Alter Sprüche – kinder

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Das Alter Das Alter ist ein höflich' Mann: Einmal übers andre klopft er an; Aber nun sagt niemand: Herein! Und vor der Türe will er nicht sein. Da klinkt er auf, tritt ein so schnell, Und nun heißt's, er sei ein grober Gesell.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Das Alter, 1815

Ich hör es gern, wenn auch die Jugend plappert; Das Neue klingt, das Alte klappert.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien, 1

Niemand hört es gern, Daß man ihn Greis nennt.

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 2. Akt, Klassische Walburgisnacht. Am oberen Peneios, Greif zu Mephisto

Was man in der Jugend wünscht, hat man im Alter die Fülle.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 2. Teil, 1811-1812. Motto zum 6. Buch

Das Alter kann kein größeres Glück empfinden, als daß es sich in die Jugend hineingewachsen fühlt und mit ihr nun fortwächst.

Goethe, J. W., Briefe. An Carl Gustav Carus, 23. März 1818

Das Alter wägt und mißt es, Die Jugend spricht: So ist es.

Platen, Gedichte. Spruch

Kinder bedürfen beständig des Zeitvertreibs, sei er Spiel oder Arbeit; stockt er, so ergreift sie augenblicklich entsetzliche Langeweile. Auch Jünglinge sind ihr noch sehr unterworfen und sehn mit Besorgnis auf unausgefüllte Stunden. lm männlichen Alter schwindet die Langeweile mehr und mehr: Greisen wird die Zeit stets zu kurz und die Tage fliegen pfeilschnell vorüber.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter

Die Jugend will ich dem Alter vermählen, daß auch diese habe die Fülle und durchdrungen sei von der allbelebenden Wärme. Was ist's denn, worüber sie klagen im Alter? … Was sie klagen, ist nur, daß ihnen die Jugend fehlt. Und die Jugend? Warum fehlt sie ihnen? Weil in der Jugend ihnen das Alter gefehlt hat.

Schleiermacher, Monologen. Eine Neujahrsgabe, Erstdruck 1800

Was wir in der Jugend begehrten, das werfen wir im Alter weg.

Oesch (Hg.), Russische Sprichwörter. Ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Die heutige Jugend ist gräßlich. Sie hat nicht den geringsten Respekt vor gefärbten Haaren.

Wilde, Lady Windermeres Fächer (Lady Windermere’s Fan: A Play About a Good Woman), 1892

Alter schützt vor Torheit nicht.

Shakespeare, Antonius und Cleopatra, Erstdruck 1623

In der Jugend will man sonderbarer erscheinen als man ist, im Alter weniger sonderbar als man ist.

Jean Paul, Nachlass. Merkblätter, 1820

Das Greisenalter, das wir alle zu erreichen wünschen, klagen alle an, wenn sie es erreicht haben.

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Das Beklagenswerteste am Alter scheint mir, dass man spürt, wie sehr man in diesem Lebensabschnitt den jungen Leuten verhasst ist.

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Man muß sich einen Stecken in der Jugend schneiden, damit man im Alter daran gehen kann.

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Der junge Weinstock gibt mehr Trauben, der alte aber gibt besseren Wein.

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Mit dem Alter nimmt Urteilskraft zu und Genie ab.

Erdmann (Hg.), Reflexionen Kants zur Anthropologie. Aus Kants handschriftlichen Aufzeichnungen (= Reflexionen Kants zur kritischen Philosophie, Band 1), hg. von Benno Erdmann, 1882

Im Alter versteht man besser die Unglücksfälle zu verhüten, in der Jugend, sie zu ertragen.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter. Fußnote

Der Jugend wird oft der Vorwurf gemacht, sie glaube immer, daß die Welt mit ihr erst anfange. Wahr. Aber das Alter glaubt noch öfterer, daß mit ihm die Welt aufhöre. Was ist schlimmer?

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1842

Wir aber mindern Pfundes Verwalter Was wir jung hatten, wünschen wir im Alter.

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Man wird nicht besser mit den Jahren – wie sollt es auch? Man wird bequem und bringt, um sich die Reu' zu sparen, die Fehler all in ein System. Das gibt dann eine glatte Fläche, Es rutscht sich unbehindert fort Und »allgemeine Menschenschwäche« Wird unser Trost- und Losungswort. Die Fragen alle sind erledigt, Das eine geht, das andre nicht, – Nur manchmal eine stumme Predigt Hält uns der Kinder Angesicht.

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