Alter Sprüche – weisheit

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Jedem Alter sind gewisse Neigungen und leidenschaftliche Triebe eigen.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. Zweiter Teil, 1. Kapitel, 1.

Dein Alter setze im Kampfe der Meinungen stets als Dein schwächstes Vorrecht an. Zwar ist es von Gott Dir gewährt, gilt aber als solches vor allem Dir selbst.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Die spätesten Jahre des Lebens haben eine andere, gewiß oft eine höhere Bedeutung als die früheren, die drücken dem ganzen Leben das Siegel auf.

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Ich bin der Alte, sogar im Alter.

Förster (Hg.), Denkwürdigkeiten aus dem Leben von Jean Paul Friedrich Richter. Zur Feier seines hundertjährigen Geburtstages, 4 Bde., 1863

Neue Ideen, moderne Richtungen, finden bei alten Menschen keinen Beifall. Ihnen gefällt zu glauben, daß die Welt sich nicht verbessert, sondern verschlechtert hat, weil sie aufgehört haben, jung zu sein.

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Das Alter ist ein grausames Urteil über alle oberflächlichen Weltanschauungen.

Hilty, Für schlaflose Nächte, 1901

Wenn man merkt, dass man älter wird, fängt man schon an alt zu werden.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Das Alter sänftigt.

Rathenau, An Deutschlands Jugend, 1918

Wer lange lebt, hat viel erfahren, Nichts Neues kann für ihn auf dieser Welt geschehn.

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 2. Akt, Laboratorium, Mephistopheles zu Wagner

Alt werden und einsam werden scheint dasselbe, und ganz zuletzt ist man wieder nur mit sich zusammen und macht andre durch unsern Tod einsamer.

Nietzsche, F., Briefe. An Franziska Nietzsche, 21. September 1873

Die besten Waffen des Alters sind immer [...] die geistigen Güter und die Betätigungen der Tugenden.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Übersetzt von Raphael Kühner 1864. Originaltext: Aptissima omnino sunt [...] arma senectutis artes exercitationesque virtutum.

Je älter ich werde, desto demokratischer gesinnt bin ich.

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Der Kern noch frisch, der Kopf ein wenig mürber, das Herz an guten und herben Erfahrungen reicher.

Scheffel, J. V., Briefe. An Eisenhart, 1862

Je älter wir werden, desto bekannter wird uns die Welt; aber wir besitzen nicht mehr die Kraft, sie an uns heranzuziehen, und so steht sie uns ferner als zuvor.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Ein alter Baum hat tiefe Wurzeln und rennt sich nicht so gleich über den Haufen.

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Die älteren Männer, die sind so geduldig und gut, wirklich, sie lassen die Frauen alles haben.

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Nicht wenn man jugendliche Torheiten nicht mehr macht, ist man alt, sondern wenn man sie nicht mehr verzeiht.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Dem Jugend- und frühern Mannsalter sagt alles mehr zu, was auf einen größern Schauplatz versetzt; im Alter fällt der falsche Glanz von den Dingen, aber sie erscheinen darum nicht ohne Bedeutung, hohl und leer. Man lernt nur das Reinmenschliche in ihnen suchen und schätzen.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 26. Oktober 1827

Das Alter selbst ist eine Krankheit.

Terenz, Phormio, 161 v. Chr. Originaltext: Senectus ipsa morbus (est)

Das Alter, der Mondschein des Lebens, hat keine Gewitter der Leidenschaften; aber unter dem frühern Sonnenschein blitzen sie.

Jean Paul, Vorläufige Gedanken, entstanden 1816 (posthum veröffentlicht). VII. Leiden, Alter, Sterben, Tod, Trauer, Sohn

Der Greis freilich muß auf ein wohlvollbrachtes Leben zurücksehen können, wenn sein Anblick wohlthuend sein soll.

Carrière, Aesthetik. Die Idee des Schönen und ihre Verwirklichung durch Natur, Geist und Kunst, 1859. Originaltext