Charakter Sprüche – modern

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Wir sind das Jahrhundert der Meisterwerke der Frechheit.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Ihr Verlangen, andern Unangenehmes zu sagen, geben manche für Offenherzigkeit aus.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Lieber ein vervollkommneter Affe als ein entarteter Adam.

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Ein Mensch, der überhaupt nicht übereinstimmend, d.h. nicht nach Grundsätzen handelt, weder nach guten, noch nach bösen, ist charakterlos, ein schwankendes Rohr, das der Wind des Zufalls hin und her bewegt.

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Wenn die Leute heutzutage einmal auf einen Charakter treffen, glauben sie gleich, es mit einem Sonderling zu tun zu haben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Es ist rentabler, ein Hügel in der Ebene als ein Berg im Gebirg zu sein.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Sonder Falsch, wie die Tauben! und ihr beleidigt keinen: Aber klug, wie die Schlangen! und euch beleidigt keiner.

Haug, Sinngedichte, 1791

Der wahre Charakter des Briefstils ist Heiterkeit und Urbanität.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Über Schriftstellerei und Stil

Den besten Mann suche unter denen, die die Welt verdammt.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Mancher verkauft seine Gesinnungen so billig – daß die Welt ihn verachtet.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Die gefährlichste Feinde der weiblichen Grazie sind die sogenannten selbständigen Ansichten und das beliebte: "Ich bin nun mal so!"

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Die Ausprägung des Einzel-Charakters ist das Kennzeichen der neuen Zeitströmung.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wie selten ist ein scharf ausgeprägter Charakter zu finden! Unsere Zustände haben die Masse zu einer abgeschliffenen, abgegriffenen Münze gemacht, aus allen Händen kommend, in alle Hände gehend. Auf dem Markt ist dies die gangbarste Münze; aber in die Schatzkammer der Menschheit kommt sie nicht.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Fast überall ein kaum nachzukommender Fortschritt, nur nicht in den Gesinnungen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

In unserer Jugend war Charakter das, wofür man Prügel bekommt, obwohl man es nicht hat.

Musil, Kleine Prosa, Aphorismen, Autobiographisches, in: Gesammelte Werke in neun Bänden, 7. Band, hg. von Adolf Frisé, Reinbek 1978. Geschichten, die keine sind. Ein Mensch ohne Charakter

Gut sein bedeutet aber nicht, besser als die Schlechtesten zu sein.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 79. Brief. Übers. Internet Originaltext: Nec enim bonitas est pessimis esse meliorem.

Es ist aufrichtiger, offen zu hassen, als seine Gedanken hinter der Stirn zu verbergen.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. XVIII, 65. Übers. Internet Originaltext: Aperte [...] odisse magis ingenui est quam fronte occultare sententiam

Blasiertheit ist ein Armutszeugnis.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908