Ehe Sprüche – romantisch

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Die Lieb is a Spagat der die Herzen, der Ehstand ein Strick, der die Händ zusammenbindt.

Nestroy, Die beiden Nachtwandler oder Das Notwendige und das Überflüssige, 1836

Besser werden soll durch eine schöne Dame, wer sie zur Freundin oder zur Frau hat, und es ist nicht recht, daß sie ihn noch weiter liebt, sobald sein Ruhm und Preis schwindet.

Chrétien de Troyes, Iwein oder der Löwenritter (Yvain ou Le Chevalier au lion), entstanden zwischen 1180-90

Das ist er im Grunde gewesen, der Mann fürs Leben – ein Mann ohne Sorgen – der mir alles geben würde, was ich mir wünsche, mit ihm würde ich mich immer lebendig fühlen, ich hätte meinen Platz in der Welt. Ich wollte nie kämpfen – es wurde mir aufgezwungen. Eigentlich sprudelt in mir ein Quell der Unbeschwertheit, der in dieser verhaßten Existenz aber langsam versiegt. Ich sterbe, wenn das so weitergeht. Ich will Leidenschaft und Liebe und Abenteuer!

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Überdruß. Das ist etwas Schreckliches. Der Überdruß in der Liebe und gegen eine Frau!

Diderot, Dies hier ist kein Märchen

Der Sturm der Begierde reißt den Mann mitunter in eine Höhe hinauf, wo alle Begierde schweigt: dort wo er wirklich liebt und noch mehr in einem besseren Sein als besserem Wollen lebt. Und wiederum steigt ein gutes Weib häufig aus wahrer Liebe bis hinab zur Begierde und erniedrigt sich dabei vor sich selber.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Zweiter Band. Erste Abteilung. Vermischte Meinungen und Sprüche

Mündliche Eheversprechen sind ja eigentlich nichts anderes als eine kompaktere Gattung von Liebesschwüren, aber deswegen doch noch lang kein reeller Gegenstand.

Nestroy, Lady und Schneider. Posse mit Gesang in zwei Akten, 1849

Wer's tat und wer es tut, daß er bei seiner Liebsten ruht, Aufpassern unverborgen, der braucht sich nicht am Morgen fortzustehlen, er kann den Tag erwarten, man braucht ihn nicht hinauszuleiten in Sorge um sein Leben.

Eschenbach, Parzival, 1200-1210

Wenn zwei Menschen ihren Bund fürs Leben nur auf Gefühle gründen, haben sie ihre Quellen bald erschöpft, und Gleichgültigkeit, Sattheit und Widerwillen machen sich breit. Wenn die Gefühle erkaltet sind, was dann?

Balzac, Der Ehevertrag (Le contrat de mariage), 1835 (dt. 1846)

Es ist eine Liebenswürdigkeit der meisten Frauen, immer wieder so zu tun, als ob sie jetzt erst das Letzte von ihrem Manne erwarten.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Des Weibes Liebe ist des Mannes Dämon, so wie des Mannes Leidenschaft des Weibes Schicksal ist.

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Leidenschaftliche Liebe ist der gefährlichste Ehewerber.

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Das Herz gefällt mir nicht, das streng und kalt Sich zuschließt in den Jahren des Gefühls.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. Prolog, 2. Auftritt, Thibaut

Die Liebe gefällt mehr als die Ehe, wie für die meisten ein Roman unterhaltsamer ist als Geschichte.

Chamfort, Maximen und Gedanken. Charaktere und Anekdoten (Maximes et pensées: Caractères et anecdotes), 1795. In: Die französischen Moralisten. Die Aphorismenbücher in vollständiger Gestalt. Verdeutscht und hg. von Fritz Schalk, Leipzig 1938

Frauenliebe O glücklich, wer ein Weib gefunden, Das Treue hält in bittern Stunden. Es kann nicht Gold und Edelstein Gleich ihrer Liebe köstlich sein. Mit milder Hand und gutem Wort Scheucht sie von dir den Kummer fort. Und aus dem lieben Angesicht, Da strahlt ein tröstend Sonnenlicht. Im Winterschnee das Tannengrün, In dunklen Nächten Sternenglühn. Ein frischer Quell in Wüstenein, Er könnte nicht so tröstlich sein. Hat auch das Glück gewendet sich, Sie schlingt den treuen Arm um dich. Wenn nichts in Treue zu dir hält Mein Lieben nie zusammenfällt. Ich trage gern mit dir die Not, Und hab' genug an trock'nem Brot, Ich misse nicht des Lebens Lust, Wenn du mich hegst an deiner Brust! O glücklich, wer ein Weib gefunden, Das Treue hält in bittern Stunden!

Leixner, Aus der Vogelschau, 1890

Mädchen haben wir, ich weiß, Ihre Augen sind wie Sterne; Lieben, ja, das will ich gerne, Doch nicht um der Freiheit Preis. Wer sich einmal nimmt ein Weib, Geht der ganzen Welt verloren, Ach, und bald hängt er die Ohren Gibt's wohl lust'gen Zeitvertreib?

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Es gibt kein Weib auf Erden, dem es nicht, allerdings unbewußt, ein klein wenig lieb wäre, irgend einen Fehler an dem geliebten Manne zu entdecken, denn jedes Weib will ändern, bessern an dem, was es liebt – oder wenigstens trösten.

Hesekiel, Eine brandenburgische Hofjungfer. Historischer Roman aus Joachim Nestor's Tagen, 3 Bde., 1868

Am Himmelstor Mir träumt', ich komm ans Himmelstor Und finde dich, die Süße! Du saßest bei dem Quell davor Und wuschest dir die Füße. Du wuschest, wuschest ohne Rast Den blendend weißen Schimmer, Begannst mit wunderlicher Hast Dein Werk von neuem immer. Ich frug: – Was badest du dich hier Mit tränennassen Wangen? – Du sprachst: – Weil ich im Staub mit dir, So tief im Staub gegangen.

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Gestorbne Liebe In nackter Wüste ruht ein Löwenpaar, Das gelbe Fell vom gelben Sand abhebend. Im Schlafe dehnen sich die trägen Glieder. Erwachend, leckt bedächtig eins das andre, Und streckt und reckt sich, gähnt, und schläft von neuem. Ein zweiter Leuenherr zeigt sich in Fernen. Er nähert sich, er stockt, als die Genossen Er unbekümmert vor sich liegen sieht. Nun peitscht sein Schweif, nach Katzenart, die Erde, Er reißt den Rachen auf wie eine Torfahrt, Und Donner rollt ihm aus dem heißen Schlunde. Er kauert sich, und knurrt, und äugt hinüber. Schwerfällig wird das Ehepärchen munter, Schwerfällig kommt es endlich auf die Beine. Der zweite Nobel holt zum Sprunge aus, Und springt, und springt dem Weibchen an die Seite. Das Weibchen dann trabt mit dem Seladon Gemütlich einem Felsendache zu. Das Männchen stutzt, will brüllen, schweigt, Und legt sich wieder nieder: Lat ehr lopen.

Liliencron, Nebel und Sonne, 1900

Welch staunenswerte Empfindsamkeit muß man nicht besitzen, um sie bis über seinen Ehemann zu verströmen und einen immer Abwesenden immerwährend zu lieben?

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Liebe hat ihre eigene Sphäre, ihre eigenen Zwecke, ihre eigenen Pflichten, die von denen der Ehe himmelweit unterschieden sind.

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Ein jeder, dem gut und bieder das Herz ist, Liebt sein Weib und pflegt sie mit Zärtlichkeit.

Homer, Ilias, 2. Hälfte des 8. Jhdts. v. Chr