Alter Sprüche – neuanfang
121 Sprüche gefunden
Älter werden heißt selbst ein neues Geschäft antreten; alle Verhältnisse verändern sich, und man muß entweder zu handeln ganz aufhören oder mit Willen und Bewußtsein das neue Rollenfach übernehmen.
Es ist ein Unterschied, ob man nur älter wird oder veraltet.
Jüngling wirst du nicht wieder, noch Mann, wenn das Haar sich dir bleichte, Aber, sobald du nur willst, wirst du auf's Neue ein Kind!
Warum kann man mit fünfunddreißig Jahren nicht so gut anfangen wie mit zehn?
Es gibt eine Blüte auch bei Runzeln.
Nicht mit dem scheidenden Herbst fühlen wir uns älter werden, weit mehr mit dem kommenden Frühling.
In den höheren Lebensstufen wiederholen sich oft noch Anfechtungen und Prüfungen innerer und äußerer Art, die wir als längst überwunden betrachteten; darüber muß man nicht zu sehr erschrecken, wenn es vorkommt.
Die Abenddämmerung ist Morgenrot für die andere Erdenhälfte. Mensch, der du dem Ende entgegenwandelst, gedenke dessen immerdar!
Der morsche Stamm des Alters ergrünt noch einmal umrankt von dem Efeu der Erinnerung.
Unter den Menschen soll man die alten wählen, unter den Werkzeugen die neuen.
Mit jedem Eintritt in eine neue Altersphase erschrickt man anfangs über den Verlust, den sie einem bringt und gewinnt nach einer Weile die Vorzüge lieb, die sie einem verleiht.
Ich hatte mir das Alter immer reizend und viel reizender als die früheren Lebensepochen gedacht, und nun, da ich dahin gelangt bin, finde ich meine Erwartungen fast übertroffen.
Jedes Jahr des Lebens, wie es abgeht, nimmt auch was von uns als Beute mit.
Am Anfang unseres Lebens stand die dunkle Not. An seinem Ende steht die leuchtende Verklärung.
Die alten Tage sind nichts anderes als ein zweites Säuglingsalter.
Das Alter Hoch mit den Wolken geht der Vögel Reise, Die Erde schläfert, kaum noch Astern prangen, Verstummt die Lieder, die so fröhlich klangen, Und trüber Winter deckt die weiten Kreise. Die Wanduhr tickt, im Zimmer singet leise Waldvöglein noch, so du im Herbst gefangen. Ein Bilderbuch scheint alles, was vergangen, Du blätterst drin, geschützt vor Sturm und Eise. So mild ist oft das Alter mir erschienen: Wart nur, bald taut es von den Dächern wieder Und über Nacht hat sich die Luft gewendet. Ans Fenster klopft ein Bot' mit frohen Mienen, Du trittst erstaunt heraus – und kehrst nicht wieder, Denn endlich kommt der Lenz, der nimmer endet.
Eines Tages alt sein und noch lange nicht alles verstehen, nein, aber anfangen, aber lieben, aber ahnen, aber zusammenhängen mit Fernem und Unsagbarem bis in die Sterne hinein!
Der Frühling des Lebens und das Gespinnst des Nachsommers weben uns das Winterkleid des Alters.
Die Jungen steigen, wenn die Alten fallen.
Das Alter kommt plötzlich und nicht nach und nach, wie man immer sagt.
Alt: wer morgens beim Erwachen denkt: Wenn's doch bald wieder Abend wäre. Jung: wer sich am Abend auf den nächsten Morgen freut.