Alter Sprüche – leben

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Trübe Tage werden gegen Abend, wenn die Sonne hinabsteigt, heller; und manches trübe Leben erfährt dieselbe Begnadigung.

Heimann, Prosaische Schriften in drei Bänden, 1918

Die Spanier nennen die vorgerückten Jahre im Leben eines Menschen das Metallalter, weil man da Silber im Haar, Gold im Mund und Blei in den Füßen hat.

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Toren wünschen sich das Leben, da sie den Tod fürchten statt des Alters.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 206.

Besonders im Alter widerfährt dem Menschen gerne noch etwas, was so zu sagen die letzte Hand an ihn legt, sei es nun noch einen Versuch zu seiner Bekehrung zu machen, sei es, um ein Wichtiges, was seiner Tugend noch fehlt, zu ergänzen, sei es, um letztere in ihrer Reinheit und Treue darzustellen und zu verherrlichen.

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Wenn einer wie ich über die achtzig hinaus ist, hat er kaum noch ein Recht zu leben; er muß jeden Tag darauf gefaßt sein, abgerufen zu werden, und daran denken, sein Haus zu bestellen.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 15. Mai 1831

Tapfer und mit Anstand alt zu werden ist eines der Hauptkriterien echten Menschentums.

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Wir haben mehr Mühe darauf verwendet, den Menschen zu einem hohen Lebensalter zu verhelfen, als darauf, ihnen den Lebensabend schön zu gestalten.

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Wir müssen uns mit dem Altern abfinden, denn es ist bis heute die einzige Möglichkeit, alt zu werden.

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Wer lange genug lebt, bekommt die Landschaft ins Gesicht.

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Als Catherine Deneuve von einem Reporter gefragt wurde, welche Pläne sie, die in diesem Jahr vierundvierzig Jahre alt wird, für die zweite Hälfte ihres Lebens habe, tat sie verwundert: "Wieso, die beginnt doch noch lange nicht".

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Älterwerden ist die einzige Möglichkeit zu überleben!

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Jedes Alter ist das Beste für den, der es zu erfüllen versteht.

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Es wäre nicht der Mühe wert, siebzig Jahr alt zu werden, wenn alle Weisheit der Welt Torheit wäre vor Gott.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Wilhelm Meisters Wanderjahren, 1829. Aus Makariens Archiv

Mit dem Alter beginnen die Schwächen des Lebens; umso mehr muss die Seele ihnen standzuhalten bereit sein.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Wie dein Leiden sich mehrt; so naht sich die Kraft es zu tragen.

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Armut und Alter, das sind zwei schwere Bürden, es wär an einer genug.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

In der Jugend ist jung sein leicht; Schwerer und schöner, Wenn's Haar sich bleicht.

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Herr Gott, du und ich, wir haben ein Geheimnis. Das Altwerden bringt einiges mit sich, was Spaß macht. Wir müssen uns nicht mehr von der Welt plagen lassen. Die Leute übersehen uns. Wir brauchen nicht mehr den Schein zu wahren, sondern können auf kindliche Freuden zurückgreifen: Zusehen, wie eine Spinne ein Netz webt. Vor einem Licht Schattenbilder an die Wand werfen. Statt einer Hauptmahlzeit Kompott mit Sahne essen. Die ganze Nacht wach bleiben. Sterne zählen. Trödeln. Zu Hause bleiben und mit alten Freunden Schach spielen. Einen verrückten Hut tragen. Warum hast du mir nicht verraten, daß das Altwerden neben allem, was ich daran hasse, auch manches Vergnügen mit sich bringt? Ach, ich weiß: Weil ich es nie geglaubt hätte.

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Die Schildkrökröte »Ich bin nun tausend Jahre alt und werde täglich älter; der Gotenkönig Theobald erzog mich im Behälter. Seitdem ist mancherlei geschehn, doch weiß ich nichts davon; zur Zeit, da läßt für Geld mich sehn ein Kaufmann zu Heilbronn. Ich kenne nicht des Todes Bild und nicht des Sterbens Nöte: Ich bin die Schild – ich bin die Schild – ich bin die Schild – krö – kröte.«

Morgenstern, C., Gedichte. Alle Galgenlieder

Niemand liebt das Leben mehr als ein alter Mann.

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Die wenigsten verstehen die Kunst, alt zu sein.

Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen (Réflexions ou sentences et maximes morales), 1665, endgültige Fassung 1678