Alter Sprüche – zeit
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Je schwächer unsere Nerven werden mit den Jahren, desto mehr suchen sie sich den Genuß, das Reizmittel der Lebensübergänge zu schaffen.
Auch die späten Jahre haben ihre Puppenspiele!
Im Alter "übrigbleiben", wie es die tiefsinnige deutsche Sprache nennt, das ist das Schwerste!
Wenn Du unabwendbar Dein Alter kommen fühlst, wird Dir sein wie einem Schnellläufer, der unter lebhaftem Beifall dicht gedrängter Zuschauer den Siegeslauf begonnen hat und nun, dem Ziele nah, beim Umblick bemerkt, dass die meisten Sitze leer geworden oder von Fremden eingenommen sind, die kaum Anteil am Ausgange des Laufs und am Läufer nehmen.
Die sogenannten Jugendsünden werden nicht deshalb im Alter unterlassen, weil man sie nicht mehr begehen will, sondern weil man sie nicht mehr begehen kann.
Wenn die Jugend ohne Feuer war, wird leicht das Alter ohne Wärme sein.
Eines Tages stehen wir mit weißen Haaren und kurz gebliebenem Hemdchen auf unserem Grabe und versuchen vergebens, es länger zu ziehen.
Altern − das heißt, sich nicht mehr erneuern.
Tragödie: Man altert auch, wenn man nie jung gewesen ist.
Die Lebensfrohen haben es eilig, die Welkenden abzustoßen und was krank scheint fallen zu lassen wie lässige Hände eine welke Blume.
Seltsam ist es, wie der Mensch in der Rückschau des Alters hellsichtig wird.
Diejenigen, die Alter als Tugend ansehen, sind alt geworden und machen eine Tugend aus der Notwendigkeit.
Wer sich im Alter noch wichtig fühlt, der ist am Leben vorbeigegangen.
Die Zeit macht sich lustig über uns; sie hat ein abschreckendes Talent zur Karikatur, das noch nie Heiterkeit erregte.
Werden wir älter, so gehören wir einigen Lebenden und vielen Toten.
Keiner genießt sein gegenwärtiges Alter: jeder bereut zehn Jahre zu spät, was er zehn Jahre vorher versäumt hat.