Erziehung Sprüche
Sprüche über Erziehung
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Auch ist, dünkt mich, Gehorsam an sich etwas Löbliches und Liebliches, und man kann ein Kind das aufs Wort gehorcht, und so ein enfant raisonneur nicht nebeneinander sehen, ohne das eine zu lieben, und dem andern die Rute zu gönnen.
Erziehung ist die Kunst, seine Freiheit zu beschränken, um die anderen nicht zu beeinträchtigen.
Ein Entwurf zu einer Theorie der Erziehung ist ein herrliches Ideal, und es schadet nichts, wenn wir auch nicht gleich imstande sind, es zu realisieren. Man muss nur nicht gleich die Idee für chimärisch halten, und sie als einen schönen Traum verrufen,wenn auch Hindernisse bei ihrer Ausführung eintreten.
Wie keine gute und keine böse Natur, so gibt es auch im Menschen keine guten und keine bösen Triebe: mit rohen Trieben beginnt der Mensch, und ihre Veredlung ist die ganze Aufgabe der Erziehung. Triebe vertilgen zu wollen, anstatt sie zu veredeln, heißt den Menschen verstümmeln; und entweder gelingt dies letztere, und wir bilden Halbmenschen heran, die zu nichts Rechtem nütze sind, oder die rohgebliebene Natur sprengt die unleidlichen Fesseln und bricht sich Bahn als der Individualismus unserer Tage, der den Sinnengenuß für das Höchste hält und sich nicht scheut, seine Glückseligkeit über den Trümmern fremden Glücks zu gründen. Es gibt eben – wie Feuerbach sagt – auch eine Glückseligkeit der Schlangen.
Der Wille der Kinder muss [...] nicht gebrochen, sondern nur in der Art gelenkt werden, dass er den natürlichen Hindernissen nachgebe.
Die Alten möchten die Jungen immer klüger machen, als sie selber ehedem waren; sie vergessen aber, dass auch sie sich damals genau ebenso klüger dünkten als die ihnen ratenden Alten.
Wie ein Pädagoge behauptete, wäre die beste Kindererziehung – die Erziehung der Erwachsenen.
Kein größeres Unglück gibt es für Kinder, als in einer Ehe aufzuwachsen, wo in Erziehungsfragen der Wille des Vaters und der Mutter nebeneinander zur Geltung zu kommen streben. Solche Kinder treten zumeist mit gebrochenem Willen ins Leben.
Wenn du nicht Güter hast und dennoch Leibeserben, bring ihnen Künste bei, sich Güter zu erwerben.
Mit dem Dressieren aber ist es noch nicht ausgerichtet, sondern es kommt vorzüglich darauf an, dass Kinder denken lernen.
Es gibt freilich gute Gründe: für alles was ein Kind tun muß; aber selten kann das Kind die verstehen, und oft darf es sie nicht wissen, wenn nicht mehr verdorben als gutgemacht werden soll.
Erziehung läuft auf zweierlei hinaus: Ungerechtigkeiten erdulden und Langeweile ertragen lernen.
Es ist der Erde unmöglich, auch wenn sie noch so fruchtbar ist, etwas ohne Kultivierung hervorzubringen. So ist es auch mit dem Verstand des Menschen. Ohne Erziehung ist er zu schwach, um die erwarteten Früchte zu geben.
Die Kinder tun nichts recht gut, als was sie gerne tun, wobei sie ihre Seelenkräfte am besten entwickeln. Hieraus folgt, daß man alles, was sie lernen sollen, so einrichtet, daß sie es gerne tun.
Fast alles Erziehen ist von Übel. Das Beispiel ist die große Lehrmeisterin.
Wer sich selbst an das Unwahre kettet, wird mit der Zeit ebenso.