Alter Sprüche – weisheit
209 Sprüche gefunden
Erst im späten Alter erlangt der Mensch ganz eigentlich das horazische nil admirari, d. h. die unmittelbare, aufrichtige und feste Überzeugung von der Eitelkeit aller Dinge und der Hohlheit aller Herrlichkeiten der Welt: die Chimären sind verschwunden.
Das Alter hat gegen die Jugend auch den Nachteil, dass es alles bar bezahlen muss und keinen Kredit mehr erhält.
Das Alter kann seine Nacktheit nur durch wahren Ruhm bedecken; Ruhm allein ersetzt die in einem langen Leben verbrauchten Gaben.
Das Alter hat am meisten zu erzählen, aber wie wenige wollen es hören und beherzigen!
Die Naturen, denen viel Feuer, eine starke und heftige Begierde oder Ungeduld eigen ist, sind nicht eher zum Handeln reif, als bis sie den Meridian ihrer Jahre überschritten haben [...]. Auf der andern Seite sind Feuer und Lebhaftigkeit im Alter eine treffliche Verbindung für Geschäfte.
Es schwinden alle Leidenschaften im Alter.
Wenn man fühlt, daß man mit den Jahren vielleicht an Übersicht und Geschmack gewonnen hat, so glaubt man einigen Ersatz zu sehen, wenn sich Energie und Fülle nach und nach verlieren will.
Je älter wir werden, desto mehr scheinen uns Dinge selbstverständlich, die uns früher am wenigsten einleuchten wollten.
Und so bleibt denn im höchsten Alter uns die Pflicht noch übrig, das Menschliche, das uns nie verläßt, wenigstens in seinen Eigenheiten anzuerkennen und uns durch Reflexion über die Mängel zu beruhigen, deren Zurechnung nicht ganz abzuwenden ist.
Alt ist geworden, wer das Leben fühlt.
Des Menschen Alter, von innen gesehen, ist ewige Jugend.
Keine Beweise wissen aber die anzuführen, die behaupten, das Alter betätige sich nicht aktiv.
Unbesonnenheit ist offenbar ein Zeichen des Jugendalters, Erfahrung eines des Alters.
Warum ist es bei alten Menschen sonderbar, wenn sie manchmal schwach sind, wenn sogar junge Menschen sich dem nicht entziehen können?
Ergrautes Haar macht die Gemüter mild.
Das Alter verbirgt den Lüstling, das Alter offenbart ihn.
Die meisten werden mit den Jahren weitsichtig; mir scheint dies eine, dem Alter erteilte, feine Lehre: Kleinigkeiten in der Nähe allmählich übersehen zu lernen, um den klaren Blick in eine große Ferne zu schärfen.
Seltsam ist es, wie der Mensch in der Rückschau des Alters hellsichtig wird.
Diejenigen, die Alter als Tugend ansehen, sind alt geworden und machen eine Tugend aus der Notwendigkeit.
Alt ist jedermann von dem Tage an, da er sich nicht mehr bemüht, seine Fehler abzulegen.