Alter Sprüche – neuanfang

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Ja, auch wir alten Holzscheite haben einmal gebrannt!

Gorki, Ein Sommer (Лето), 1909, in: Eine Beichte. Ein Sommer. Zwei Romane. Einzige autorisierte Übersetzung aus dem Russischen von August Scholz, Berlin 1926

Es ist ein Zeichen des beginnenden Alters, wenn man auf einmal Lust kriegt, Bücher wieder zu lesen, die man schon kennt. Noch einen Schritt näher an das Grab, und man liest überhaupt nur noch Bücher, die man schon kennt.

Bahr, Kritik der Gegenwart. Tagebücher vom 16. November 1919 bis 14. Dezember 1920, Augsburg 1922

Wer älter aussehen will, als er ist, suche sich zu verjüngen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Im Alter, wenn die Kräfte des Geistes und Leibes verschwinden, – wie seltsam ist es, hierin eine Vernichtung zu sehen? Wenn die Blätter des Baumes im Herbste abfallen, ist der Baum nun tot? Ein neuer Frühling wird ihn erwecken.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Das Jahrhundert ist im Sturm geschieden, Und das neue öffnet sich mit Mord. Und das Band der Länder ist gehoben, Und die alten Formen stürzen ein. …

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Antritt des neuen Jahrhunderts, Erstdruck 1801 unter dem Titel: An ***

Leiser und lauter Wie der Vogel auf dem Baum, Der sich müd' am Tage sang, Nur noch zwitschert leis' im Traum, Daß es in der Nacht verklang: Also werden meine Lieder Leiser gegen meine Nacht; Und die lautern sing ich wieder, Wenn mein neuer Tag erwacht.

Rückert, Gedichte. Pantheon, Erstdruck 1843. Zweites Bruchstück. Selbstschau

Die Männer altern, und die Frauen verändern sich.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 1812-1813, 3. Teil, 14. Buch

Wie die Lunge des Neugeborenen rosig, die des Alten grau ist, so die Seelen – und gar die Hirne!

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Ich bin nicht mehr in den Jahren, wo man das Leben von vorn anfängt.

Turgenjew, Faust. Erzählung in neun Briefen (Фауст) 1856; übersetzt von Friedrich von Bodenstedt 1864. Originaltext der Übersetzung

Ein genesender Greis: es wird dir vergönnt, dich auf dem Wege aus der Welt noch einmal umzusehen.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1845

Die Jahre des Menschen gleichen der Seitenzahl von Büchern; bei guten Menschen und guten Büchern ist es einem leid, wenn es an die letzte Jahres- oder Seitenzahl geht; bei schlechten Menschen und Büchern dankt man seinem lieben Himmel, wenn sie gar sind.

Kaiser, Die Schule des Armen, o. J. [1847/48]. Erster Akt, erste Szene. Christoph

Die alte Zeit, da wir jung waren, ist nun jung, da wir alt sind; wir wollen in der jungen Zeit uns unsers Alters freuen.

Brentano, Ponce de Leon. Lustspiel in fünf Aufzügen, 1803. Erster Akt, zehnter Auftritt. Sarmiento

Was aber ist abstoßender als ein Greis, der gerade zu leben beginnt?

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 13. Brief. Übers. Internet Originaltext: Quid est autem turpius quam senex vivere incipiens

Das Schönste, was man erlebt, wenn man alt zu werden anfängt, ist, dass einem ein eigenes Gefühl für die Jugend aufgeht, für ihre Frische, ihren Eifer, ihre Hoffnung und ihre dunkle Zukunft. Und so empfindet man die Wiederaufstrebenden köstlich als eine aufziehende Ablösung der Scheidenden.

Pauly, Aphorismen, 1905

Wenn Du unabwendbar Dein Alter kommen fühlst, wird Dir sein wie einem Schnellläufer, der unter lebhaftem Beifall dicht gedrängter Zuschauer den Siegeslauf begonnen hat und nun, dem Ziele nah, beim Umblick bemerkt, dass die meisten Sitze leer geworden oder von Fremden eingenommen sind, die kaum Anteil am Ausgange des Laufs und am Läufer nehmen.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Altern − das heißt, sich nicht mehr erneuern.

Keiter, Lebenssprüche und Zeitbetrachtungen, 1910