Ehe Sprüche – liebe

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Melissa, in allem tust du die Werke der blumenliebenden Biene; Frau, ich weiß es wohl, und denke in meinem Herzen: Honig läßt, wenn süß du mich küßt, von deinen Lippen du rinnen; aber forderst du Geld, trifft unverdient mich dein Stachel.

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Aber was braucht man, wenn man jung ist und sich liebhat?

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Gesehn, gehofft, gefunden Gesehn, gehofft, gefunden, gestanden und geliebt – drauf eine Zahl von Stunden durch keinen Schmerz getrübt. Gequält, getrennt, geschieden durch feindliches Bemühn – dahin der Seele Frieden, die süße Ruh dahin… Sich liebend treu geblieben, geklagt, gesehnt, geweint und dann, im bessern Drüben auf ewig doch vereint.

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Familiengemälde Großvater und Großmutter, Die saßen im Gartenhag, Es lächelte still ihr Antlitz Wie sonn'ger Wintertag. Die Arme verschlungen, ruhten Ich und die Geliebte dabei, Und blühten und klangen die Herzen Wie Blumenhaine im Mai. Ein Bächlein rauschte vorüber Mit plätscherndem Wanderlied, Stumm zog das Gewölk am Himmel, Bis unseren Blicken es schied. Es raschelte von den Bäumen Das Laub, verwelkt und zerstreut, Und schweigen an uns vorüber Zog leichten Schrittes die Zeit. Stumm blickte aufs junge Pärchen Das alte stille Paar; Des Lebens Doppelspiegel Stand vor uns licht und wahr: Sie sah'n uns an und dachten Der schönen Vergangenheit; Wir sah'n sie an und träumten Von ferner künft'ger Zeit.

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Dass seine Frau ihn liebt – das weiß mancher Mann viel genauer als seine Frau.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Der erste Kuss, Der erste Verdruss Wie brennen die zwei! Und – 's bleibt nicht dabei!

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Ohne gewisse Schwankungen macht der Besitz einer geliebten Frau nicht glücklich, ja er wird sogar unhaltbar.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Im Allgemeinen verraten die verheirateten Leute die Kälte ihrer Gefühle mit derselben Naivität, womit sie ihre Liebe zur Schau trugen.

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829

Das sich unverstanden Fühlen und das die Welt nicht Verstehen begleitet nicht die erste Leidenschaft, sondern ist ihre einzige nicht zufällige Ursache. Und sie selbst ist eine Flucht, auf der das Zuzweiensein nur eine verdoppelte Einsamkeit bedeutet.

Musil, Die Verwirrung des Zöglings Törleß, 1906

Ja, so geht es nun im Leben zu […] man macht sich große Theorien, man will geistig zusammenpassen und will sich auf Herz und Nieren prüfen, – und schließlich wählt man einander doch in der Gunst der Stunde, und ohne alle weitern Kennzeichen.

Andreas-Salomé, Fenitschka. Eine Ausschweifung, 1898

Es ist ein großes Ding, immer zu Zwei(e)n sein!

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Dritter Teil, 1884. Von alten und neuen Tafeln

Mein Herz in mir Teil ich mit dir Brech ich's von dir, Rächs Gott an mir, Vergeß ich dein, Vergeß Gott mein, Dies soll für uns beide Verbündnis sein.

Inschrift. Auf einer Fensterscheibe des Schlosses Murau in der Steiermark; von Ulrich und Anna Katharina, Graf und Gräfin zu Sulz, 1641

Weißt, wo es keinen Herrn und keinen Diener gibt? Wo eins dem andern dient, weil eins das andre liebt.

Rückert, Gedichte. Pantheon, Erstdruck 1843. Aus: Angereihte Perlen

Der erste Eindruck Die Liebe ist, was man empfindet, Solang' man sich nicht eh'lich bindet, Denn wird die Liebe erst zur Pflicht, So ist sie keine Liebe nicht! Wie oft hab' ich nicht schon geschrieben, Man kann nur ohne Fesseln lieben, Doch trotzdem gibt es selbst noch heute Zur Eh' geneigte Liebesleute. Da dichtet man durch ganze Nächte, Weil man die Leute retten möchte, Schreibt sich am Geist und Finger Schwielen, Es hört nicht einer von den vielen. So hatte es in stiller Nacht Auf sie 'nen Eindruck jüngst gemacht; Na, so 'was kommt zuweilen vor, Sie hieß Babette, er Theodor. Nun ist solch' Eindruck je nach Lage, Das steht wohl außer jeder Frage, In vielen Fällen Grund zur Ehe, Trotzdem ich ihr entgegenstehe. So war es auch in diesem Falle, – die Dummen werden ja nie alle – Er nahm sie dieses Eindrucks wegen, Und ihre Tante gab den Segen. Der Onkel sprach beim Hochzeitsfeste, Der erste Eindruck sei der beste, Womit er sich jedoch blamierte, Denn jener Eindruck war der vierte. Zu Ende ging die Hochzeitsfeier, Angeblich reißt danach der Schleier, Doch eingeweihte Kreise wissen, Meist ist er vorher schon gerissen. Dann macht man eine Hochzeitsreise Und sucht auch noch auf and're Weise, Durch das, was uns die Freunde schenken, Den Katzenjammer abzulenken. So kamen sich fast glücklich vor, Zunächst Babette und Theodor. Doch täglich ward die Freude kleener, Und beide dachten: Schön ist schöner! Babette fühlt' sich unverstanden, Und Theo war meist nicht vorhanden, Und täglich kam er heim erst morgen Und tausend and're Ehesorgen, Die teils der Gattin, teils dem Gatten Den Liebes-Himmel tief beschatten. Der Eindruck war schon arg verblaßt, Die Liebe Pflicht und deshalb Last, Ich hatte wieder einmal recht, Die Ehe paßt zur Liebe schlecht. Und kann ich bei den Ehegründen Den Eindruck auch verzeihlich finden, Ich bleib' dabei, wird Liebe Pflicht, Dann ist es keine Liebe nicht.

Weber, Durch die Lupe, 1907

Eine Geliebte ist Milch, eine Braut Butter, eine Frau Käse.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [11]

Ehespruch Jeder Mensch ist eine Melodie. Lieben heißt: sie innehaben. Ich bin für dich, du bist für mich ein Lied. Geschlossenen Auges sing ich dich, In meiner Seele mich an dir zu laben. Doch wehe, wenn wir uns vergessen, Fehlt Ton um Ton des Lieds, umsonst gesucht, Dann ist die Liebe ohne Zucht, Ein Zwang, der ichbesessen Zwei Einsamkeiten ineinanderflucht.

Werfel, F., Gedichte. In: Das lyrische Werk, S. Fischer 1967

Ich habe von jeher den Ehebruch verabscheut, nicht aber um einer rechthaberischen Moral willen, aus Prüderie und Sittsamkeit, nicht so sehr, weil er Diebstahl im Dunkeln bedeutet, Besitznahme fremden Leibs, sondern weil fast jede Frau in solchen Augenblicken das Heimlichste ihres Gatten verrät – jede eine Delila, die dem Hintergangenen sein menschlichstes Geheimnis wegstiehlt und einem Fremden hinwirft. […]

Zweig, Verwirrung der Gefühle. Drei Novellen (Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau, Untergang eines Herzens, Verwirrung der Gefühle), 1927. Verwirrung der Gefühle

Gatte der jungen Frau, Hast du es auch bedacht, Als um dich liebelau Rauschte die erste Nacht, Als du sie glühend an dich drücktest, Daß du vielleicht ihre Seele ersticktest? Daß vielleicht, was in ihr schlief, Nach einem Andern angstvoll rief, Um dens ihr unbezwinglich bangte, Nach dem ihr ganzes Sein verlangte? Daß dein Umfangen vielleicht ein Zerbrechen, Daß dein Recht vielleicht ein Verbrechen? ...

Hofmannsthal, H., Gedichte. Frühe Verse. Aus: Sünde des Lebens, 1891. Originaltext