Erziehung Sprüche
Sprüche über Erziehung
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Die Alten bildeten ihre Jugend nicht allein durch Gabe des Wortes, sondern vorzüglich durch Beispiele und Handlungen, damit es in ihren Seelen nicht wohne wie eine Wissenschaft, sondern wie eine von ihr unzertrennliche Natur und Gewohnheit, nicht wie etwas Erlerntes, sondern wie ein angeborener Besitz.
Der Erzieher muß die Kindheit hören, nicht das Kind.
Alle Kunst, alle Erziehung darf nur Ergänzung der Natur sein.
Daher ist die Erziehung das größeste Problem, und das schwerste, was dem Menschen kann aufgegeben werden. Denn Einsicht hängt von der Erziehung, und Erziehung hängt wieder von der Einsicht ab.
Es ist möglich, daß man durch Tadel und Schelten, durch Moralisieren und Predigen, durch Warnung vor üblen Folgen, durch Drohung von Strafen manchen Menschen vom Bösen abhält, ja auf einen guten Weg bringt; aber eine weit höhere Kultur wird bei Kindern und Erwachsenen eingeleitet, wenn man nur bewirken kann, daß sie über sich selbst reflektieren.
Ein Hauptmoment der Erziehung ist die Zucht, welche den Sinn hat, den Eigenwillen des Kindes zu brechen, damit das bloß Sinnliche und Natürliche ausgereutet werde.
Nur nicht Erziehung im alten Sinne, die eigentlich Verziehung ist, Verzerrung sogar.
Das heimliche häusliche Wort, das der Vater seinen Kindern sagt, wird nicht vernommen von der Zeit; aber, wie in Schallgewölben, wird es an dem fernen Ende laut und von der Nachwelt gehört.
Wir müssen die Kinder mit Mitteln zurechtweisen, die wir anwenden würden, wenn sie ebenso stark wären wie wir.
O, durch welches Wirrsal muß sich ein Kindesherz durcharbeiten! [...] Die Jugend ist ein Pflanze, die wächst und ans Licht muß, auch wenn man unter dem Namen der Erziehung einen schweren Stein auf sie legt!
Die höchste Ehrfurcht schulden wir dem Knaben (den wir erziehen sollen).
Wenn Erziehung oder Ermahnung irgend etwas fruchteten; wie könnte dann Senecas Zögling ein Nero sein?
Es kommt durch zu vieles Erziehen nichts Kluges zustande. Man künstelt und biegt an der menschlichen Natur zu einer Zeit, in der noch alle Anlagen wie die Blume in der Knospe verhüllt sind. Dabei kann man zu leicht störend eingreifen und verderben, statt zu fördern. Wenn man die Kinder nur vor schädlichen Einflüssen bewahrt, so tut in den meisten Fällen die Natur das Nötige, und alles, was sich aus dem Individuum selbst entwickelt, ist ihm angemessener, als wir es zu machen verstehen.
Ein Vater ist entzückt: "Meine Tochter", sagt er, "hat niemals einen Roman gelesen." Aber er läßt sie ohne Aufsicht mit ihrem Bruder sprechen, der vom Gymnasium nach Hause kommt, oder gestattet es, daß sie sich mit ihren kleinen Freundinnen in ihr Zimmer einsperrt. Die schlimmsten Bücher liegen nicht in den Regalen der Büchereien. Sie kommen von der Straße und werden, in Unterkleidern und halblangen Röcken verborgen, eingeschmuggelt.
Zuerst sollte man bedacht sein, den Kindern gute Sitten beizubringen; dann bilde man ihren Geist.
Die Grundlage der Erziehung muß das Haus übernehmen, aber die Selbsterziehung, zu welcher der Mensch nur in der Einsamkeit, in der Stunde des Nachdenkens über sich selbst, im stillen Verkehr mit seinem eigenen Fühlen und Denken kommt, darf ebensowenig fehlen wie die Erziehung durchs Leben, die im Umgang mit andern, zumeist unbewußt von diesen und von diesen nicht minder erfolgreich, wie durch mannigfaltige Schicksale, erworben wird.
Ein verzogener Sohn nimmt nicht Lehre noch Erziehung an, und der beschattete Palmbaum gibt keine reife Frucht.