Alter Sprüche – weisheit
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Ich kriege mit der Zeit auch Autorität. Man muss nur hübsch alt werden, da gibt sich alles.
Man weiß, daß das Alter mehr von der Erinnerung als von der Phantasie fordert.
Zweimal muß man in seinem Leben einsam sein, in der Jugend, um vieles zu lernen und eine Denkart zu erwerben, die Stich hält durchs Leben, und noch einmal im Alter, um alles zu überdenken, was uns begegnete.
Jahre wissen mehr als Bücher.
Alte Menschen sind nicht nur nützlich, sie machen das Leben angenehm.
Alte Leute fragen nicht mehr; mit stillen Augen sehen sie die Herbstsonne. Was sie begehren, ist "noch ein schönes Bild", sonst nichts mehr. Ich glaube, sie sind leidloser als Jugend und Mannesalter, und Abend und Herbst sind nicht zu fürchten, weil sie voller Frieden sind. Was brennende Straße war, ist Rückschau von klarer, kühler Höhe geworden.
Viele Tugenden des Alters sind nur Folgen gestillter Wünsche und verengter oder erweiterter Schranken.
Man mag es gelernt haben, seine Gemütsbewegungen zu zähmen und zu verbergen, es fühlt sie doch, und kein Lebensalter ist so tief ermüdet und so gründlich von des Lebens Mühsalen aufgerieben wie eben das der Greise.
Für den Uneingeweihten ist das Alter der Winter, für den Eingeweihten die Erntezeit des Lebens.
Auch in Frauen bewahrt das Alter vieles, was man in ihrer Jugend vergebens suchen würde, und was jeder Mann von Sinn und Gefühl vorzugsweise schätzen wird.
Wenn man älter wird, muß man mit Bewußtsein auf einer gewissen Stufe stehenbleiben.
Alte Leute sind wie alte Chroniken, die alberne, aber treue Berichte über die Vergangenheit geben, und die nur deshalb wert sind, gekannt zu sein.
Im Alter wird man verständnisloser und verständiger.
Das Erlebte weiß jeder zu schätzen, am meisten der Denkende und Nachsinnende im Alter; er fühlt mit Zuversicht und Behaglichkeit, daß ihm das niemand rauben kann.
Wenn man auch noch so alt wird, so fühlt man doch im Innern sich ganz und gar als denselben, der man war, als man jung, ja, als man noch ein Kind war. Dieses, was unverändert stets ganz dasselbe bleibt und nicht mitaltert, ist eben der Kern unseres Wesens, welcher nicht in der Zeit liegt.
Die Betagten sind nicht die Weisesten, und die Alten verstehen nicht, was das Rechte ist.
Im vorgerückten Alter ist die Moral meist gut. Was zu wünschen übrigläßt, ist die Unmoral.
Alt wird man wohl, wer aber klug?
Der Alte verliert eins der größten Menschenrechte: er wird nicht mehr von seinesgleichen beurteilt.
Nur die andern merken, wenn wir altern. – Wir meinen immer die gleichen zu sein.
Alte Leute sehen am Besten in die Ferne.