Alter Sprüche – weisheit

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Ich kriege mit der Zeit auch Autorität. Man muss nur hübsch alt werden, da gibt sich alles.

Schopenhauer, A., Briefe. An Sibylle Mertens-Schaafhausen, 27. November 1849

Man weiß, daß das Alter mehr von der Erinnerung als von der Phantasie fordert.

Rivarol, Maximen und Gedanken, in: Die französischen Moralisten. Verdeutscht und hg. von Fritz Schalk, Leipzig 1938. Politik

Zweimal muß man in seinem Leben einsam sein, in der Jugend, um vieles zu lernen und eine Denkart zu erwerben, die Stich hält durchs Leben, und noch einmal im Alter, um alles zu überdenken, was uns begegnete.

Zimmermann, Betrachtungen über die Einsamkeit (1756), Von der Einsamkeit (1773), Über die Einsamkeit (1783/84)

Jahre wissen mehr als Bücher.

Lessing, G. E., Collectaneen (von Lessing gesammelte Auszüge aus literarischen und wissenschaftlichen Texten). 542. Sprichwörter

Alte Menschen sind nicht nur nützlich, sie machen das Leben angenehm.

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Alte Leute fragen nicht mehr; mit stillen Augen sehen sie die Herbstsonne. Was sie begehren, ist "noch ein schönes Bild", sonst nichts mehr. Ich glaube, sie sind leidloser als Jugend und Mannesalter, und Abend und Herbst sind nicht zu fürchten, weil sie voller Frieden sind. Was brennende Straße war, ist Rückschau von klarer, kühler Höhe geworden.

Keller, P., Gedichte und Gedanken, 1933

Viele Tugenden des Alters sind nur Folgen gestillter Wünsche und verengter oder erweiterter Schranken.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Mai 1799

Man mag es gelernt haben, seine Gemütsbewegungen zu zähmen und zu verbergen, es fühlt sie doch, und kein Lebensalter ist so tief ermüdet und so gründlich von des Lebens Mühsalen aufgerieben wie eben das der Greise.

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Für den Uneingeweihten ist das Alter der Winter, für den Eingeweihten die Erntezeit des Lebens.

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Auch in Frauen bewahrt das Alter vieles, was man in ihrer Jugend vergebens suchen würde, und was jeder Mann von Sinn und Gefühl vorzugsweise schätzen wird.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 4. Januar 1831

Wenn man älter wird, muß man mit Bewußtsein auf einer gewissen Stufe stehenbleiben.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Literatur und Leben

Alte Leute sind wie alte Chroniken, die alberne, aber treue Berichte über die Vergangenheit geben, und die nur deshalb wert sind, gekannt zu sein.

Pope, Gedanken über verschiedene Gegenstände (Thoughts on Various Subjects), gemeinsam mit Jonathan Swift verfasst

Im Alter wird man verständnisloser und verständiger.

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Das Erlebte weiß jeder zu schätzen, am meisten der Denkende und Nachsinnende im Alter; er fühlt mit Zuversicht und Behaglichkeit, daß ihm das niemand rauben kann.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus den Heften Zur Morphologie, 1. Bandes 4. Heft, 1822

Wenn man auch noch so alt wird, so fühlt man doch im Innern sich ganz und gar als denselben, der man war, als man jung, ja, als man noch ein Kind war. Dieses, was unverändert stets ganz dasselbe bleibt und nicht mitaltert, ist eben der Kern unseres Wesens, welcher nicht in der Zeit liegt.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum zweiten Buch. Kapitel 19. Vom Primat des Willens im Selbstbewusstsein

Die Betagten sind nicht die Weisesten, und die Alten verstehen nicht, was das Rechte ist.

Altes Testament. Das Buch Hiob (Ijob) (#Hiob 32,9)

Im vorgerückten Alter ist die Moral meist gut. Was zu wünschen übrigläßt, ist die Unmoral.

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Alt wird man wohl, wer aber klug?

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 2. Akt, Am obern Peneios. Mephistoteles zu Lamien

Der Alte verliert eins der größten Menschenrechte: er wird nicht mehr von seinesgleichen beurteilt.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 5. Bandes 3. Heft, 1826

Nur die andern merken, wenn wir altern. – Wir meinen immer die gleichen zu sein.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Alte Leute sehen am Besten in die Ferne.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846