Dankbarkeit Sprüche

Sprüche über Dankbarkeit

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Wer sich ganz dem Dank entzieht, der erniedrigt den beschenkten Freund, indem er sich erhebt.

Grillparzer, Die Ahnfrau, 1817. 1. Aufzug, Graf

Man darf wohl eine Bitte abweisen, aber nimmermehr darf man einen Dank abweisen (oder, was das Selbe ist, ihn kalt und konventionell annehmen).

Nietzsche, Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile, 1881

Wer danken gelernt hat, der ist gesund geworden.

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Gegenseitigkeit A. macht dem B. einen Besuch, Um höflichst sich zu bedanken, Daß jener ihm widmet' ein Buch, Wozu er ihm stahl die Gedanken.

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Wie schnell der Dank der Menschen doch verweht Und Undank wird [...]!

Sophokles, Ajax (auch Aias oder Rasender Ajax), ca. 449 v. Chr. Teukros, übersetzt von Wilhelm Jordan 1862

Und sie erhoben die Hände zum lecker bereiteten Mahle.

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Die Dankbarkeit ist vor allen anderen Tugenden am meisten zu loben.

Boccaccio, Das Dekameron (Il decamerone), Novellensammlung, entstanden 1348-53; Erstdruck 1470

So oft ich einen hohen Grad von Dankbarkeit in einem Armen finde, bin ich davon überzeugt, er wäre ebenso freigebig, wenn er reich wäre.

Pope, Gedanken über verschiedene Gegenstände (Thoughts on Various Subjects), gemeinsam mit Jonathan Swift verfasst

Dankbarkeit ist unserer unvollkommenen Natur eine Last, und wir sind nur allzu bereit, uns ihrer zu entledigen oder sie uns so leicht wie möglich zu machen.

Chesterfield, Briefe an seinen Sohn Philip Stanhope über die anstrengende Kunst ein Gentleman zu werden

Sei wohltätig gegen jedermann als ein Blinder und empfange eine Wohltat als ein Sehender.

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Die Dankbarkeit soll eine der schwersten Tugenden sein. Eine noch schwerere möchte sein, die Ansprüche auf Dank nicht zu übertreiben.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1835

Es kann kein Mensch dem andern etwas vollkommen recht machen, aber dankbar kann man doch sein. Und Dank ist ein Boden, auf dem die Freude gedeiht.

Auerbach, Auf der Höhe. Roman, 1865

Es muß schon eine hohe Seele sein, welcher die Dankbarkeit nicht ein peinliches Gefühl ist. Willst du dir Wohlwollen erwerben, so wirst du es klüger finden, Gunst zu empfangen, ja selbst zu erbitten, als solche zu erweisen; denn die Eitelkeit des Gebers ist immer geschmeichelt, die des Empfängers fast nie.

Bulwer-Lytton, Pelham, oder Abenteuer eines Gentleman (Pelham, or, The adventures of a gentleman), 1828, deutsch von Gustav Pfizer 1845

Ich möchte laut über die Mauern hinausrufen: O bitte beachten Sie doch diesen herrlichen Tag! Vergessen Sie nicht, wenn Sie noch so beschäftigt sind, den Kopf zu heben und einen Blick auf diese riesigen, silbernen Wolken zu werfen und auf den stillen blauen Ozean, in dem sie schwimmen. Beachten Sie doch die Luft, die vom leidenschaftlichen Atem der Lindenblüten schwer ist, und den Glanz und die Herrlichkeit, die auf diesem Tag liegen; denn dieser Tag kommt nie, nie wieder!

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Man kann mit Zeus an Glückseligkeit wetteifern, wenn man Gerstenbrot und Wasser hat.

Nestle, Die Nachsokratiker, 2 Bde., 1923. Aus unbestimmten Schriften [102]

Es sind nicht viele, bei denen die Dankbarkeit länger dauert als die Gabe; häufiger ist's, dass das Geschenkte nicht länger in der Seele bleibt, als im Gebrauch.

Seneca, Von den Wohltaten (De Beneficiis). I, 12. Übersetzt von J. M. Moser (1829). Originaltext: Apud paucos post rem manet gratia; plures sunt, apud quos non diutius in animo sunt donata quam in usu

Im allgemeinen habe ich bemerkt, daß man sich bei den Menschen so wenig wie möglich bedanken muß, weil die Dankbarkeit, die man ihnen bezeugt, ihnen die Überzeugung beibringt, sie könnten zu viel getan haben! Ich habe mehr als einmal Leute, die im Begriff standen, eine gute Tat zu vollbringen, davon Abstand nehmen sehen, weil diejenigen, für die sie eintreten wollten, aus dankbarer Erregung heraus ihrem Anerbieten eine zu übertriebene Bedeutung beimaßen.

Constant, Tagebuch (Journal intime), 1804-1816

Die Dankbarkeit, wie sie die Menschen, die von blinder Begierde geleitet werden, einander erweisen, ist zumeist eher ein Handelsgeschäft oder ein Köder, denn Dankbarkeit.

Spinoza, Ethik, nach geometrischer Methode dargestellt (Ethica Ordine Geometrico Demonstrata), verfasst 1665, posthum veröffentlicht 1677

Menschen sind in dem gleichen Maße dankbar, als sie rachgierig sind.

Pope, Gedanken über verschiedene Gegenstände (Thoughts on Various Subjects), gemeinsam mit Jonathan Swift verfasst

Jene, welche sich der Pflichten der Dankbarkeit entledigen, müssen sich deshalb nicht schmeicheln, dankbar zu sein.

Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen (Réflexions ou sentences et maximes morales), 1665, endgültige Fassung 1678

Dankbarkeit ist ein göttliches Gefühl, sie erfüllet das Herz, aber nicht bis zum Zerspringen, sie erwärmt es, aber nicht bis zum Fieber wie andere Gefühle.

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