Alter Sprüche – weisheit

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Das Alter setzt uns allen Demütigungen aus, wenn wir ihm nicht Eigenschaften verleihen, die der Jugend versagt sind.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wenn man alt wird, da hält man sich an das Gegebene und respektiert die Tatsachen.

Anzengruber, Der Schandfleck, 1877

Vergiß die Alten nicht; sie lehren stets die Welt.

Schwabe (Hg.), Belustigungen des Verstandes und Witzes, 1741-45. Auf das Jahr 1743. Aus: Sendschreiben, an den jungen Herrn von H.

Nichts gibt Frauen eine königlichere Haltung, als das Bewußtsein, daß sie ihr Alter besiegt haben (den Kampf aufgegeben haben).

Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen, 1967

Es dringet durch des Alters Hülle Der Seele Schönheit hell und klar.

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Nur der Jugend steht die Torheit an. Dem Alter steht alles so, wie es ist, oder – noch schlimmer.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Es ist Torheit, sich gegen das Altwerden schützen zu wollen, indem man an den Gewohnheiten der Jugend festhält.

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Das Jahr übt eine heiligende Kraft; was grau vor Alter ist, das ist dem Menschen göttlich.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 1. Akt, 4. Auftritt, Wallenstein

Wäre das Alter so weise ohne die Torheit der Jugend?

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Erst wenn man alt ist, verstünde man so recht, jung zu sein.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Alt werden heißt sehend werden.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Die Dioskuren, Band 5), 1876

Im Alter lassen alle Sinne nach, ausgenommen der Starrsinn.

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Nichts ist ehrwürdiger als ein Greis, der die Prüfungen der Eitelkeit, der Wollust, des Hochmutes, der Rangsucht, des Geldgeizes rüstig überstanden, und seine Argo durch all diese Klippen ohne Leck geführt hat. Die Anzahl solcher Greise ist sehr gering. Die meisten Menschen, die nicht an ein Ruder angeschmiedet, sondern freie Herrn ihres Fahrzeuges sind, bleiben gleich beim Ausfahren an einem jener Riffe hängen.

Jacobs (Hg.), Auswahl aus den Papieren eines Unbekannten, 3 Bde., 1818-22

Altern und Einsamkeit bringen zum Nachdenken und machen den Menschen milder.

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Das Alter verklärt oder versteinert.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Neue Monatshefte für Dichtkunst und Kritik), 1877

Im Alter empfindet man es als ein ungemeines Glück, wenn man in der Abwägung der Welt im Reinen ist und die Dinge weder durch die eigenen Empfindungen, noch durch die Darstellung anderer in wechselnden Farben sieht

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Der Winter will eine Decke haben, das Alter aber unangefochten sein.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)

Es ist eine traurige Stärke des Alters, dass es auf alles verzichten kann.

Pauly, Aphorismen, 1905

Wenn man alt ist, denkt man über die weltlichen Dinge anders, als da man jung war.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 6. Dezember 1829

Greise, die besonnen und weder grämlich noch unfreundlich sind, haben ein erträgliches Alter, Schroffheit aber und Unfreundlichkeit machen jedes Alter lästig.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Originaltext: Moderati enim et nec difficiles nec inhumani senestolerabilem senectutem agunt, importunitas autem et inhumanitas omni aetati molesta est

Der Genuß der Ruhe und heitern Betrachtungen ersetzt dem Greise besserer Art alles Feuer seiner Jugend, und je stürmischer seine Leidenschaften waren, desto höher schätzt er die Unabhängigkeit von der Welt [...].

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Das Alter (Schluss)