so alt, dass er nicht noch ein Jahr leben zu können glaubt.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Originaltext: Nemo enim est tam senex, qui se annum non putet posse vivere.

Wo die eigene Kraft dich verläßt und zur Neige ist, wo du nicht mehr fassen, wirken und schaffen kannst, da fügen sich die Hände still in einander, und dieses Sinnbild spricht: ich kann nicht mehr, waltet ihr, ihr ewigen Mächte!

Auerbach, Sämtliche Schwarzwälder Dorfgeschichten, entstanden 1842-80 (diverse Einzeldrucke), 10 Bde., 1884. Vierter Band. Lucifer. Wie endet der Sonntag!

Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsre Freuden, sondern weil unsre Hoffnungen aufhören.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Erster Band. Sechste Jobelperiode. 34. Zykel

Keiner wird je so alt, daß er nicht glaubt, noch etwas länger leben zu können.

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Hat der Abend auch keine Sonne, so hat er doch Sterne.

Wander (Hg.), Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5 Bde., 1867-80

Hauptsache oben licht und unten dicht.

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Trübe Tage werden gegen Abend, wenn die Sonne hinabsteigt, heller; und manches trübe Leben erfährt dieselbe Begnadigung.

Heimann, Prosaische Schriften in drei Bänden, 1918

Die Liebe zur Natur, zu Wissenschaften, und Vertrauen auf eine väterliche allwaltende Vorsehung sind die sichersten Stützen und Gefährten im Leben, besonders aber im Alter, wo so vieles uns verläßt, so vieles als eitler Tand erscheint.

Pertz, Das Leben des Ministers Freiherrn vom Stein, 6 Bde., 1850-55

Mit siebzig hat man noch Träume.

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Ich hoffe nun, den noch vor mir liegenden Lebensabschnitt so verbringen zu können, daß ich privat Verpaßtes in Ruhe nachholen kann.

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Nichts schützt so kräftig vor dem schauerlichen Gespenst des Alters, vor der Verknöcherung unseres Wesens, die es verkündet oder begleitet, als ein heiterer Skeptizismus.

Feuchtersleben, Zur Diätetik der Seele, 40. Auflage 1874 (EA: 1838)

Wie dein Leiden sich mehrt; so naht sich die Kraft es zu tragen.

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Alter schützt vor Torheit nicht: mit diesem Wort macht man sich über das Alter lustig und bedenkt nicht, dass gerade die Fähigkeit, noch Torheiten begehen zu können, ein Trost und eine Quelle des Glückes für die Alten ist.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Alter – es ist die Zeit, wo die Erinnerung an die Stelle der Hoffnung tritt.

Raabe, Die Chronik der Sperlingsgasse, 1857

Ein Greis sagte: Über das gegenwärtige Alter tröstet nur das zukünftige.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wird dein Alter gequält, so hoffe wieder, Erdensohn! Nichts ist kürzer als das Alter, denn du weißt ja kaum, wann es beginnt. Jeder Lebenszeit erinnerst du dich, und findest sie verschönert wieder, nur der Zeit des Alters nicht; aber wenn du droben hinter dem Tode dich des Alters erinnerst, so findest du auch deine letzten Tage verschönert wieder.

Jean Paul, Herbst-Blumine oder gesammelte Werkchen aus Zeitschriften, 3 Bde., 1810-20. Drittes Bändchen. III. Traumdichtungen in der ersten Nachmitternacht des neuen Jahrs, Dezember 1812

Schlimmer noch als eine Tugend ohne Hoffnung ist ein Alter ohne Frieden.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Weisheit des Herzens, hg. von Heinz Rieder), 1958

Der Morgen des Alters bewirkt den Abbruch der Hoffnung dir: Des Leichentuchs Kette und Einschlag: das weiße Haar ist es hier.

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Kinder leben von der Hoffnung, Ältere von den Erinnerungen.

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