Charakter Sprüche – freundschaft

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Sage mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir, wer du bist; weiß ich, womit du dich beschäftigst, so weiß ich, was aus dir werden kann.

Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1821; erweitert 1829. 2. Buch, 11. Kap.

Freund, wer ein Lump ist, bleibt ein Lump, Zu Wagen, Pferd und Fuße; Drum glaub' an keinen Lumpen je, An keines Lumpen Buße.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese, Zahme Xenien 8.

Jedermann kann für die Leiden eines Freundes Mitgefühl aufbringen. Es bedarf aber eines wirklich edlen Charakters, um sich über die Erfolge eines Freundes zu freuen.

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Zuviel Erfolg irritiert die besten Freunde.

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An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter.

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Ich rechne nur nach Menschen, nicht nach Geschlechtern, außerdem bin ich kein Freund von Gemeinplätzen, wie etwa dem über Freundschaft und Liebe, denn ich gehe einfach den Weg, den ich vor mir rechtfertigen kann, nicht den, welchen mir irgend eine abgebrauchte Sentenz vorschreibt.

Morgenstern, C., Briefe. An Kayssler, ca. 25. Januar 1892

Dein Charakter ist das Wort, das du der ganzen Welt gibst. Wirst du also deinem Charakter ungetreu, so brichst du der ganzen Welt dein Wort.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1854

In der Natur des Menschen wohnen vier Wesen zusammen: ein Hund, ein Schwein, ein Teufel und ein Engel. Alle Charaktereigenschaften entstehen aus jenen vier Gewaltigen.

al-Ghazâlî, Das Elixier der Glückseligkeit (Kīmiyāʾ as-saʿada)

Leute, die sich gegenseitig verachten, machen gerade einander Komplimente, und die sich untereinander hervortun wollen, bücken sich gerade voreinander.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 11,14. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Nur wer bereit ist, seinem Freund auch dann für einen Rat zu danken, wenn sich dieser als falsch erwies, hat einen guten Charakter.

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Wer sich durch jede leise Eingebung seines Feindes ziehen und wie im Kreise umhertreiben läßt, der verrät, daß er eine kleine Seele und wenig Herz hat.

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Kein Mitmensch ist mir fremd – ist er ein Edler nur. Erschaffen sind wir alle gleich; den Unterschied macht der Charakter.

Menander, Fragmente. 84

Am besten erkennt man den Charakter eines Menschen bei Geldangelegenheiten, beim Trinken und im Zorn.

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Charakterfestigkeit heißt, die Wirkung der anderen an sich selbst erprobt zu haben; also sind dazu die anderen nötig.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Wer mit den Wölfen heult, wird auch mit den Wölfen gejagt.

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Wenn man jemanden, der einen gebissen hat, wieder beißt, handelt man wie ein wildes Tier, nicht wie ein Mensch.

Capelle (Hg.), Epiktet, Teles und Musonius. Wege zu glückseligem Leben, 1948. Ob der Philosoph jemanden wegen Beleidigung verklagen soll

Die Hauptbestandteile eines guten Charakters sind Treue und Mitleid.

Hilty, Briefe. Briefe über die Kunst der Erziehung

Es ist etwas Großes um Pflichttreue im Unglück.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 42.

Jeder beliebige Charakter, der beste wie der schlechteste, der unwissendste wie der intelligenteste, kann jeder Gemeinschaft, ja der ganzen Welt aufgeprägt werden, wenn man gewisse Mittel anwendet, die in bedeutendem Maße den Regierenden der Nationen zur Verfügung stehen oder ohne Schwierigkeiten verschafft werden können.

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Treu und Glauben ist besser als bares Geld.

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Den Charakter eines Menschen erkennt man am besten in der Vertraulichkeit, denn da herrscht kein Zwang; in er Leidenschaft, denn sie läßt ihn eine Grundsätze vergessen; und in einem neuen Falle oder Versuche, da da läßt ihn die Gewohnheit im Stich.

Bacon, Essays oder praktische und moralische Ratschläge (The Essayes or Counsels, Civill and Morall), 1597 (1612 und 1625 um neue Essays erweitert). Über die natürliche Veranlagung des Menschen