Alter Sprüche – liebe
54 Sprüche gefunden
So ein alter Kerl ich bin, wo ich Liebe sehe, ist mir's immer, als wär ich im Himmel.
Dann acht' ich das Alter für das Traurigste, zu fühlen, daß dem Nächsten man beschwerlich ist.
Ein leidenschaftlicher Greis ist wie ein Gewitter im Winter.
Es war im Herbst 1831, ein Jahr nach der Juliusrevolution, als ich zu Paris den Doktor Ludwig Börne wiedersah. Ich besuchte ihn im Gasthof Hôtel de Castille, und nicht wenig wunderte ich mich über die Veränderung, die sich in seinem ganzen Wesen aussprach. Das bißchen Fleisch, das ich früher an seinem Leibe bemerkt hatte, war jetzt ganz verschwunden, vielleicht geschmolzen von den Strahlen der Juliussonne, die ihm leider auch ins Hirn gedrungen. Aus seinen Augen leuchteten bedenkliche Funken. Er saß oder vielmehr er wohnte in einem großen, buntseidenen Schlafrock, wie eine Schildkröte in ihrer Schale, und wenn er manchmal argwöhnisch sein dünnes Köpfchen hervorbeugte, ward mir unheimlich zumute. Aber das Mitleid überwog, wenn er aus dem weiten Ärmel die arme abgemagerte Hand zum Gruße oder zum freundschaftlichen Händedruck ausstreckte. In seiner Stimme zitterte eine gewisse Kränklichkeit, und auf seinen Wangen grinsten schon die schwindsüchtig roten Streiflichter. Das schneidende Mißtrauen, das in allen seinen Zügen und Bewegungen lauerte, war vielleicht eine Folge der Schwerhörigkeit, woran er früher schon litt, die aber seitdem immer zunahm und nicht wenig dazu beitrug, mir seine Konversation zu verleiden.
Im Alter verschiebt sich die Libido immer stärker in Richtung Küche und Kochtopf.
Essen ist die Erotik des Alters.
Alte Geiß leckt auch gern Salz.
Das Alter von Fünfunddreißig ist ein sehr anziehendes Alter. Es wimmelt in der Londoner Gesellschaft von Frauen, die durch Jahre ihre fünfunddreißig Lenze bewahren.
Man wird grämlich, wenn man alt wird, oder wenn Liebe oder auch oft wenn Freundschaft alt wird. Es können Dinge bei einem alt werden, obgleich man selbst jung bleibt.
Alter liebt das Wenig, Jugend das Zuviel.
Wenn man auch früher verliebt war, das schadet nichts, wenn man nur später gemütlich wird.
Die zeigen Ekel der verblühten Rose, Die vor der Knospe knieten.
Male mich wie ich bin. Wenn du die Narben und Falten fortläßt, zahle ich dir keinen Schilling.
In der Kindheit beschränkt sich unsere Liebe auf Eltern, Geschwister und Schulkameraden, in der Jugend aufs Geschlecht; im mittlern Alter lieben wir Vaterland, Ehren, Studien, im Alter die Menschheit.
Im Alter die Liebe, wie im Alter der Jahre, lebt man nur noch für die Übel, aber nicht mehr für die Freuden.
Greise hängen mit zärtlichen Gefühlen an den Erinnerungen ihrer Jugend.
Amor verleiht so spät zärtliche Liebe nicht mehr.
Und überhaupt, ich hab das Liebesgewerbe anheimgesagt; ich gehör nicht zu die Männer, die den Alten-Weiber-Sommer ihrer Gefühle für Jugendglut halten, die glauben, ihr Herz lebt noch, weil's manchmal Zuckungen macht wie ein galvanisierter Froschschenkel, und 's ist deßtwegen doch schon tot.
Es geht uns, wie ichs oft auf dem Felde gesehen habe, daß sie zusammenrücken und aneinanderstehen, wenn es regnet und wittert! Je älter und stiller man in der Welt wird, um so fester und froher hält man sich an erprüfte Gemüter.
Manche Runzel in altem Gesicht ist ein Strombett versiegter Tränen.
Daß die Herzen mancher Greise – Wohl ganz seltsamer Weise – Ungeheuer Schnell ins Feuer Oft geraten, wenn sie schauen Schöne Mädchen oder Frauen, Schneller als bei Jungen dies mitunter Vorzukommen pflegt – nimmt mich nicht Wunder; Denn das grüne Holz ist ja viel nässer, Und das dürre brennt d'rum immer besser.