Alter Sprüche – trauerkarte

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Das schlimmste Übel ist, ausscheiden aus der Schar der Lebendigen, ehe man stirbt.

Hoddick (Hg.), Aphorismenschatz der Weltliteratur. Weltliche Texte für Rede und Schrift, 1898

Alter ist ein trauriger Reisebegleiter.

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Dann acht' ich das Alter für das Traurigste, zu fühlen, daß dem Nächsten man beschwerlich ist.

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Eine verwelkte Blume und eine verschrumpfte Wurst haben einander nichts vorzuwerfen.

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Aber das ist ja das traurige Schicksal alternder Leute, daß sie so oft den Tod treuer Freunde zu beweinen haben.

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Graue Haare sind Kirchhofsblumen.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Es ist sehr schade, daß die Kräfte in dem Alter abnehmen, in dem der Geschmack sich vervollkommnet.

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Und dieser Frühling macht dich bleicher, in weite Wiesen will dein Fuß, dein Lied wird leis, dein Wort wird weicher, mit jedem Wink, mit jedem Gruß.

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Ottilie Es hat der ernste Gang der Jahre Dein Antlitz leise schon gekerbt Und dir die dunkelbraunen Haare Zu mattem Silber fast entfärbt. Doch hold und schlank sind noch die Glieder, Die du so leicht im Gange regst, Und reich hängt deine Flechte nieder, Wenn du sie tief im Nacken trägst. Und Stunden gibt es, wo die ganze Zurückhängende Jugend bricht Aus deinem Aug mit scheuem Glanze, Der von verlornem Leben spricht. Dann will es schmerzlich mich durchsprühen, Und küssen möcht ich deinen Mund! Du fühlst es, und mit sanftem Glühen Erbebst du tief im Herzensgrund. So bebt des Herbstes letzte Traube, Vergessen von des Winzers Hand, Mit letzter Glut im fahlen Laube, Wenn sie ein später Wandrer fand.

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Jung und Alt So lang uns noch die Jugend blüht, Ergreift oft, ehe wir's gedacht, Grundlose Trauer das Gemüt, Und unsre Thränen fließen sacht. Doch wem des Alters Eulenflug Die Stirne streifte kalt und schwer, Zur Trauer hätt' er Grund genug, Nur hat er keine Thränen mehr.

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Herbstgefühl O wär' es bloß der Wange Pracht, Die mit den Jahren flieht! Doch das ist's, was mich traurig macht, Daß auch das Herz verblüht; Daß, wie der Jugend Ruf verhallt, Und wie der Blick sich trübt, Die Brust, die einst so heiß gewallt, Vergißt, wie sie geliebt. Ob von der Lippe dann auch kühn Sich Witz und Scherz ergießt, 's ist nur ein heuchlerisches Grün, Das über Gräbern sprießt. Die Nacht kommt, mit der Nacht der Schmerz Der eitle Flimmer bricht; Nach Tränen sehnt sich unser Herz Und findet Tränen nicht. Wir sind so arm, wir sind so müd, Warum, wir wissen's kaum; Wir fühlen nur, das Herz verblüht, Und alles Glück ist Traum.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Zweites Buch. Berlin

Der Alte verliert eins der größten Menschenrechte: er wird nicht mehr von seinesgleichen beurteilt.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 5. Bandes 3. Heft, 1826

Sie welken schnell, die Blumen unsers Lebens, Und wir – wir welken ihnen langsam nach!

Mahlmann, Gedichte. Aus: Sehnsucht

Verzweifelt, entblättert, zertreten sogar, Von rohen Schicksalsfüßen – Mein Freund, das ist auf Erden das Los Von allem Schönen und Süßen.

Heine, Deutschland. Ein Wintermärchen, 1844

Das Alter trennt uns nach und nach von empfänglichen Menschen, selten kehrt ein Klang und Ton, den man aussendet, lebhaft und ergötzlich zurück.

Goethe, J. W., Briefe. An Carl Friedrich Anton von Conta, 11. September 1820

Altern ist einsam werden und die du liebtest begraben; Wohl dir, wenn dir ein Kind hold die Verlornen ersetzt!

Geibel, E., Gedichte. Distichen vom Strande der See, 48.

Wir werden alt, wenn die Erinnerung uns zu freuen beginnt, wir sind alt, wenn sie uns schmerzt.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Bedauernswert ist der mittellose Greis.

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Wenn ich dereinst ganz alt und schwach, Und 's ist mal ein milder Sommertag, So hink' ich wohl aus dem kleinen Haus Bis unter den Lindenbaum hinaus. Da setz' ich mich denn im Sonnenschein Einsam und still auf die Bank von Stein, Denk' an vergangene Zeiten zurücke Und schreibe mit meiner alten Krücke Und mit der alten zitternden HandBerthaSo vor mir in den Sand.

Busch, W., Gedichte. Kritik des Herzens, 1874

Man gewinnt keine Freunde mehr im Alter; dann ist jeder Verlust unersetzlich.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Ich möchte weinen, doch ich kann es nicht; Ich möcht mich rüstig in die Höhe heben, Doch kann ich's nicht; am Boden muß ich kleben, Umkrächzt, umzischt von eklem Wurmgezücht. Ich möchte gern mein heitres Lebenslicht, Mein schönes Lieb, allüberall umschweben, In ihrem selig süßen Hauche leben – Doch kann ich's nicht, mein krankes Herze bricht. Aus dem gebrochnen Herzen fühl ich fließen Mein heißes Blut, ich fühle mich ermatten, Und vor den Augen wird's mir trüb und trüber. Und heimlich schauernd sehn ich mich hinüber Nach jenem Nebelreich, wo stille Schatten Mit weichen Armen liebend mich umschließen.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder. Junge Leiden. Sonette. Fresko-Sonette an Christian S., 9.