Erziehung Sprüche – eltern
212 Sprüche gefunden
Die schlimmste Ungezogenheit ist die anerzogene.
Erziehen soll nicht ein Ziehen und Zerren sein, sondern ein Leiten an unsichtbarer Hand.
Die pädagogische Strenge ist die Strenge der Konsequenz in der Behandlung der zu Erziehenden. Darum können nur charaktervolle, gelassene, stets ernstmilde Menschen gute Erzieher sein.
Man könnt' erzogene Kinder gebären, Wenn die Eltern erzogen wären.
Das Gebet der Mutter erzieht mehr als alle Erziehungskunst des Vaters.
Die erzwungene, nicht natürliche Strenge bei Kindern ist so wenig wert und so unwirksam als erzwungene, nicht natürliche Liebe und Milde.
Jedes Kind wächst in seiner eigenen Kraft und Gestalt; darum sei uns die Eigenart eines jeden Kindes heilig.
Die meisten Eltern und Erzieher leben der Ansicht, daß die Sittlichkeit der Jugend beider Geschlechter am besten durch Nichtwissen bewahrt werde.
Engherziges Knausern der Eltern gegenüber den Kindern ist ein folgenschwerer Irrtum. [...] Die beste Regel ist die, die Autorität gegenüber den Kindern festzuhalten, nicht aber die Börse.
Die schlechtesten Ärzte sind jene, die sich im Krankenhaus unentbehrlich machen wollen; die schlechtesten Erzieher, die sich in der Erziehungsstube unentbehrlich zu machen suchen. Du sollst meiner nicht mehr bedürfen, spricht der weise Arzt zum Kranken, der edle Erzieher zum Zögling. Werde gesund, Du Kranker! Werde Mann, Du Kind! Das ist Sinn und Geist aller Heil- und Erziehungskunst.
Predige nicht immer für die gute Sache, du predigst diese tot; mache deinen Kindern alles vor, was sie sein sollen, und nichts, was sie nicht sein sollen; das Exempel wirkt mehr als alle Ermahnungen.
Die Natur hat die höheren Anlagen des Menschen wie mit einer Schale umhüllt; zerschlägst du diese Schale, ehe sie sich von selbst öffnet, so enthüllst du eine unreife Perle und zernichtest den Schatz des Lebens, den du deinem Kinde hättest erhalten sollen.
Das ist oft die Tragödie der Erziehung, daß die brutale Macht der Eltern sich mit ihrer schrecklichen Wucht auf die Individualität der Kinder wirft und sie erstickt, lähmt, zertrümmert. Da gibt es Kinder, die in ihrer Jugend aus der Welt ihrer eigenen Wünsche, Kräfte und Fähigkeiten durch die »strenge« Erziehung des Vaters (Väter sündigen darin mehr als Mütter!) verjagt und in die falsche Richtung getrieben und geschlagen worden sind, so daß sie in ihrem ganzen Leben an diesem unglücklichen inneren und äußeren Zwiespalt leiden.
Das Kind zum Bewußtsein seiner göttlichen Natur zu bringen, scheint mir die erste Pflicht der Eltern und Lehrer zu sein.
Wer sein Kind nicht erziehen kann, Dem zieht es leicht der Henkersmann.
Die Liebe zu unseren Kindern wird eine Bildungsanstalt in uns, durch welche, ohne daß wir daran denken und uns dabei zerarbeiten, unser Herz geläutert und unser Charakter aufgerichtet wird.
Die feinste Politik, sagt man, sei pas trop gouverner (nicht zu sehr lenken); es gilt auch für die Erziehung.
Der Anfang ist der entscheidende Punkt in der Erziehung. Es sind die ersten Kinderjahre, in welchen sich die herrschende Richtung für unsern ganzen Lebenslauf birgt. Die ersten Jahre aber gehören der Mutter.
Wer eine Saat mißratener Kinder aufzieht, Was zieht er anders als sich selbst die Sorge groß, Und seinen Feinden Stoff zu bitterm Hohne?
Es ist nicht das Kind, das eine Züchtigung nötig hat. In 9 von 10 Fällen sind es die Eltern.
Der gute Erzieher kennt Fälle, wo er stolz darauf ist, dass sein Zögling wider ihn sich selber treu bleibt: da nämlich, wo der Jüngling den Mann nicht verstehen darf oder zu seinem Schaden verstehen würde.