Erziehung Sprüche
Sprüche über Erziehung
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Wer Moräste austrocknet, Heerstraßen anlegt, Tausenden Gelegenheit verschafft, sich ihre Bedürfnisse zu verschaffen, Gärten pflanzt, Krankenhäuser stiftet, wirkt auch für Menschenwohl, aber nicht so unmittelbar und durchgreifend als der Erzieher. Jener verbessert den Menschen, dieser veredelt den Menschen selbst.
Anerzogen ist wie angeklebt, manchmal aber verwächst das Angeklebte.
Man fordere nicht zu viel und verbiete namentlich nicht zu viel! Auch das Kind hat ein Recht zu sein, wie es ist, d.h. Kindliches und Kindisches zu tun und zu treiben, ein Recht, sich als Kind auszuleben.
Die persönliche Eigenart muß Rücksicht erfahren. Dieselbe ist bei Kindern wohl noch nicht groß, aber sie ist da; wir mögen sie, die schmiegsame, an die unsere schmiegen bis zu einem Grade; aber ihrem Kerne, wenn er einmal entdeckt ist, müssen wir Rechnung tragen. Es ist frevelhaft und doch muß ich sagen, daß ich eine gewisse Scheu gegen gewisse Erziehungsanstalten habe, wie sie draußen jetzt entstehen; sie gleichen und ebnen alles und liefern Alltagsmenschen, mit denen sich ganz gewiß am besten Gesellschaft und Staat bauen läßt, wie man ja auch am bequemsten mit Backsteinen Häuser baut. Aber aus besondern Verhältnissen folgerichtig hervorgewachsne Charaktere, kernhafte Urbilder wären mir unter Umständen lieber.
Nichts ist leichter, als die Kinder dazu zu erziehen, daß sie gehorchen, gefallen, aufwarten und alles tun, was Eltern und andere Erwachsene begehren. Freilich sind dann die Kinder nichts, nicht mehr als die Eltern. Aber schwerer ist es, Gehorsam und Freiheit zu vereinigen, die Kraft dazulassen und doch zu lenken und sich selber einen Gegner der besten Art zu erziehen.
Erziehung beginnt mit Poesie, wird gefestigt durch gutes Verhalten und durch Musik vollendet.
Wenn ich es bedenke, so muß ich sagen, daß mir meine Erziehung in mancher Hinsicht sehr geschadet hat.
Ein kluges Kind, das mit einem närrischen erzogen wird, kann närrisch werden. Der Mensch ist so perfektibel und korruptibel, daß er aus Vernunft ein Narr werden kann.
Die Erziehung [...] ist die erste, die wichtigste, die wesentlichste Angelegenheit des Staats, die würdigste, die angelegenste Sorge des Fürsten!
Ein Junger soll nicht reden, man niese denn, so mag er sagen: Wohl bekomm's!
Einen jungen Zweig biegt man, wie man will.
Die natürliche Liebe macht selbst die verständigsten Eltern zu weichherzig und nachgiebig. Sie sind unfähig, das Kind zu strafen, noch es mit einfacher Kost genährt zu sehn, welches doch ebenso nötig ist, als daß ein Kind nicht ewig gegängelt werde, sondern auch mit etwas Gefahr frei gehn und handeln lerne.
Von der Rute habe ich keine andere Wirkung beobachtet, als daß sie die Seelen schlaff und feig oder heimtückisch oder starrsinnig machte.
Einen Menschen zum Menschen erziehen zu wollen, ist eitel menschlicher Kram, zum Menschen ist er von Gott geschaffen, daß aber die Seinen ihm den ganzen geschichtlichen Reichtum, den sie überkommen und gesammelt haben, als gute Hausväter (...) treulich überliefern, das ist Erziehung.