Erziehung Sprüche – nachdenklich
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Wenn Steigerung notwendig ist, darf dem Zögling die Beschämung nicht erspart werden, wobei seine Handlungsweise seinen Vorsätzen oder Grundsätzen oder den Grundsätzen anderer Persönlichkeiten, die den Eindruck auf ihn hervorbringen, seien es auch nur seine Mitschüler, ausdrücklich gegenübergestellt wird.
Einen Edelstein kann man nicht blank machen, ohne ihn zu reiben.
Oft wird mehr durch Gefälligkeit als durch Härte gesündigt.
Gute Erziehung besteht darin zu verbergen, wie sehr wir an uns selbst denken und wie wenig wir an andere denken.
Wem eine edle und wahrhaft fürstliche Erziehung zuteil geworden ist, der hat erst schweigen und dann reden gelernt.
Prügel sind ein Relikt aus der Zeit, als Denkanstöße noch manuell verabreicht wurden.
Die Führen ist eine milde, sanfte Tätigkeit - keine gewaltsame, eine liebenswürdige - keine gehässige.
Der Erzieher hat nicht sowohl das Richtige zu thun, als das Richtige zu sein. Das stillberedte Beispiel allein wirkt unvergleichlich tiefer und nachhaltiger als die lautesten Worte und handgreiflichsten Zurechtweisungen.
Auch ein Esel fragt: warum schlägst du mich?
Jedes menschliche Wesen hat Anspruch auf eine Erziehung, die es fähig macht, auf sich selbst zu ruhen.
Wenn ich es bedenke, so muß ich sagen, daß mir meine Erziehung in mancher Hinsicht sehr geschadet hat.
Von der Rute habe ich keine andere Wirkung beobachtet, als daß sie die Seelen schlaff und feig oder heimtückisch oder starrsinnig machte.
Erinnern wir uns wohl, daß Erziehung nicht bloß darin besteht, das Gedächtnis zu bereichern und das Verständnis zu erleuchten; sondern daß sie sich vor Allem mit der Richtung der Willenskraft beschäftigen soll.
Ruhig und langsam die Natur sich selber helfen lassen und nur sehen, daß die umgebenden Verhältnisse die Arbeit der Natur unterstützen, das ist Erziehung.
Es ist möglich, daß man durch Tadel und Schelten, durch Moralisieren und Predigen, durch Warnung vor üblen Folgen, durch Drohung von Strafen manchen Menschen vom Bösen abhält, ja auf einen guten Weg bringt; aber eine weit höhere Kultur wird bei Kindern und Erwachsenen eingeleitet, wenn man nur bewirken kann, daß sie über sich selbst reflektieren.
Geduldiges Erwarten geziemt dem Erzieher wie dem Gärtner.
Diejenigen, welche die Jugend erziehen, sollen derselben als Muster ihre eigene Heiligkeit darbieten.
Es entsteht das Genußbedürfnis, und die Erziehung eilt, den Menschen für den Genuß fähig zu machen.
Die Beschämung teilt in vielen Fällen die Gefahr des Verlachens, da sie das Gemüt des Kindes in sich zurücktreibt und gegen andere verschließt.
Nein, nicht zum Entbehren erziehe die Deinen, nur zum mäßigen Gebrauch dessen, was sie besitzen.
Es ist gut, daß die ersten Blicke gleich auf anmutige Bilder fallen und der jungen Seele nur solche zuführen.